VCÖ: Radverkehr in Wien ist heuer im 1. Halbjahr auf neuen Rekordwert gestiegen

VCÖ: Im Vergleich zu vor Covid19-Pandemie hat Radverkehr um 20 Prozent zugenommen

VCÖ (Wien, 16. Juli 2022) – In Wien wird immer mehr mit dem Fahrrad gefahren, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Bei 13 Radverkehrszählstellen, die es auch bereits in den vergangenen vier Jahren gab, waren im ersten Halbjahr in Summe 4,48 Millionen Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs, um 90.000 mehr als im 1. Halbjahr 2021 und sogar um 750.000 mehr als vor der Covid19-Pandemie im 1. Halbjahr 2019. Der VCÖ fordert mehr Platz für die Wienerinnen und Wiener zum Radfahren. Da im Sommer der Radverkehr in Wien steigt und der Autoverkehr sinkt, können mit temporären Radweg-Verbreiterungen Engstellen rasch beseitigt werden.

Die Wienerinnen und Wiener treten immer fleißiger in Pedale, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der automatischen Radverkehrszählstellen zeigt. Im 1. Halbjahr 2019 waren bei den damals 13 Zählstellen in Summe 3,73 Millionen Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs. Im 1. Halbjahr 2020, das von den Maßnahmen gegen die Covid19-Pandemie geprägt war, nahm die Anzahl der Radfahrenden um 400.000 auf 4,13 Millionen zu. Im 1. Halbjahr 2021 wurde mit 4,39 Millionen erneut ein neuer Rekordwert erreicht, der heuer nochmals um 90.000 übertroffen wurde, informiert die Mobilitätsorganisation „VCÖ – Mobilität mit Zukunft“.

„In der Öffi-Stadt Wien wird auch immer mehr Rad gefahren und das ist gut so. Denn das Fahrrad ist ein kostengünstiges, klimafreundliches und platzsparendes Verkehrsmittel. Wenn wir regelmäßig Alltagswege mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zurücklegen sparen wir nicht nur viel Geld und vermeiden klimaschädliches CO2, sondern kommen so auch auf eine regelmäßige Portion gesunde Bewegung“, weist VCÖ-Experte Michael Schwendinger auf den mehrfachen Nutzen des Radverkehrs hin.

Die meisten Radfahrerinnen und Radfahrer wurden heuer am Praterstern gezählt, nämlich rund 623.300, um 12.100 mehr als im 1. Halbjahr 2021 und sogar um rund 152.000 mehr als im 1. Halbjahr 2019, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Dahinter folgen vier weitere Zählstellen, wo heuer in den ersten sechs Monaten mehr als 500.000 Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs waren: Die Lassallestraße (526.200), die Operngasse (522.500), der  innere Opernring (520.800) und die Argentinierstraße (517.000), die mit einem Plus von rund 90.000 heuer die stärkste Zunahme aufweist.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass im Sommer nochmals mehr Rad gefahren wird, gleichzeitig nimmt der Autoverkehr ab, weil viele auf Urlaub sind. Der VCÖ spricht sich daher dafür aus, dort wo es auf den Radwegen derzeit eng ist, temporär die Radwege zu erweitern, indem die Kfz-Fahrbahnen verschmälert werden. „Gerade jetzt im Sommer sind auch viele Familien mit Kindern unterwegs. Für sie ist es besonders wichtig, dass Radwege ausreichend breit sind, um beispielsweise Freibäder oder andere Freizeiteinrichtungen sicher mit dem Fahrrad erreichen zu können“, betont VCÖ-Experte Schwendinger.

Immer wieder wird der Bewegungsmangel von Kindern und Jugendlichen beklagt. Eine sichere Rad-Infrastruktur kann einen wichtigen Beitrag leisten, dass Kinder und Jugendliche auf eine tägliche Portion gesunde Bewegung kommen, betont der VCÖ.

Darüber hinaus braucht es neben temporären Lösungen auch permanente Verbesserungen der Rad-Infrastruktur. Der VCÖ weist darauf hin, dass durch die flächendeckende Parkraumbewirtschaftung in etlichen Straßen Wiens viel Platz frei geworden ist. Die Bezirke sind gefordert, diese nun freien Flächen rasch für breitere Gehwege, bessere Radverbindungen und im Kampf gegen die Hitze auch für mehr Begrünung entlang der Straßen zu nutzen.

VCÖ: Im 1. Halbjahr neuer Radfahrrekord in Wien (Anzahl Radfahrerinnen und Radfahrer an 13 Radverkehrszählstellen in Wien)

1. Halbjahr 2022: 4,48 Millionen

1. Halbjahr 2021: 4,39 Millionen

1. Halbjahr 2020: 4,13 Millionen

1. Halbjahr 2019: 3,73 Millionen

Quelle: NAST, VCÖ 2022

 

VCÖ: Praterstern ist Spitzenreiter bei den Zählstellen (Radfahrerinnen und Radfahrer bei der jeweiligen Zählstelle 1. Halbjahr 2022 (Änderung zu 1. Halbjahr 2021))

Praterstern: 623.300 (plus 12.100)

Lassallestraße: 526.200 (minus 20.500)

Operngasse: 522.500 (minus 15.800)

Opernring-Innen: 520.800 (plus 33.200)

Argentinierstraße: 517.000 (plus 90.000)

Opernring- Außen: 341.700 (plus 44.000)

Neubaugürtel: 335.800 (plus 8.400)

Donaukanal: 272.500 ( minus 30.100)

Pfeilgasse: 262.100 (plus 28.200)

Wienzeile: 245.100 (minus 3.700 )

Langobardenstraße: 128.300 (plus 9.300)

Liesingbach: 90.900 (minus 4.000)

Margaritensteg: 90.400 (minus 61.500 - Rückgang wegen U-Bahnbaustelle Pilgramgasse )

Quelle: NAST, VCÖ 2022

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VCÖ (Wien, 13. Februar 2024) – Morgen beginnt die Fastenzeit. Ein breites Bündnis religiöser Gemeinschaften und der VCÖ rufen zum Autofasten auf. Die Mobilitätsorganisation VCÖ weist darauf hin, dass in Oberösterreich rund jede 12. Autofahrt in fußläufiger Distanz ist, viele Autofahrten sind in Radfahrdistanz. Wer möglichst viele Alltagswege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegt, spart zum einen einiges an Geld und kommt zum anderen auf eine regelmäßige Portion gesunde Bewegung. Der VCÖ empfiehlt die Fastenzeit zu nutzen, um bewusster mobil zu sein und möglichst oft zu Fuß, mit Fahrrad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln mobil zu sein.

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Foto: Sarah Duit