Aus der Forschung - Katja Diehl

Die Privilegien des Autos unter allen verteilen

Katja Diehl, She Drives Mobility www.katja-diehl.de

Es gibt drei Regeln der Verkehrswende: Verkehr vermeiden, Verkehr verlagern, technische Innovationen. Die Covid19-Pandemie hat gezeigt: Menschen mit Bürojobs können telependeln und so viele Wege vermeiden. Der dritte Schritt, der Glaube an eine Technik, die alle Probleme lösen wird, ist meistens eine Ausrede, das Handeln in die Zukunft zu verschieben. Verkehrswende braucht jedoch heute klare Rahmenbedingungen. Neben attraktiven Angeboten, wie dem Klimaticket in Österreich, heißt das, das Auto als gleichberechtigten Partner im Mobilitätsmix zu sehen – seine Privilegien unter allen zu verteilen. Momentan gibt es viele Mobilitätslücken, die Menschen davon abhalten, das Auto stehenzulassen. Diese Lücken können Software-Unternehmen wie door2door aus Berlin gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen schließen. Es hat einen Algorithmus zum On-Demand-Ridepooling entwickelt, der auf Basis von Mobilitätsdaten neue Rufbusse mit virtuellen Haltestellen digital gestaltet. Innerhalb weniger Wochen können sie auf die Straße kommen und den Komfort des öffentlichen Verkehrssystems attraktivieren. In dieses System können auch Sharing-Angebote – Fahrräder, E-Scooter und Roller – eingespeist werden.

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Sprache verrät uns viel über Normen

Martin Reisigl direkt gefragt Martin Reisigl ist Assistenz-Professor am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien. In einem Forschungsprojekt beschäftigt er sich unter anderem mit Autowerbung und dem öffentlichen Diskurs rund um Autos.

> Interview-Langfassung auf www.vcoe.at

> weitere Infos: www.sprachkompass.ch/mobilitaet/

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Arbeitswege auf Klimakurs bringen

Arbeitswege sind werktags in Österreich der häufigste Wegzweck und werden großteils mit dem Pkw erledigt. Arbeitswege sind ein wichtiger Hebel, um insgesamt die Klimaverträglichkeit des Verkehrs zu verbessern. Da es sich beim alltäglichen Weg zum Arbeitsplatz um eingeübte Routinen handelt, sind starke Anreize und Informationen notwendig, um Veränderungen des Mobilitätsverhaltens zu erreichen.

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