VCÖ: Umstieg von Verbrenner-Pkw auf Öffis reduziert CO2-Ausstoß um über 80 Prozent

VCÖ-Mobilitätspreis Wien gestartet - Innovative Mobilitätsprojekte gesucht

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VCÖ (Wien, 27. März 2023) - "Zukunft jetzt gestalten" ist das Motto des diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreises Wien, der heute von VCÖ, Stadträtin Ulli Sima und den ÖBB gestartet wurde. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass zahlreiche Innovationen sowie Trends wie Digitalisierung und Sharing eine große Chance sind, bestehende Verkehrsprobleme nachhaltig und langfristig zu lösen. Aufgrund von Rahmenbedingungen wie demographischer Wandel und Klimakrise wird das auch notwendig sein.

Die Wienerinnen und Wiener sind Österreichs Öffi-Champions, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Die aktuellste österreichweite Erhebung zeigt, dass sieben von zehn Wienerinnen und Wienern mehrmals die Woche oder sogar täglich die Öffis nutzen. Und darin sind Jugendliche und Kinder unter 16 Jahren gar nicht mitgezählt. Österreichweit fahren drei von zehn häufig mit den Öffis.

Weiteres Ergebnis: Während nur sieben Prozent der Wiener Bevölkerung ab 16 Jahren nie mit Öffis fahren, lenken mit 41 Prozent fast sechsmal so viele nie ein Auto, informiert der VCÖ. Und die aktuelle Mobilitätserhebung für Wien hat gezeigt, dass die Wienerinnen und Wiener im Vorjahr in Summe auf 44 Prozent ihrer Alltagswege bewegungsaktiv zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs waren. Damit ist die Wiener Bevölkerung deutlich häufiger bewegungsaktiv mobil als im Auto sitzend (26 Prozent). Die Wienerinnen und Wiener leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Wer beispielsweise statt mit einem Verbrenner-Pkw mit den Öffis fährt, reduziert den CO2-Ausstoß im Schnitt um über 80 Prozent.

„In der Klimamusterstadt Wien setzen wir auf den Ausbau von Öffis und Radwegen. Denn wir wissen: Ein gutes Angebot wird auch gerne angenommen. Die Stadt investiert dreimal mehr in den Öffi-Ausbau als in Straßenbau und -erhalt. Im letzten Jahr haben wir außerdem unsere Mega-Radwegoffensive gestartet mit 100 Millionen Euro bis 2025. Wo es geht, sorgen wir für Begrünung, Beschattung und mehr Aufenthaltsqualität entlang der Routen. Wir fördern klimafreundliche Mobilität in Wien auf vielen Ebenen – bis hin zum Grätzlrad. Klimafreundliche Mobilität und Sharing können viele Formen haben – ich freue mich sehr auf viele spannende Projekte und danke dem VCÖ für diese Initiative“, so Mobilitätsstadträtin Ulli Sima.

Die Freiheit in der Verkehrsmittelwahl ist in Wien mit Abstand am größten und wird weiter zunehmen. "Noch nie in unserer Geschichte gab es in der Mobilität so viele Neuerungen, so viel Innovation wie heute. Und das ist gut so. Denn wir brauchen sie, um die Klimaziele erreichen zu können", stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest.

Wesentliche Rahmenbedingungen, die unsere künftige Mobilität beeinflussen sind unter anderem der demographische Wandel, die zunehmende Hitze und die Wende hin zu mehr erneuerbarer Energie von Sonne, Wind und Wasser, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt.

Laut Bevölkerungsprognose der Statistik Austria werden im Jahr 2040 fast 228.000 Wienerinnen und Wiener der Generation 75 plus angehören und damit um 64.000 mehr als heute. Es sind verstärkte Maßnahmen für ein seniorengerechtes Verkehrssystem, wie Barrierefreiheit und geringeres Tempo im Ortsgebiet wichtig. Die Zahl der Hitzetage, das sind Tage mit mehr als 30 Grad Celsius, hat in Wien deutlich zugenommen, beispielsweise auf der Hohen Warte von durchschnittlich zehn pro Jahr im Zeitraum 1961 bis 1990 auf 21 Hitzetage pro Jahr im Zeitraum 1991 und 2020. Die Hitze wird weiter steigen. Das heißt, es braucht in den Bezirken entlang der Straßen mehr schattenspendende Bäume und Grün, unsere Mobilität muss platzsparender werden, betont der VCÖ.

Zahlreiche Innovationen und Trends machen künftig die Mobilität effizienter, platzsparender und klimaverträglicher. Dank Digitalisierung können verschiedene Verkehrsmittel leichter verknüpft werden, auch der Trend "Nutzen statt besitzen" wird damit unterstützt, die Carsharing Angebote werden zunehmen. Das Potenzial in Wien für mehr Sharing ist groß. Die 93.000 Zweitautos von Wiener Haushalten sind im Schnitt gerade mal 6.000 Kilometer pro Jahr im Einsatz, sie sind weniger als eine halbe Stunde pro Tag Fahrzeuge, über 23 Stunden am Tag Stehzeuge, verdeutlicht der VCÖ. Neben einander geparkt würden die 93.000 Zweitautos eine Fläche in der Größe des gesamten Bezirks Wien-Mariahilf besetzen.

Der Trend zur aktiven Mobilität, Gehen und Radfahren, wird durch den Ausbau der Rad-Infrastruktur unterstützt.

"Damit diese Chancen, die uns diese Entwicklungen in der Mobilität und im Gütertransport bieten, genutzt werden, braucht es auch Pionierinnen und Pioniere. Deshalb starten wir heute den VCÖ-Mobilitätspreis Wien und stellen diesen unter das Motto "Zukunft jetzt gestalten"", erklärt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Aufgerufen sind Betriebe und Unternehmen, Startups, Wohnbauträger, die Bezirke, Schulen und Universitäten, Initiativen und Einzelpersonen auf, Projekte einzureichen, die schon heute zeigen wie die Mobilität der Zukunft besser, einfacher, effizienter und klimaverträglicher sein kann.

"Als ÖBB sind wir Österreichs größter Mobilitätsdienstleister und eines der größten Klimaschutzunternehmen im Land. Um unser Ziel, noch mehr Menschen und Güter mit der umweltfreundlich Bahn zu befördern, suchen wir nach innovativen Ideen und Lösungsansätzen. Deshalb unterstützen wir auch heuer den VCÖ-Mobilitätspreis und freuen uns auf spannende Einreichungen“, so Judith Engel, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG.

Der VCÖ-Mobilitätspreis Wien wird vom VCÖ in Kooperation mit der Stadt Wien und den ÖBB durchgeführt und auch von der GESIBA unterstützt. Einreichfrist ist der 31. Mai 2023, Einreichunterlagen und Informationen zum VCÖ-Mobilitätspreis Wien gibt es unter www.vcoe.at und beim VCÖ unter (01) 893 26 97. Die Einreichungen zum VCÖ-Mobilitätspreis Wien werden von einer Fachjury bewertet. Im September werden die am besten bewerteten Projekte ausgezeichnet.

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