VCÖ-World-Café

Unternehmen als Akteure der Transformation

Um die notwendige Mobilitätswende zu schaffen, braucht es Unternehmen, die aktiv werden und auch über die Grenzen des eigenen Betriebs hinausdenken.

Die Notwendigkeit einer Transformation hin zu einem klimaverträglichen Verkehrssystem steht angesichts des fortschreitenden Klimawandels außer Frage. Beim VCÖ-World-Café „Die Rolle des Öffentlichen Verkehrs in der Mobilitätswende“ wurde unter anderem diskutiert, welchen Beitrag Unternehmen dabei leisten können.

Der verkehrsvermeidend per Video- Konferenz aus Berlin zugeschaltete Mobilitäts- und Zukunftsforscher Stephan Rammler betonte die Wichtigkeit der Bereitschaft von Unternehmen, sich auf Veränderungen einzulassen. Die digitale Transformation könne aktiv gesteuert und gestaltet werden, wenn früh genug reagiert wird. Dafür sind etwa traditionelle Organisationsprozesse zu überdenken und Kooperationen mit neuen Partnern einzugehen. Bei der Personenmobilität werden etwa traditionelle Verkehrsbetriebe mit kleineren, spezialisierten Unternehmen zusammenarbeiten müssen, um gemeinsam ein umfassendes Mobilitätsangebot vom klassischen Öffentlichen Verkehr über Mikro-ÖV- und Sharing-Angebote anbieten zu können.

Auch als Arbeitgeber können Unternehmen Impulse setzen, um die Mobilitätswende voranzutreiben. Im Rahmen von betrieblichem Mobilitätsmanagement können Unternehmen mit ganz unterschiedlichen Maßnahmen, wie Jobtickets, Anpassung der Arbeitszeiten an Fahrpläne, Anreiz- und Belohnungssysteme für klimaverträglich zurückgelegte Arbeitswege und betriebliches Parkraum-Management, Verantwortung für die Mobilität der Mitarbeitenden übernehmen.

Dass der Öffentliche Verkehr auch in Zukunft relevant für ein klimaverträgliches Mobilitätssystem bleiben wird, wurde auch in den Tischdiskussionen des VCÖ-World-Cafés deutlich. Die Herausforderung, dass der Öffentliche Verkehr im Zeitalter der Digitalisierung das Rückgrat eines klimaverträglichen Verkehrssystems bleibt, müsse sowohl von der Politik als auch von den Unternehmen angenommen werden. Die verstärkte Kooperation der einzelnen Akteure ist dabei unerlässlich. Vor allem bei der Gestaltung eines integrierten Gesamtsystems braucht es sowohl das aktive Bekenntnis der Politik zur Förderung des Öffentlichen Verkehrs als auch innovative Ansätze von Unternehmen.

Stephan Rammler
Mobilitäts- und Zukunftsforscher

"Unternehmen müssen sich mit der Transformation auseinandersetzen, um diese aktiv steuern und gestalten zu können."

Zurück zur Übersicht