VCÖ: Spritpreise seit Höchststand im Vorjahr um über 50 Cent pro Liter gesunken

VCÖ: Spritsparendes Mobilitätsverhalten spart weiterhin sehr viel Geld

Grafik: Zapfhahn auf weißen Hintergrund, aus welchem ein Tropfen Treibstoff tropft

VCÖ (Wien, 26. Mai 2023) – Die Spritpreise haben als Grund für die Teuerung ausgedient, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Im Vergleich zum Mai des Vorjahres ist der Preis für Diesel im heurigen Mai um fast 19 Prozent niedriger, für Eurosuper um rund 12 Prozent. Gegenüber den Höchstpreisen im Juli des Vorjahres ist ein Liter Diesel heute um 60 Cent billiger, Eurosuper um 55 Cent. Die Mobilitätsorganisation VCÖ betont, dass man sich mit einem spritsparendem Mobilitätsverhalten aber weiterhin viel Geld sparen kann.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Spritpreise heuer deutlich niedriger. Ein Liter Eurosuper kostet in Österreich derzeit im Schnitt rund 1,55 Euro, ein Liter Diesel rund 1,49 Euro. Im Mai des Vorjahres war für einen Liter Eurosuper noch um rund 23 Cent mehr zu bezahlen, für einen Liter Diesel sogar um rund 36 Cent mehr, informiert der VCÖ.

Nachdem Diesel im Vorjahr seit dem Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine teurer als Eurosuper war, ist Diesel heuer seit Mitte April günstiger als Eurosuper, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Entsprechend ist der Dieselpreis auch im Vergleich zu den Höchstpreisen im Juli 2022 stärker gesunken als der Preis für Eurosuper: Diesel ist heute um 60 Cent billiger, Eurosuper um 55 Cent.

„Auch wenn die Spritpreise in den vergangenen Wochen gesunken sind, es zahlt sich nach wie vor sehr aus, spritsparend zu fahren, Fahrgemeinschaften zu bilden, kürzere Strecke zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen sowie dort, wo es möglich ist, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest. Gerade mit den Bundesland-Klimatickets sind die Öffis im Vergleich zum Auto sehr günstig, insbesondere für Pendlerinnen und Pendler, selbst im Bundesland mit dem höchsten Preis für das Landes-Klimaticket.

Das Klimaticket Oberösterreich kostet 550 Euro. Damit kann ein ganzes Jahr lang der Öffentliche Verkehr des Bundeslands benützt werden. Wird das amtliche Kilometergeld zugrunde gelegt, kommt man mit dem Auto mit 550 Euro lediglich 1.310 Kilometer weit, verdeutlicht der VCÖ. In Salzburg und Wien kostet die Jahresnetzkarte nur 365 Euro was auf Basis des Klometergelds den Kosten von 870 Kilometer Autofahren entspricht.

„Dort, wo es möglich ist, den Öffentlichen Verkehr zu nutzen, zahlt es sich aus. Und es rechnet sich insbesondere für Pendlerinnen und Pendler, beim nächstgelegenen gut frequentierten Bahnhof oder gut frequentierter Busstation auf den Öffentlichen Verkehr umzusteigen“, empfiehlt VCÖ-Experte Schwendinger. Der VCÖ sieht die Politik gefordert, das öffentliche Mobilitätsangebot dort, wo es mangelhaft ist zu verbessern. Das Ziel muss sein, dass jede Bezirkshauptstadt und jedes regionale Zentrum optimal an das überregionale öffentliche Verkehrsnetz angebunden ist. Das ist noch nicht in allen Bundesländern der Fall.

Zudem sind auch die Unternehmen und Betriebe gefordert, Mobilitätsmanagement umzusetzen und damit ihre Beschäftigten beispielsweise mit Öffi-Jobticket oder Jobrad zu unterstützen.

Auch Fahrgemeinschaften und spritsparender Fahrstil reduzieren den Spritverbrauch und damit die Spritkosten.  „Der zu hohe Verbrauch der Autos belastet sowohl die Geldbörse als auch die Umwelt. Wäre das 3-Liter Auto, das es schon in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab, der Standard, dann wären die Spritausgaben und auch der CO2-Ausstoß des Autoverkehrs um die Hälfte niedriger“, erinnert VCÖ-Experte Schwendinger an die Verantwortung der Hersteller.

Jeder fünfte Alltagsweg in Österreich ist in fußläufiger Distanz, die Hälfte der Alltagswege kürzer als fünf Kilometer und damit in Radfahrdistanz. „Jene Bundesländer und Städte, die ein gute und sichere Rad-Infrastruktur anbieten, tragen wesentlich dazu bei, dass ihre Bevölkerung kostengünstiger, klimafreundlicher und auch gesünder mobil sein kann“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

VCÖ: Spritpreis deutlich niedriger als im Vorjahr

 

Aktueller Preis für 1 Liter (in Klammer Vergleich zu Höchstpreis Mitte Juli 2022)

Eurosuper: 1,55 Euro (minus 55 Cent)

Diesel: 1,49 Euro (minus 60 Cent)

Vergleich Mai 2023 zu Mai 2022:

Eurosuper: minus 22 Cent (minus 12,3 %)

Diesel: minus 35 Cent (minus 18,8 %)

Quelle: EU-Kommission, VCÖ 2023

 

VCÖ: Mit Bundesland-Klimaticket lässt sich viel Geld sparen

(Kosten Jahresnetzkarte für Öffentlichen Verkehr im Bundesland, in Klammer Kilometer, die um diesen Betrag gefahren werden können (Basis Kilometergeld 42 Cent))

Wien: 365,- Euro (870 km)

Salzburg: 365,- Euro (870 km)

Vorarlberg: 399,- (950 km)

Kärnten: 399,- (950 km)

Steiermark: 468,-  (1.115 km)

Tirol: 468,- (1.115 km)

Klimaticket für Burgenland und Niederösterreich: 495,- (1.180 Kilometer)

Oberösterreich: 550,- (1.310 km)

 

Quelle: VCÖ 2023

Zurück zur Übersicht

VCÖ: Männer verursachen doppelt so viele Unfälle mit Personenschaden wie Frauen

VCÖ (Wien, 7. März 2024) – Wären Männer so sicher mobil wie Frauen, dann wäre die Zahl der Verkehrstoten in Österreich nur halb so hoch, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse im Vorfeld des internationalen Frauentags zeigt. In den vergangenen drei Jahren kamen zweieinhalb Mal so viele Männer bei Verkehrsunfällen ums Leben wie Frauen. Nicht nur für sich selber, auch für andere sind Frauen sicherer unterwegs: Männer verursachen doppelt so viele Verkehrsunfälle mit Personenschaden wie Frauen und sind sechsmal so häufig als Alko-Lenker in Verkehrsunfällen beteiligt, informiert die Mobilitätorganisation VCÖ.

Mehr dazu
Foto: Sarah Duit

Zunehmend breitere Pkw verursachen vielfache Probleme

Obwohl der Pkw-Besetzungsgrad sinkt  hat die durchschnittliche Fahrzeugbreite in Österreich um fast zehn Zentimeter von 171,6 cm im Jahr 2001 auf durchschnittlich 181,1 cm 20 Jahre später zugenommen. Die Probleme, die mit den zunehmend größer und schwerer werdenden Pkw einhergehen, sind vielfältig.

Mehr dazu
Foto: Spencer Imbrock, unsplash