VCÖ: Spritpreise um rund ein Fünftel niedriger als vor einem Jahr

VCÖ: Verstärkte Maßnahmen nötig, um zu hohen Spritverbrauch zu senken

VCÖ (Wien, 17. März 2023) – Vor einem Jahr hat der Spritpreis infolge von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine in Österreich erstmals die 2-Euro-Grenze überschritten. Zwölf Monate später ist der Preis pro Liter für Diesel um 38 Cent gesunken, für Eurosuper um 40 Cent, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Der Rückgang ist stärker als im EU-Schnitt. Der VCÖ weist darauf hin, dass sich aber auch bei gesunkenen Spritpreisen ein energiesparendes Mobilitätsverhalten auszahlt. Darüber hinaus braucht Österreich sehr rasch politische Maßnahmen, um den zu hohen Energieverbrauch im Verkehr deutlich zu reduzieren.

Mitte März des Vorjahres zählte Österreich zu jenen neun EU-Staaten, in denen ein Liter Diesel im Durchschnitt mehr als zwei Euro kostete. Heute zwölf Monate später ist der Dieselpreis in Österreich mit 1,65 Euro um 38 Cent niedriger als vor einem Jahr. Nur noch in Finnland kostet Diesel mehr als zwei Euro. Im Vergleich zu Mitte März 2022 ist der Dieselpreis in Österreich um fünf Cent stärker gesunken als im EU-Schnitt, wie die VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der EU-Kommission zeigt.

Ähnlich bei Eurosuper: Ein Liter Eurosuper kostet in Österreich mit 1,59 Euro um 40 Cent weniger als vor einem Jahr, im EU-Schnitt wurde Eurosuper gegenüber Mitte März 2022 um 33 Cent billiger. Der Preisrückgang bei Eurosuper war nur in den Niederlanden und in Deutschland stärker als in Österreich, informiert der VCÖ.

Aktuell kostet Diesel in Österreich um fünf Cent pro Liter weniger als im EU-Schnitt und in zehn EU-Staaten kostet Diesel mehr als in Österreich. Eurosuper ist in Österreich um 14 Cent pro Liter günstiger als im EU-Schnitt und in 14 EU-Staaten ist Eurosuper teurer als in Österreich. „Auch wenn der Spritpreis sinkt, mit einem spritsparendem Mobilitätsverhalten kann man sich weiterhin viel Geld sparen und gleichzeitig einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten“, betont VCÖ-Expertin Lina Mosshammer. Wer beispielsweise den Verbrauch von sieben auf fünf Liter pro 100 Kilometer reduziert erspart sich einige Fahrten zur Tankstelle und senkt die Spritkosten um 28 Prozent, was bei jährlich 12.000 Kilometern bei Eurosuper rund 370 Euro spart und bei Diesel fast 400 Euro. Zudem werden damit bei Benzin-Pkw rund 550 Kilogramm CO2 vermieden und bei Diesel-Pkw rund 620 Kilogramm.

Die wirksamsten Maßnahmen beim Spritsparen: Kürzere Strecken statt mit dem Auto zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen. Auf Kurzstrecken ist der Verbrauch pro Kilometer besonders hoch, erinnert der VCÖ. Beim Autofahren vorausschauend fahren, was es ermöglicht, den Fuß frühzeitig vom Gaspedal zu nehmen und häufiger die Motorbremse zu nutzen. Und insgesamt langsamer und damit auch gleichmäßiger fahren. Wer konstant 110 statt 130 km/h fährt, reduziert den Verbrauch im Durchschnitt um 17 Prozent, bei konstant 100 statt 130 sogar um 23 Prozent, weist der VCÖ auf Daten des Umweltbundesamts hin.

Neben dem Beitrag der Bevölkerung ist aber vor allem auch die Regierung gefordert, durch politische Maßnahmen den viel zu hohen Energieverbrauch des Verkehrs zu reduzieren. „Der hohe Benzin- und Diesel-Verbrauch des Kfz-Verkehrs war ein Treiber der Inflation und macht uns zudem von sündteuren Erdölimporten abhängig. Neben der verstärkten Verlagerung auf energieeffiziente Mobilität, wie Öffis, Fahrrad und Gehen, ist die Energiewende im Verkehr zu beschleunigen“, erklärt VCÖ-Expertin Lina Mosshammer.

Die Umstellung von Diesel oder Benzin auf E-Pkw reduziert den Energiebedarf inklusive der Energiebereitstellung um mehr als ein Drittel. Hingegen würde die Umstellung auf E-Fuels den Energiebedarf des Verkehrs massiv erhöhen. Die Herstellung von E-Fuels für Pkw würde ein Vielfaches an Energie benötigen wie die Versorgung der gleichen Anzahl an Elektroautos. „E-Fuels machen dort Sinn, wo es keine energieeffizientere Alternative gibt, beispielsweise im Flugverkehr. Für Pkw sind sie aufgrund ihrer miserablen Energiebilanz viel zu teuer“, stellt VCÖ-Expertin Lina Mosshammer fest.

 

VCÖ: Verbrauch hat stärkeren Einfluss auf Spritkosten als Spritpreise

(Spritkosten für DIESEL-Pkw pro Kilometer bei aktuellem Preis (1,646 Euro pro Liter), in Klammer CO2-Ausstoß in Gramm pro Kilometer)

Verbrauch 8 Liter /100 km: 13,2 Cent (210 Gramm CO2 / Kilometer)

Verbrauch 7 Liter /100 km: 11,5 Cent (184 Gramm CO2)

Verbrauch 6 Liter /100 km: 9,9 Cent (157 Gramm CO2)

Verbrauch 5 Liter /100 km: 8,2 Cent (131 Gramm CO2) Verbrauch 4 Liter /100 km: 6,6 Cent (105 Gramm CO2) Verbrauch 3 Liter /100 km: 4,9 Cent (79 Gramm CO2)

Quelle: EU-Kommission, VCÖ 2023

 

VCÖ: Verbrauch hat stärkeren Einfluss auf Spritkosten als Spritpreise (Spritkosten für BENZIN-Pkw pro Kilometer bei aktuellem Preis (1,592 Euro pro Liter), in Klammer CO2-Ausstoß in Gramm pro Kilometer)

Verbrauch 8 Liter /100 km: 12,7 Cent (184 Gramm CO2 / Kilometer)

Verbrauch 7 Liter /100 km: 11,1 Cent (161 Gramm CO2)

Verbrauch 6 Liter /100 km: 9,6 Cent (138 Gramm CO2)

Verbrauch 5 Liter /100 km: 8,0 Cent (115 Gramm CO2)

Verbrauch 4 Liter /100 km: 6,4 Cent (92 Gramm CO2)

Verbrauch 3 Liter /100 km: 4,8 Cent (69 Gramm CO2)

Quelle: EU-Kommission, VCÖ 2023

 

VCÖ: Preis für Eurosuper in Österreich stärker gesunken als im EU-Schnitt

(Eurosuper pro Liter in Euro am 13. März 2023, Änderung in Eurocent pro Liter gegenüber 14.März 2022)

Dänemark: 1,980 Euro (minus 9 Cent)
Finnland: 1,964 Euro (minus 27 Cent)
Frankreich: 1,916 Euro (minus 17 Cent)
Griechenland: 1,909 Euro (minus 20 Cent)
Italien: 1,859 Euro (minus 33 Cent)
Deutschland: 1,832 Euro (minus 43 Cent)
Niederlande: 1,831 Euro (minus 51 Cent)
Schweden: 1,764 Euro (minus 27 Cent)
Belgien: 1,732 Euro (minus 22 Cent)
Estland: 1,727 Euro (minus 20 Cent)
Portugal: 1,688 Euro (minus 34 Cent)
Spanien: 1,644 Euro (minus 20 Cent)
Lettland: 1,615 Euro (minus 27 Cent)
Irland: 1,609 Euro (minus 27 Cent)
Österreich: 1,592 Euro (minus 40 Cent)
Luxemburg: 1,572 Euro (minus 16 Cent)
Tschechische Republik: 1,566 Euro (minus 29 Cent)
Slowakei: 1,562 Euro (minus 8 Cent)
Ungarn: 1,549 Euro (minus 27 Cent)
Litauen: 1,523 Euro (minus 25 Cent)
Kroatien: 1,442 Euro (minus 18 Cent)
Polen: 1,432 Euro (minus 3 Cent)
Rumänien: 1,398 Euro (minus 21 Cent)
Zypern: 1,393 Euro (plus 2 Cent)
Slowenien: 1,371 Euro (minus 13 Cent)
Malta: 1,340 Euro (keine Veränderung)
Bulgarien: 1,299 Euro (minus 15 Cent)

EU-Durschnitt: 1,733 Euro (minus 29 Cent)

Quelle EU-Kommission, VCÖ  2023

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Foto: Sarah Duit