VCÖ: Spritpreise im Europa-Vergleich - Spritsparen zahlt sich heuer bei Urlaubsreise besonders aus

VCÖ-Spritspartipps: Langsamer und vorausschauend fahren, Klimaanlage nicht zu kalt einstellen, Autofahrten am Urlaubsort vermeiden

VCÖ (Wien, 24. Juni 2022) – In 16 EU-Staaten sowie in der Schweiz kostet eine 50 Liter-Tank-Füllung Diesel mehr als 100 Euro, bei Eurosuper sind es 15 EU-Staaten, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Am höchsten sind die Spritpreise in Finnland, Dänemark, Griechenland, Schweden und der Schweiz. Günstiger als in Österreich ist das Tanken vor allem in Osteuropa und auch in Kroatien. Wer spritsparend fährt, kann mit einer Tankfüllung rund 15 bis 20 Prozent weiter kommen. Die VCÖ-Tipps: Langsamer und vorausschauend fahren, rasch in den nächsthöheren Gang schalten, Klimaanlage nicht zu kalt einstellen. Und am Urlaubsort Autofahrten möglichst vermeiden.

„Wer die Urlaubsreise nicht mit Bahn, Bus oder Fahrrad macht, kann mit spritsparendem Fahrstil einiges an Geld sparen, auch dort wo Spritpreise niedriger sind als in Österreich“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Im beliebtesten Reiseziel der Österreicherinnen und Österreicher, in Italien, sind für 50 Liter Eurosuper gerade mal 1 Euro weniger zu bezahlen als in Österreich, 50 Liter Diesel sind im Schnitt um drei Euro günstiger. In Kroatien sind es mit fast 92 Euro pro 50 Liter Diesel oder Benzin um rund zehn Euro weniger.

Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass in vielen EU-Staaten ein Liter Diesel oder Eurosuper mehr als zwei Euro kosten. Bei Eurosuper sind es neben unserem Nachbarland Schweiz 15 EU-Staaten. Nach Finnland und Dänemark befindet sich mit Griechenland auch ein beliebtes Sommerreiseziel unter den drei Staaten mit dem höchsten Preis. Für 50 Liter Eurosuper sind in Griechenland rund 121 Euro zu zahlen und damit um fast 17 Euro mehr als in Österreich, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ.

Diesel kostet in Schweden am meisten, vor Finnland und der Schweiz. Auch Diesel ist in Griechenland teurer als in Österreich, von anderen beliebten Reisezielen ist der Dieselpreis auch in den Niederlanden, Frankreich, Spanien und Portugal höher als in Österreich. Günstiger tankt man vor allem in Osteuropa, wobei in Ungarn der Dieselpreis für Touristinnen und Touristen laut der Plattform „fuelo“ etwa auf österreichischem Niveau ist.

Der VCÖ weist darauf hin, dass man mit spritsparendem Fahrstil mit einer Tankfüllung deutlich weiter kommt. Einen großen Einfluss auf den Spritverbrauch hat das Tempo. Wer auf der Autobahn 110 statt 130 km/h fährt, senkt den Verbrauch im Schnitt um 17 Prozent, bei Tempo 100 statt 130 sogar um 23 Prozent. „Das bedeutet, dass ein Pkw, der bei 130 km/h sieben Liter pro 100 Kilometer braucht, bei 100 km/h nur mehr 5,4 Liter verbrennt. Mit einer 50 Liter Tankfüllung kommt man dann mit 920 Kilometer um rund 210 Kilometer weiter“, erklärt VCÖ-Experte Schwendinger.

Neben dem Motto „Gleiten statt rasen“ ist vorausschauendes Fahren sehr wirksam. Damit kann beispielsweise wenn die Ampel rot ist, der Fuß früher vom Gaspedal genommen werden. Niedrigtourig verbraucht ein Auto ebenfalls weniger Sprit, deshalb rasch in den nächsthöheren Gang schalten. Wer versucht, mit weniger Gepäck zu reisen, kann sich eine Dachbox sparen, die aufgrund des Luftwiderstands ebenfalls den Verbrauch erhöht. Ein regelrechter Spritfresser kann die Klimaanlage sein. Wer sie zu kalt einstellt und zu stark laufen lässt, treibt den Spritverbrauch in die Höhe.

Neben dem spritsparenden Fahrstil ist auch das Mobilitätsverhalten am Urlaubsort eine Möglichkeit, Spritkosten zu reduzieren. Kurze Strecken möglichst zu Fuß gehen. Manche Unterkünfte bieten kostenlos Fahrräder zum Ausleihen an. In manchen Regionen kann der Öffentliche Verkehr mit Tourismuskarten kostenlos oder ermäßigt benützt werden.

Spritsparen schont zudem das Klima und reduziert den CO2-Ausstoß. „Das Verbrennen von einem Liter Benzin verursacht 2,3 Kilogramm CO2, von einem Liter Diesel sogar 2,6 Kilogramm CO2. Wer um 20 Liter weniger Sprit verbraucht, vermeidet so viel CO2 wie zwei vollbepackte Reisekoffer wiegen“, verdeutlicht VCÖ-Experte Schwendinger.

VCÖ: In 15 EU-Staaten kosten 50 Liter Eurosuper mehr als 100 Euro (Preis für 50 Liter Tankfüllung - in Klammer Differenz zu Österreich)

Finnland: 127,25 Euro (+22,80 Euro)

Dänemark: 121,80 Euro (+17,35 Euro)

Griechenland: 121,20 Euro (+16,75 Euro)

Niederlande: 117,80 Euro (+13,35 Euro)

Schweiz: 114,50 Euro (+10,05 Euro)

Estland: 108,45 Euro (+4,00 Euro)

Irland: 108,45 Euro (+4,00 Euro)

Schweden: 108,05 Euro (+ 3,60 Euro)

Spanien: 107,10 Euro (+ 2,65 Euro)

Frankreich: 106,45 Euro (+ 2,00 Euro)

Portugal: 106,05 Euro (+1,60 Euro)

Belgien: 105,55 Euro (+ 1,10 Euro)

Lettland: 105,20 Euro (+ 0,75 Euro)

ÖSTERREICH: 104,45 Euro

Litauen: 103,30 Euro (- 1,15 Euro)

Italien: 103,20 Euro (- 1,25 Euro)

Deutschland: 98,70 Euro (- 5,75 Euro)

Luxemburg: 97,15 Euro (- 7,30 Euro)

Tschechien: 96,70 Euro (- 7,75 Euro)

Ungarn: 96,50 Euro (-7,95 Euro – laut Plattform fuelo)

Slowakei: 95,65 Euro (- 8,80 Euro)

Kroatien: 91,55 Euro (- 12,90 Euro)

Zypern: 90,05 Euro (- 14,40 Euro)

Rumänien: 86,60 Euro (- 17,85 Euro)

Polen: 85,15 Euro (- 19,30 Euro)

Bulgarien: 84,55 Euro (- 19,90 Euro)

Slowenien: 78,00 Euro (- 26,45 Euro)

Malta: 67,00 Euro (- 37,45 Euro)

Quelle: EU-Kommission, VCÖ 2022

 

VCÖ: In 16 EU-Staaten kosten 50 Liter Diesel mehr als 100 Euro  (Preis für Tankfüllung 50 Liter Diesel – in Klammer Differenz zu Österreich)

Schweden: 126,40 Euro (+ 22,95 Euro)

Finnland: 122,55 Euro (+ 19,10 Euro)

Schweiz: 119,00 Euro (+ 15,55 Euro)

Dänemark: 115,55 Euro (+ 12,10 Euro)

Niederlande: 109,35 Euro (+ 5,90 Euro)

Belgien: 108,65 Euro (+ 5,20 Euro)

Frankreich: 106,75 Euro (+ 3,30 Euro)

Griechenland: 105,65 Euro (+ 2,20 Euro)

Irland: 105,45 Euro (+ 2,00 Euro)

Portugal: 104,00 Euro (+ 0,55 Euro)

Spanien: 103,85 Euro (+ 0,40 Euro)

Lettland: 103,60 Euro (+ 0,15 Euro)

ÖSTERREICH: 103,45 Euro

Deutschland: 103,05 Euro (- 0,40 Euro)

Ungarn: 102,00 Euro (minus 1,45 Euro – laut fuelo)

Litauen: 100,45 Euro (- 3,00 Euro)

Italien: 100,30 Euro (- 3,15 Euro)

Luxemburg: 99,80 Euro (- 3,65 Euro)

Estland: 97,45 Euro (- 6,00 Euro)

Tschechien: 96,75 Euro (- 6,75 Euro)

Zypern: 94,00 Euro (- 9,50 Euro)

Slowakei: 93,20 Euro (- 10,25 Euro)

Rumänien: 91,85 Euro (- 11,60 Euro)

Kroatien: 91,85 Euro (- 11,60 Euro)

Bulgarien: 87,05 Euro (- 16,40 Euro)

Polen: 84,60 Euro (- 18,85 Euro)

Slowenien: 83,40 Euro (- 20,05 Euro)

Malta: 60,50 Euro (- 42,95 Euro)

Quelle: EU-Kommission, VCÖ 2022

Zurück zur Übersicht

VCÖ zu Treibhausgasbilanz: Verkehr ist einziger Sektor mit höheren Emissionen als im Jahr 1990

VCÖ (Wien, 16. Jänner 2024) – Die CO2-Emissionen des Verkehrs waren laut heute veröffentlichter Daten des Umweltbundesamts im Jahr 2022 mit 20,6 Millionen Tonnen um eine Million Tonnen niedriger als im Jahr 2021. Aber der Verkehr ist der einzige Sektor, der mehr Treibhausgase verursachte als im Jahr 1990, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Der VCÖ weist darauf hin, dass mehr Klimaschutz den Spritverbrauch und damit auch die Spritkosten deutlich reduziert.

Mehr dazu
Foto: Sarah Duit

VCÖ: Klimaschädliche Emissionen des Flugverkehrs in Österreich sind im 1. Halbjahr um mehr als ein Drittel gestiegen!

VCÖ (Wien, 15. Oktober 2023) – Der Flugverkehr hat heuer in Österreich massiv zugenommen und das macht sich auch in der CO2-Bilanz bemerkbar. Die klimaschädlichen Emissionen des Flugverkehrs sind im 1. Halbjahr um 39 Prozent auf 1,25 Millionen Tonnen gestiegen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Damit waren die Emissionen im 1. Halbjahr so hoch wie im gesamten Jahr 2021. Trotz der Klimaschädlichkeit ist der Flugtreibstoff Kerosin nach wie vor von der Mineralölsteuer befreit. Im 1. Halbjahr wurde dadurch allein in Österreich der Flugverkehr mit 239 Millionen Euro gefördert. Die Kerosinsteuer ist endlich auf EU-Ebene einzuführen, die Einnahmen für den verstärkten Ausbau internationalen Bahnverbindungen in Europa zu verwenden, fordert die Mobilitätsorganisation VCÖ.

Mehr dazu