VCÖ: Große Bundesländer-Unterschiede beim Spritverbrauch - Vorarlbergs Autofahrer haben den niedrigsten Spritverbrauch

VCÖ-Tipps: Wie trotz steigender Spritpreise Haushalte ihre jährlichen Spritkosten reduzieren können

Fotocredit: Volker_Möhrke_CORBIS, Norbert_Novak

VCÖ (Wien, 20. Oktober 2021) – Beim jährlichen Spritverbrauch gibt es zwischen den Bundesländern erhebliche Unterschiede, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Am wenigsten Sprit benötigen Vorarlbergs Autofahrende mit zuletzt im Schnitt 702 Liter Diesel pro Jahr beziehungsweise 586 Liter Benzin. Der VCÖ betont, dass mit einem spritsparendem Mobilitätsverhalten einiges an Geld gespart werden kann.

Beim jährlichen Spritverbrauch der Autofahrenden gibt es mit Ausnahme der Bundeshauptstadt Wien ein Ost-West-Gefälle, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Der jährliche Verbrauch der Diesel-Pkw von Österreichs Haushalten lag zuletzt bei durchschnittlich 786 Liter. Vorarlberg, Salzburg, Tirol und Wien lagen unter dem Durchschnitt, macht der VCÖ aufmerksam.

Vorarlbergs Dieselfahrer tankten mit 702 Liter pro Jahr am wenigsten, vor Salzburg (746 Liter), Tirol (748 Liter) und erst an vierter Stelle folgt Wien mit 764 Liter. Die Diesel-Pkw werden in  diesen vier Bundesländer weniger gefahren, mehr Alltagswege werden mit anderen Verkehrsmitteln zurückgelegt, beispielsweise in Wien mit den Öffis. In Vorarlberg wird ein Diesel-Pkw um fast 1.100 Kilometer pro Jahr weniger gefahren als im Österreich-Schnitt.  „Der Spitzenplatz von Vorarlberg ist auch die Folge des hohen Anteils der zu Fuß und mit dem Fahrrad zurückgelegten Alltagswege. Wer sich mit Muskelkraft bewegt und Kalorien statt Erdöl verbrennt ist nicht nur gesünder und klimafreundlicher mobil, sondern reduziert auch deutlich die Spritkosten“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. In Vorarlberg ist der Anteil von Gehen und Radfahren an der Mobilität um über 40 Prozent höher als im Österreich-Schnitt.

Bei den Benzin-Pkw weist ebenfalls Vorarlberg mit 586 Liter den niedrigsten Jahresverbrauch pro Auto auf. Die Vorarlberger Benzin-Pkw sind pro Jahr und Auto um rund 550 Kilometer weniger unterwegs als im Österreich-Schnitt. An zweiter Stelle folgt Tirol (602 Liter) vor der Steiermark (603 Liter), Oberösterreich (617 Liter), Kärnten (618 Liter), Wien (620 Liter) und Burgenland (621 Liter). Der niedrige Wert in der Steiermark liegt daran, dass der Anteil der Zweitautos bei den Benzin-Pkw mit 42 Prozent über dem Österreich-Schnitt von 35 Prozent liegt. In Wien werden nur 18 Prozent der Benzin-Pkw als Zweitauto genutzt.

Der Weltmarkt treibt derzeit die Erdölpreise in die Höhe. Die Spritpreise liegen aber unter den Höchstwerten von vor neun Jahren, als im September 2012 ein Liter Diesel im Schnitt 1,466 Euro kostete und 1 Liter Eurosuper bei 1,547 Euro, erinnert der VCÖ. „Trotz steigender Spritpreise können Haushalte ihre jährlichen Spritkosten reduzieren“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest. Fährt ein durchschnittlicher Diesel-Pkw-Fahrer um 1.000 Kilometer pro Jahr weniger, reduziert sich der jährliche Spritverbrauch um 65 Liter, was bei aktuellen Spritpreisen eine Ersparnis von rund 90 Euro bringt. Zudem werden dadurch 170 Kilogramm CO2 vermieden, macht der VCÖ auf den Klimaschutzbeitrag aufmerksam. Einem durchschnittlichen Benzin-Pkw Fahrer bringen 1.000 Kilometer weniger Autofahren eine Ersparnis fast 100 Euro.

Ein großes Spar-Potenzial liegt in Österreich bei Kurzstrecken, auf denen der Spritverbrauch pro Kilometer sehr hoch ist. Rund jede zehnte Autofahrt ist in Gehdistanz. Viele Autofahrten sind in Radfahrdistanz: Vier von zehn sind kürzer als fünf Kilometer, sechs von zehn kürzer als zehn Kilometer. Auch der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel spart viel Geld. Schon jetzt gibt es in Wien, Salzburg, Tirol und Vorarlberg günstige Jahresnetzkarten. Ab 26. Oktober folgen Niederösterreich, Oberösterreich und Burgenland mit günstigen regionalen und landesweiten Jahresnetzkarten und es startet das österreichweite Klimaticket.

Last but not least können mit Fahrgemeinschaften und dem Fahrstil die Spritkosten stark reduziert werden. Der Bleifuß treibt den Verbrauch in die Höhe, während das Motto „gleiten statt rasen“ zu deutlich weniger Spritverbrauch führt. Vorausschauendes Fahren ermöglicht es, häufiger die Motorbremse zu nutzen. Wer den Verbrauch dank spritsparendem Fahrstil von derzeit durchschnittlich 6,5 Liter auf 5,5 Liter Diesel pro 100 Kilometer reduziert, erspart sich pro 10.000 Kilometer 100 Liter Sprit und damit mehr als 130 Euro.

„Die Preisentwicklung bei Erdöl ist seit Jahren wie eine Achterbahn, mit Folgen für Haushalte und Wirtschaft. Auch deshalb ist es wichtig, die Abhängigkeit des Verkehrs von Erdöl schneller zu beenden und den Ausstieg aus Benzin und Diesel zu beschleunigen“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger abschließend fest.

 

 

VCÖ: Vorarlbergs Autofahrer haben den niedrigsten jährlichen Spritverbrauch

Durchschnittlicher Jahresverbrauch bei Diesel-Pkw der privaten Haushalte

Vorarlberg: 702 Liter

Salzburg: 746 Liter

Tirol: 748 Liter

Wien: 764 Liter

Steiermark: 784 Liter

Oberösterreich: 794 Liter

Kärnten: 808 Liter

Niederösterreich: 817 Liter

Burgenland: 824 Liter

 

Österreich-Schnitt: 786 Liter

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2021

 

Durchschnittlicher Jahresverbrauch bei Benzin-Pkw der privaten Haushalte

Vorarlberg: 586 Liter

Tirol: 602 Liter

Steiermark: 604 Liter

Oberösterreich: 617 Liter

Kärnten: 618 Liter

Wien: 620 Liter

Burgenland: 621 Liter

Niederösterreich: 657 Liter

Salzburg: 662 Liter

 

Österreich-Schnitt: 625 Liter

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2021

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