VCÖ: Kinder und ältere Menschen sind Spitzenreiter beim zu Fuß gehen

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VCÖ (Wien, 15. Februar 2024) – Gehen ist die gesündeste, umweltfreundlichste und kostengünstigste Form der Mobilität, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ. Im Land Salzburg wird jeder 5. Alltagsweg zu Fuß zurückgelegt. Am höchsten ist der Anteil der zu Fuß gegangenen Wege bei Kindern sowie Seniorinnen und Senioren, macht der VCÖ aufmerksam. Regional betrachtet wird in der Landeshauptstadt Salzburg mehr gegangen als in den Bezirken, wo wiederum Pongau der Spitzenreiter ist. Gemeinden und Städte können durch ihre Verkehrs- und Ortsplanung es der Bevölkerung erleichtern, Alltagswege zu Fuß zurückzulegen, stellt der VCÖ fest.

„Bei keinen anderen Altersgruppen ist der Anteil der zu Fuß zurückgelegten Alltagswege so hoch, wie bei Kindern und älteren Menschen“, macht VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky aufmerksam. Die Gruppe der 6- bis 14-Jährigen legt 34 Prozent ihrer Alltagswege per Pedes zurück, höher ist der Anteil nur bei der Generation 85 Plus mit 39 Prozent. Und auch bei den 65- bis 84-Jährigen ist der Anteil des Gehens an der Mobilität mit rund 27 Prozent deutlich höher als im Durchschnitt.

Der Unterschied zwischen den Altersgruppen ist größer als der regionale Unterschied, so ein weiteres Ergebnis der VCÖ-Analyse auf Basis der Mobilitätserhebung des Landes Salzburg. Die Stadt Salzburg weist mit 23 Prozent den höchsten Anteil der zu Fuß zurückgelegten Wege auf, vor dem Pongau mit rund 19 Prozent, dem Pinzgau mit rund 18 Prozent sowie dem Tennengau und Lungau mit rund 17 Prozent. Am niedrigsten ist der Anteil des Gehens an der Mobilität im Flachgau mit 15 Prozent.  

Wer viele Alltagswege zu Fuß erledigen kann, kommt auf eine regelmäßige Portion gesunde Bewegung. Gehen ist nicht nur gesund, sondern auch sehr umweltfreundlich, kostengünstig und sozial. Fußgängerinnen und Fußgänger treffen einander auf der Straße, reden miteinander, was wiederum die Gemeinschaft in der Nachbarschaft und im Ort stärkt.

Im Landesschnitt ist ein zu Fuß zurückgelegter Weg 1,8 Kilometer lang. Das Potenzial, dass mehr Alltagswege zu Fuß gegangen werden, ist in Salzburg groß. Rund jede zwölfte Autofahrt ist in Gehdistanz. „Mit einer fußgängerfreundlichen Verkehrsplanung können Gemeinden und Städte es der Bevölkerung wesentlich erleichtern, Alltagswege zu Fuß gehen. Konkret heißt das unter anderem, ausreichend breite Gehsteige, sichere und übersichtliche Straßenübergänge, Verkehrsberuhigung und mehr  Tempo 30 statt 50“, nennt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky einige zentrale Maßnahmen. Wichtige Einrichtungen, wie beispielsweise Schulen, Kindergärten, Ärzte, Supermärkte, Bushaltestellen, Bahnhöfe oder Freizeiteinrichtungen sollten immer über einen sicheren Gehweg erreichbar sein.

Einen großen Einfluss, wie viele Alltagswege zu Fuß zurückgelegt werden, hat auch die Wohnbaupolitik und Siedlungsentwicklung. „Werden Ortskerne und Nahversorgung gestärkt und entsteht Wohnraum im Ort, dann geht die Bevölkerung mehr zu Fuß. Zersiedelung und Supermärkte auf der grünen Wiese führen hingegen zu mehr Autoverkehr“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky.

Der VCÖ erhebt derzeit, wie fußgängerfreundlich Gemeinden und Städte von der Bevölkerung erlebt und welche Verbesserungen im Wohnort gewünscht werden. An der Umfrage kann auch online unter www.vcoe.at/gehen bis zum 29. Februar teilgenommen werden.

Umfrage Wie fußgängerfreundlich ist Ihr Wohnort? www.vcoe.at/gehen

VCÖ: In der Landeshauptstadt und im Pongau ist Anteil des Gehens an der Mobilität am höchsten
(Anteil der zu Fuß zurückgelegten Alltagswege an der Mobilität)

Stadt Salzburg: 23 Prozent
Bezirk St. Johann im Pongau: 19 Prozent
Bezirk Zell am See: 18 Prozent
Bezirk Hallein: 17 Prozent
Bezirk Tamsweg: 17 Prozent
Bezirk Salzburg-Umgebung: 15 Prozent
Bundesland Salzburg: 19. Prozent

Quelle: Land Salzburg, VCÖ 2024

VCÖ: Kinder und ältere Menschen haben höchsten Anteil zu Fuß zurückgelegter Alltagswege
(Anteil der zu Fuß zurückgelegten Alltagswege an der Mobilität)

Generation 85 plus: 39 Prozent
6 bis 14 Jahre: 34 Prozent
65 bis 84 Jahre: 27 Prozent
25 bis 34 Jahre: 16 Prozent
35 bis 54 Jahre: 14 Prozent
15 bis 24 Jahre: 13 Prozent

Quelle: Land Salzburg, VCÖ 2024

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