Mit dem Klimaticket einfach raus

Gut mit Bus mobil: In zunehmend mehr Regionen erschließen Busse und Haltestellen mit guten Verbindungen abseits der Bahnlinie schöne Ausflugsziele wie hier den Plombergstein bei St. Gilgen.

In die nächste Stadt, zur Bergtour oder Besuche machen. Mit dem Klimaticket fährt es sich entspannt, auch in der Freizeit. Die Regionalversionen der Verkehrsverbünde bieten Zusatzvorteile wie Übertragbarkeit sowie Rabatte bei Einkäufen und Eintrittskarten.

Von Jutta Berger

Was motiviert Menschen zum Kauf eines Klimatickets? Der Wunsch „unbeschwert öffentlich unterwegs sein können“, sagt Walter Schneck aus Melk. Unbeschwert bedeutet für den pensionierten Managementtrainer: „Einfach einsteigen und fahren, ohne umständlich Karten suchen, kaufen, ausdrucken zu müssen.“ Die einfache Handhabung, ohne Zeit mit Ticketkauf verschwenden zu müssen, ist auch für die Bregenzerin Susanne Penz ein wichtiges Argument für das Klimaticket. Ausschlaggebend für den Kauf war für die Steuerberaterin aber, „dass ich diese so wichtige Idee unterstützen wollte.“ Susanne Penz nutzt das Ticket vor allem geschäftlich, „es motiviert mich aber auch, öfter nach
Wien zu fahren, um Freunde zu besuchen.“ Ihr Vorsatz: „Künftig möchte ich das Klimaticket auch öfter für kürzere Fahrten verwenden.“

Um Kundinnen und Kunden für das Klimaticket wirbt auch der Salzburger Verkehrsverbund intensiv. Wer sich ein Klimaticket Salzburg oder das Seniorenticket Klimaticket Salzburg Edelweiß kauft, bekommt ein Bonusheft mit Rabatten für Sport-, Kultur- und Tourismusangebote dazu. Die Palette reicht vom günstigen Ticket für ein Bundesliga-Match über Gastroangebote bis zum Rabatt beim Einkauf. „Das kommt sehr gut an, bei unseren Kundinnen und Kunden, aber auch bei den Firmen, die Rabatte anbieten“, sagt Johannes Gfrerer, Geschäftsführer des Salzburger Verkehrsverbunds.

Freitag ist Benzin-frei-Tag

Mit einem besonderen Angebot soll der Autoverkehr in Berggebieten reduziert werden. Mitglieder von Alpenverein und Naturfreunde machen die Anreise zur Bergtour gratis, wenn sie sich bei ihren Vereinen ein Leihticket holen. Zur Verfügung gestellt wurden den Vereinen vom Verkehrsverbund in einem Pilotprojekt je zehn der übertragbaren Salzburg Klimatickets Plus. Denn, so begründet Johannes Gfrerer: „Das größte Potenzial an Neukundinnen und Neukunden liegt in der Freizeitmobilität. Mit jedem Angebotsausbau steigen die Verkaufszahlen.“

Zwei wesentliche Barrieren gelte es für den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu beseitigen, sagt Gfrerer: „Hohe Preise und Informationsdefizite über das Angebot.“ So zählt das regionale Salzburger Klimaticket mit 365 Euro gemeinsam mit Wien und Vorarlberg zu den günstigsten im Bundesländervergleich und der Salzburger Verkehrsverbund wird nicht müde, sein Angebot durch werbewirksame Aktionen unter die Leute zu bringen. Aktuell, begrenzt mit Ende Juni 2022, können immer freitags alle öffentlichen Verkehrsmittel gratis benützt werden. „Benzin-frei-Tage“ nennt der Verkehrsverbund seinen Aufruf zum Energiesparen. Die Aktion kommt an. Johannes Gfrerer: „Wir haben durch die Benzin-frei-Tage seit April 13 Prozent mehr Fahrgäste am Freitag.“

Durch die Landschaft gleiten

Der Niederösterreicher Walter Schneck steigt ein- bis dreimal die Woche in den Zug. „Mich begeistert am Zugfahren, dass ich Zeit ganz für mich habe. Ich gleite durch die Landschaft, kann lesen, nachdenken, ausruhen“, schwärmt Walter Schneck von seiner neuen Mobilität. Von Melk aus geht es per Bahn und Bus zu Tagesausflügen nach
Wien oder Linz, aber auch ins Waldviertel. Das Elektro-Auto der Familie wird dank Klimaticket nur noch genutzt, wenn es schwere Lasten zu transportieren gilt. „Mein Mobilitätsverhalten hat sich durch das Klimaticket komplett verändert“, sagt Walter Schneck. „Und natürlich auch durch die Pensionierung.“ Fahrten auf Regionalbahnen seien manchmal zeitaufwändig, sagt Schneck „und was die Ausstattung der Züge betrifft, mitunter Erlebnisreisen in die Vergangenheit. Als Pensionist habe ich die Zeit dafür.“

Klimaticket als Schlüssel fürs Carsharing

Würde Walter Schneck mit seinem Klimaticket nach Vorarlberg fahren, könnte er zum Ticket noch Zusatzangebote nutzen. Beispielsweise Carsharing, sichere Fahrradboxen und vielleicht auch bald E-Scooter. Diese Angebote können beim Besitz eines regionalen oder österreichweiten Klimaticket ganz einfach über das Vmobil-Kundenportal auf das Klimaticket geladen und bei Bedarf zu reduzierten Tarifen genutzt werden, sagt Verena Seethaler-Steidl, Teamleiterin Smart Mobility beim Verkehrsverbund Vorarlberg. „Mit dem Ticket kann ganz einfach Auto oder Radbox geöffnet werden. Vmobil-Radboxen und Caruso Carsharing werden gerade landesweit ausgerollt. Unser Ziel ist nahtloser Öffentlicher Verkehr.“ Regionale Klimatickets sind in Vorarlberg gefragt. In fast jedem zweiten Haushalt wird eine Jahreskarte genutzt.

Für Nutzerinnen und Nutzer eines Klimaticket Österreich wurde eine Schnittstelle geschaffen. Sie können sich im Kundenportal vmobil.at/kundenportal mit Kartennummer und Geburtsdatum anmelden und die gewünschten Zusatzangebote hinzufügen.

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Kleinstädtisches Sharing-Angebot aus einer Hand

Die steirische Kleinstadt Weiz bietet mit WeizBike und E-Carsharing auf einer Plattform gebündelt zwei Sharing-Systeme an. Nutzerinnen und Nutzer können nach einmaliger Registrierung an 14 Standorten – davon einer in der Nachbargemeinde St. Ruprecht an der Raab – 60 Fahrräder und 80 E-Bikes ausleihen. Für Carsharing stehen drei E-Autos zur Verfügung.

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Bild eines Carsharing-Autos

Rufbussystem und Linienverkehr gemeinsam planen

Unter dem Namen VOR Flex Mostviertel West betreibt der Verkehrsverbund Ost-Region seit Juli 2023 in 13 Gemeinden im niederösterreichischen Bezirk Amstetten ein flexibles Mobilitätsangebot mit fünf batterie-elektrischen Kleinbussen. Fahrgäste können an 400 Sammelstellen ein- und aussteigen, auch an den Haltestellen der regionalen Linienbusse.

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Bild eines Rufbusses