VCÖ: Wie Niederösterreichs Autofahrer trotz steigender Spritpreise ihre Spritkosten senken können

VCÖ: Auf Fahrstil und Mobilitätsverhalten achten spart viel Geld

VCÖ (Wien, 28. Jänner 2022) – Diesel und Eurosuper kosten derzeit im Schnitt knapp mehr als 1,40 Euro und damit mehr als im Vorjahr. Im Schnitt fließen in einen Diesel-Pkw der niederösterreichischen Haushalte 820 Liter pro Jahr, in einen Benziner rund 660 Liter pro Jahr, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Die Spritkosten können aber trotz steigender Spritpreise deutlich gesenkt werden, wie der VCÖ zeigt. Wesentliche Faktoren: Fahrstil, kurze Strecken gehen oder mit Rad fahren, Fahrgemeinschaften bilden. Wo es gute Bahn- und Busverbindungen gibt, können Pendlerinnen und Pendler durch den Umstieg vom Auto auf Öffis viel Geld sparen.

Die Spritpreise liegen derzeit bei rund 1,40 Euro pro Liter, bei einigen Tankstellen im Burgenland auch knapp darunter. Diesel kostet um rund 18 Cent mehr als im Schnitt des Vorjahres und Eurosuper um 13 Cent mehr. Aber: Im EU-Vergleich sind die Spritpreis hierzulande niedrig. Diesel kostet in Kroatien über 1,50 Euro, in Deutschland und Italien über 1,60, in den Niederlanden und Belgien fast 1,70 Euro, informiert der VCÖ.

„Krisen treiben die Erdölpreise am Weltmarkt in die Höhe. Je früher die Abhängigkeit des Verkehrs vom Erdöl verringert werden kann, umso besser für Haushalte, Wirtschaft und Umwelt“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Der VCÖ hat für Niederösterreichs Haushalte Tipps erstellt, wie trotz steigender Spritpreise die Spritkosten reduziert werden können.

Im Schnitt fließen in einen Diesel-Pkw von Niederösterreichs Haushalten 820 Liter pro Jahr, in einen Benziner wegen der weniger gefahrenen Kilometer rund 660 Liter pro Jahr. Pro 100 Kilometer liegt der reale Verbrauch bei Diesel-Pkw bei 6,5 Liter, bei Benzin-Pkw bei 6,8 Liter.

„Auf die Erdölpreise am Weltmarkt haben wir keinen Einfluss, sehr wohl aber auf unseren Fahrstil und unser Mobilitätsverhalten. Wenn wir bei beiden Acht geben, dann können wir die Kosten deutlich reduzieren“, betont VCÖ-Experte Schwendinger.

Allein durch einen spritsparenden Fahrstil kann der Verbrauch um 15 bis 20 Prozent reduziert werden. Konkret heißt das: Gleiten statt rasen, vorausschauend und damit gleichmäßig fahren, das ermöglicht, die Motorbremse häufiger einzusetzen, niedertourig fahren, rasch in den nächsthöheren Gang schalten. Und: Wo es möglich ist, Fahrgemeinschaften bilden.

Beim Autokauf auf einen niedrigen Spritverbrauch achten. Im Vorjahr wurden in Niederösterreich 44.860 Neuwagen und 183.042 Gebrauchtwagen gekauft. Wenn ein Auto statt sechs nur vier Liter pro 100 Kilometer verbraucht, dann spart man sich pro 100.000 Kilometer bei aktuellen Spritpreisen rund 2.800 Euro. „Da der reale Spritverbrauch oft deutlich über den Herstellerangaben liegt, zahlt es sich aus, bei der Probefahrt sehr genau auf den Spritverbrauch zu schauen“, rät VCÖ-Experte Schwendinger.

Eine große Ersparnis bringt es, wenn Kurzstrecken nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Jede 10. Autofahrt ist in Gehdistanz, vier von zehn Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer und damit in Radfahrdistanz, macht der VCÖ aufmerksam. „Wer Alltagswege möglichst oft zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegt, kommt auf eine regelmäßige Portion gesunde Bewegung. Wer Kalorien statt Diesel oder Benzin verbrennt, spart nicht nur viel Geld, sondern tut auch der eigenen Gesundheit gutes“, erinnert VCÖ-Experte Schwendinger.

Mit der Einführung des Klimatickets zahlt sich der Umstieg auf den Öffentlichen Verkehr besonders stark aus, umso mehr, wenn die Spritpreise steigen. Um nur 915 Euro pro Jahr können alle öffentlichen Verkehrsmittel in Niederösterreich, Wien und dem Burgenland genutzt werden, um nur 550 Euro alle Öffis in Niederösterreich und dem Burgenland. „Dort, wo es gute Bahn- und Bus-Verbindungen gibt, können sich Pendlerinnen und Pendler mit dem Umstieg vom Auto auf die Öffis quasi ein 15. Monatsgehalt verdienen“, verdeutlicht VCÖ-Experte Schwendinger.

10 VCÖ-Tipps für spritsparende Mobilität

  1. Kurze Strecken statt mit dem Auto möglichst zu Fuß oder mit Fahrrad zurücklegen: Kalorien statt Benzin und Diesel verbrennen spart Geld und ist gesund.

  2. Wenn möglich öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Gerade für Pendlerinnen und Pendler ist mit dem Klimaticket der Öffentliche Verkehr um ein Vielfaches günstiger als das Auto.

  3. Beim Autokauf auf einen niedrigen Spritverbrauch achten: Testfahrt machen, denn oft weicht der wirkliche Spritverbrauch stark vom angegebenen Normverbrauch ab.

  4. Nicht größer als nötig: Wer ein größeres Auto kauft als benötigt wird, hat höhere laufende Kosten. Deshalb beim Autokauf beherzigen: So klein wie möglich und höchstens so groß wie nötig.

  5. Fahrgemeinschaften bilden: Dort, wo es keine gute Alternative zum Auto gibt, können Fahrgemeinschaften, etwa in die Arbeit oder für Einkäufe, helfen, die Kosten zu reduzieren.

  6. Carsharing rechnet sich: Ist ein Auto weniger als 10.000 bis 12.000 Kilometer pro Jahr im Einsatz, kann Carsharing günstiger sein.

  7. Niedertourig fahren verringert den Verbrauch. Rasch in den nächst höheren Gang schalten. Je höher die Drehzahl, umso mehr Sprit frisst der Motor.

  8. Vorausschauend fahren: Anfahren und beschleunigen verbrauchen viel Sprit.

  9. Hohes Tempo vermeiden: Gleiten statt rasen spart Sprit und man ist damit auch sicherer unterwegs.

  10. Unnötige Spritfresser vermeiden: Dachboxen erhöhen den Verbrauch, deshalb runter vom Dach, wenn sie nicht benötigt wird. Im Winter den Motor nicht am Stand „warm“ laufen lassen (verbraucht unnötig Sprit, schadet dem Motor und ist zudem verboten).
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