VCÖ-Mobilitätspreis

Foto: Julius Blum GmbH

„Wir bei Blum fahren Bus & Rad“ - Der Beschlägehersteller Julius Blum setzt seit Oktober 2021 ein umfassendes Mobilitätskonzept um. Das Ziel: Die Mobilität der Beschäftigten auf Klimakurs bringen.

Arbeits- und Dienstwege sind werktags der häufigste Mobilitätsgrund. Unternehmen können mit betrieblichem Mobilitätsmanagement wirksame Anreize setzen, damit mehr Mitarbeitende klimaverträglich zur Arbeit kommen. Aber wie ist betriebliches Mobilitätsmanagement erfolgreich im Unternehmen zu implementieren? Und welche Maßnahmen sind wirksam?

Antworten auf diese Fragen gibt das Vorarlberger Unternehmen Blum mit seinen insgesamt fast 7.000 Beschäftigten an acht Standorten in Vorarlberg. „Wir bei Blum fahren Bus & Rad" ist das Motto des Mobilitätskonzepts, mit dessen Umsetzung im Oktober 2021 begonnen wurde. Blum hat damit den diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreis Österreich gewonnen hat. Bevor die Maßnahmen starteten, wurden drei wichtige Schritte für erfolgreiches Mobilitätsmanagement gesetzt. Erstens: Die Führungsebene des Unternehmens steht voll und ganz hinter dem Projekt. Zweitens: Es wurde ein Mobilitätsteam eingesetzt. Bei Blum besteht es aus fünf Personen, die von rund 20 weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie von den Fachleuten des Energieinstituts Vorarlbergs unterstützt werden. Und drittens wurde vor der Erstellung des Mobilitätskonzepts die Ist-Situation analysiert und mittels Fahrzeugzählung und Erreichbarkeitsanalyse umfassend erhoben, mit welchem Verkehrsmittel die Beschäftigten zur Arbeit kommen und welche Alternativen zum Auto jeweils vorhanden sind.

Auf Basis der Analysen wurde ein klares Ziel gesetzt: Der Anteil der Arbeitswege, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden, soll von 38 auf 60 Prozent erhöht werden. Und es wurde ein umfassendes Maßnahmenpaket geschnürt. Wer in Gehdistanz wohnt, bekommt keinen Pkw-Parkplatz. Beschäftigten wird ein JobRad angeboten, für das es einen Firmenzuschuss gibt, wenn das ganze Jahr kein Pkw-Parkplatz beansprucht wird. Seit dem Start des Projekts haben bereits 2.000 Beschäftigte dieses Angebot angenommen. Die Fahrradabstellplätze wurden entsprechend erweitert. JobRäder werden in Österreich von klimaaktiv mobil gefördert und sind sowohl für
das Unternehmen als auch für die Beschäftigten steuerbegünstigt.

Klimaticket statt Pkw-Parkplatz

Eine weitere Säule des Mobilitätsmanagements von Blum ist der Öffentliche Verkehr. Wer keinen Pkw- Parkplatz in Anspruch nimmt, bekommt das Klimaticket Vorarlberg als Öffi-Jobticket. Auch dieses ist steuerlich begünstigt. Bereits 420 Beschäftigte haben bisher dieses Angebot angenommen. Für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es zudem im ersten Monat eine Monatskarte für den Öffentlichen Verkehr gratis. Zusätzlich wurde das Belohnungssystem Ecopoints eingeführt. Wer umweltverträglich zur Arbeit kommt, erhält Ecopoints, die wiederum für Gutscheine eingelöst werden können. Bereits 4.000 Beschäftigte machen bei Ecopoints mit, im Mai kamen statt bisher 38 Prozent bereits 47 Prozent der Beschäftigten zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlich zur Arbeit. „Wir sehen bereits die Wirkungen des veränderten Mobilitätsverhaltens der Beschäftigten. Auf den Parkplätzen stehen weniger Pkw, es gibt spürbar weniger Staus im Umfeld der Standorte“, berichtet Katharina Schön, die Mobilitätsbeauftragte des Unternehmens. VCÖ-Geschäftsführerin Ulla Rasmussen hofft, dass möglichst viele Unternehmen dem Beispiel von Blum folgen, denn: „Unternehmen sind ein zentraler Akteur, um den Pendelverkehr auf Klimakurs zu bringen. Mobilitätsmanagement schafft eine Win-Win-Win Situation, es nützt den Beschäftigten, dem Unternehmen und der Gesellschaft insgesamt.“

Informationen zu allen beim VCÖ-Mobilitätspreis 2022 ausgezeichneten Projekten

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Pendeln und die Bahn: Eine Beziehung mit Potenzial für mehr

Auch im Jahr 2022 hat der VCÖ mit dem VCÖ-Bahntest die größte unabhängige Fahrgastbefragung in den Zügen Österreichs durchgeführt. Teilgenommen haben knapp 9.400 Fahrgäste, befragt wurde im Zeitraum Mai bis Juni 2022 in zehn verschiedenen Bahnunternehmen. Mit 22 Prozent die größte Gruppe der befragten Bahnfahrgäste war zur Arbeit oder von dort wieder nach Hause unterwegs. Anlässlich der gestiegenen Treibstoffpreise bieten die Ergebnisse des VCÖ-Bahntests die Gelegenheit, mehr über die Beziehung zwischen Pendlerinnen und Pendlern und der Bahn herauszufinden – und sich der Frage anzunähern: Geht da noch mehr?

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash

Bei VCÖ-Mobilitätspreis Wien zwei Schulprojekte und Mobilitätsmanagement des ORF ausgezeichnet

VCÖ (Wien, 7. September 2022) – Die Wiener Bevölkerung legt im Bundesländer-Vergleich die meisten Wege zu Fuß, mit Öffis und Fahrrad zurück. Damit sind die Wienerinnen und Wiener klimafreundlicher und kostengünstiger mobil. Ein Wiener Haushalt hat im Schnitt um über 2.000 Euro pro Jahr niedrigere Mobilitätsausgaben als der durchschnittliche Haushalt in den Bundesländern, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Der VCÖ-Mobilitätspreis stand heuer unter dem Motto „Verkehrswende umsetzen“. Stadträtin Ulli Sima, der VCÖ und die ÖBB haben heute die drei Projekte ausgezeichnet, die von der Fachjury am besten bewertet wurden.

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Foto: Sarah Duit