VCÖ: Regionalbusse haben größten Anteil an Österreichs Öffi-Angebot

VCÖ: Mehr Busverbindungen, auch Schnellbusse, für Regionen und Ballungsräume

VCÖ (Wien, 15. November 2023) – Die Regionalbusse erbringen in Österreich 44 Prozent der Angebotskilometer im Nah- und Regionalverkehr. Damit haben sie den höchsten Anteil am Öffi-Angebot, wie eine aktuelle VCÖ-Studie zeigt. Im Bundesländer-Vergleich ist der Bus-Anteil am Öffentlichen Verkehr in Tirol mit 73 Prozent am höchsten, knapp vor Vorarlberg und dem Burgenland. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert mehr Busverbindungen für die Regionen sowie mehr Schnellbusse als Direktverbindung in die Ballungsräume.  


„Busse spielen für den Öffentlichen Verkehr in den Regionen eine zentrale Rolle“, fasst VCÖ-Expertin Lina Mosshammer das Ergebnis einer aktuellen VCÖ-Studie zusammen. Insgesamt umfasste der öffentliche Nahverkehr in Österreich im Vorjahr 516 Millionen Angebotskilometer, mit 225 Millionen Angebotskilometern entfiel der größte Anteil auf Regionalbusse. An zweiter Stelle folgt die Eisenbahn mit fast 98 Millionen Kilometer knapp vor den Stadtbussen mit rund 92 Millionen Angebotskilometern. Straßenbahnen und Regiotrams kommen auf 32 Millionen Kilometer, Wiens U-Bahnen auf rund 69 Millionen Kilometer.

Österreichweit beträgt der Anteil der Regionalbusse am Angebot im Nah- und Regionalverkehr 44 Prozent, außerhalb Wiens sogar 60 Prozent. Im Bundesländer-Vergleich ist der Regionalbus-Anteil am Öffi-Angebot in Tirol mit 73 Prozent am höchsten, vor Vorarlberg mit 72 Prozent und dem Burgenland mit 70 Prozent, informiert der VCÖ.

Wichtig ist, dass die Regionalbusse nicht nur zu den klassischen Pendelzeiten häufig fahren, sondern auch tagsüber sowie zu den Randzeiten und am Wochenende. „Angesichts flexiblerer Arbeitszeiten und mehr Teilzeit braucht es regelmäßige Verbindungen. Die Fahrgäste müssen sich darauf verlassen können, dass sie auch dann, wenn sie beispielsweise länger arbeiten müssen, auch ohne lange Wartezeiten gut nach Hause kommen“, betont VCÖ-Expertin Lina Mosshammer. Wesentlich ist auch eine gute Abstimmung zwischen Bus und Bahn. Der VCÖ fordert, dass eine Anschlusssicherung (Bus wartet auf Bahn bzw. umgekehrt) bei den Regionalverbindungen flächendeckend umgesetzt wird.

Neben den Angeboten in den Regionen sind auch Schnellbusse als Zubringer von Regionen in wirtschaftliche Zentren wichtig. Beispiele dafür sind die Wieselbusse in Niederösterreich und die Schnellbuslinien im Burgenland, etwa von Güssing und Oberwart nach Graz beziehungsweise nach Wien. Der VCÖ sieht vor allem auch in Österreichs Ballungsräumen noch großes Potenzial für Schnellbusverbindungen. In Nordirland, Belgien und Frankreich gibt es für die Schnellbusverbindungen auch eigene Busspuren auf Autobahnen. „Fahrgäste leisten einen großen Beitrag zur Reduktion von Staus und sollen daher nicht im Stau stehen. Das gilt für den Stadtverkehr und auch für die Verbindungen vom Umland in die Städte“, betont VCÖ-Expertin Mosshammer. Auf der Mühlkreisautobahn A7 dürfen seit August Linienbusse bei Stau den Pannenstreifen nutzen, ebenso seit Beginn der Tunnel-Sanierungen im September auf der Tauernautobahn A10.

Auch auf Freilandstraßen kann es Busspuren geben. Seit dem Jahr 2018 gibt es in Salzburg bei Elixhausen eine 900 Meter lange Busspur, die die Fahrzeit der Busse zu Stoßzeiten im Vergleich zu früher um bis zu zehn Minuten verkürzte, informiert der VCÖ. Seither gibt es kaum Verspätungen, die Zahl der Fahrgäste ist hier deutlich gestiegen.

„Damit das vorhandene Angebot stärker genutzt wird, ist Mobilitätsmanagement eine sehr wirksame Maßnahme. Einerseits von Unternehmen für Pendlerinnen und Pendler, andererseits von Tourismusregionen und Ausflugszielen für ihre Gäste. Der Vorteil: Weniger Verkehrsbelastung für die Anrainerinnen und Anrainer sowie in den Gemeinden und Städten“, sieht VCÖ-Expertin Lina Mosshammer noch großes Verlagerungspotenzial vom Pkw auf den Öffentlichen Verkehr.

VCÖ-Publikation: Bessere Mobilität für die Regionen, Wien 2023 https://vcoe.at/themen/bessere-mobilitaet-fuer-die-regionen

VCÖ: Regionalbusse haben größten Anteil an Österreichs Öffi-Angebot im Nah- und Regionalverkehr
(Angebotskilometer, in Klammer Anteil am Angebot)

Regionalbus: 225,4 Millionen Angebotskilometer (44%)
Eisenbahn Nahverkehr: 97,5 Mio. Angebotskilometer (19%)
Stadtbus: 92,2 Mio. Angebotskilometer (18%)
U-Bahn: 68,7 Mio. Angebotskilometer (13%)
Straßenbahn / RegioTram: 32,5 Mio. Angebotskilometer (6%)

Quelle: Mobilitätsverbünde Österreich, VCÖ 2023

VCÖ: In Tirol ist der Anteil der Regionalbusse am Öffi-Angebot am höchsten
(Anteil Regionalbusse an Angebote des Öffentlichen Nah- und Regionalverkehrs (exkl. Nachfrageorientiertem Mikro-ÖV) , im Jahr 2022)

Tirol: 73 Prozent
Vorarlberg: 72 Prozent
Burgenland: 70 Prozent
Kärnten: 60 Prozent
Niederösterreich: 59 Prozent
Oberösterreich: 58 Prozent
Salzburg: 49 Prozent
Steiermark: 45 Prozent
Wien: 2 Prozent

Quelle: Mobilitätsverbünde Österreich, VCÖ 2023

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