Verkehr in Europa - Auf Schiene statt in die Luft?

Von Ulla Rasmussen VCÖ-Verkehrspolitik

Dass die Klimakrise das gewohnte komfortable Leben in Europa sehr real bedroht, ist mittlerweile voll im politischen Diskurs angekommen. Der Green Deal mit einer Reihe von Initiativen der Europäischen Kommission im Mobilitätsbereich ist das europäische Zeichen dafür. Die Schiene ist mittlerweile allseits als maßgebliche Lösung anerkannt, um die Herausforderung Klimakrise zu bekämpfen und gleichzeitig Mobilität und Warenverkehr in der EU zu sichern. Es werden Geldhähne geöffnet und in etlichen Ländern auf Nachtzüge gesetzt. Was allerdings viel zu wenig passiert – in der EU und auch in den einzelnen Mitgliedstaaten – ist das Schließen der Geldhähne für klimaschädliche Investitionen. Und es fehlt das Schaffen gleicher Wettbewerbsbedingungen bei der Besteuerung von Luft und Schiene. Kerosinsteuer, wo bleibst du? Es wird weiter davon ausgegangen, dass Flugverkehr in gleichem Ausmaß wie bislang möglich sein wird, sobald es klimaverträgliches Kerosin gibt. Dass allerdings dieselben erneuerbaren Energiemengen für Landverkehr, Schienenverkehr, Wärme und die Industrie beansprucht werden, darauf wird „vergessen“. Das Europäische Jahr der Schiene neigt sich dem Ende zu. Es gab Bestrebungen ein Europäisches Jahr des Flugverkehrs anzuschließen. Denn Fluglinien und Flughäfen hatten Covid-19 bedingt schwierige Zeiten. Doch wenn wir die Klimaziele einhalten wollen, dann kann es kein Zurück zu dem Wachstum in der Luft, sondern nur noch zu dem auf der Schiene geben.

Ihre Meinung dazu an ulla.rasmussen@vcoe.at

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VCÖ: Regionale Kreisläufe reduzieren den Verkehrsaufwand deutlich

VCÖ (Wien, 9. Jänner 2023) – Zum Jahresanfang 2023 sind die Spritpreise in Österreich niedriger als im EU-Schnitt. Ein Liter Diesel kostet in Österreich um fast acht Cent weniger als im EU-Schnitt und ist günstiger als in elf EU-Staaten, Eurosuper ist günstiger als in 17 EU-Staaten, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Um sowohl die CO2-Emissionen als auch die Kosten der Mobilität zu senken, braucht es verstärkte Maßnahmen, um den Spritverbrauch zu reduzieren, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ. Besonders wirksam ist neben niedrigeren Tempolimits eine verstärkte Verlagerung auf den Öffentlichen Verkehr sowie auf bewegungsaktive Mobilität.

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Foto: Sarah Duit

Supermarktkette setzt auf Schiene statt Stau

Mit dem Projekt „CityCargo Genf“ setzt der Lebensmittelhandelskonzern Coop in der Schweiz seit dem Jahr 2013 für die tägliche Belieferung der 45 Coop-Verkaufsstellen im Großraum Genf auf den kombinierten Verkehr von Schiene und Straße.

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Foto: coop-Filiale in einem Bahnhof der SBB