VCÖ: Wienerinnen und Wiener sind im heurigen Winter erneut mehr Rad gefahren

VCÖ: In den Bezirken mehr Platz für den Radverkehr schaffen

VCÖ (Wien, 21. März 2023) – Der Radverkehr in Wien hat auch im heurigen Winter zugelegt, zum sechsten Mal in Folge, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Zwölf Radverkehrszählstellen in Wien gibt es seit dem Jahr 2013. Bei diesen nahm der Radverkehr im Vergleich zum vorjährigen Winter um über fünf Prozent zu und im Vergleich zum Winter vor fünf Jahren sogar um fast 56 Prozent.  Die Mobilitätsorganisation VCÖ weist darauf hin, dass die Wienerinnen und Wiener durch das Radfahren einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und zur Verringerung von Staus leisten. Wichtig ist der verstärkte Ausbau  der Radinfrastruktur, der Aufholbedarf ist groß.

Immer häufiger wird das Fahrrad das ganze Jahr über als Verkehrsmittel genutzt. Im Winter 2016/2017 waren bei den zwölf Radzählstellen, die es damals gab, im Dezember, Jänner und Februar insgesamt 626.000 Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs. Im heurigen Winter waren es um 491.000 mehr, informiert der VCÖ. „Die Wienerinnen und Wiener haben heuer im Winter zum sechsten Mal in Folge einen neuen Radverkehrsrekord aufgestellt. Dafür gebührt ihnen großer Dank, weil es ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz ist und die Staus in der Stadt reduziert“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Und wer vom Pkw aufs Fahrrad umsteigt, stärkt nicht nur die eigene Gesundheit und spart Geld, sondern trägt auch dazu bei, dass jene, die nicht umsteigen können, auf der Straße schneller vorankommen.

Im Vergleich zu vor fünf Jahren weisen elf Radverkehrszählstellen Steigerungen auf, am meisten die Zählstelle Linke Wienzeile (Höhe Auer Welsbachpark), wo sich der Radverkehr mehr als verdoppelt hat. Lediglich bei der Zählstelle Margaritensteg gab es aufgrund der U-Bahn-Baustelle Pilgramgasse einen Rückgang.

Unter den  zwölf Radverkehrszählstellen  war im heurigen Winter die Operngasse der Spitzenreiter mit rund 197.000 Radfahrenden, um 46.000 mehr als im Winter des Vorjahres, so die VCÖ-Analyse. An zweiter Stelle folgt die Argentinierstraße mit fast 167.000, vor dem Praterstern mit fast 152.000 und den beiden Zählstellen am Opernring mit fast 131.000 (Innen) und fast 101.000 (Außen).

Wichtig ist, dass Stadt und Bezirke die wachsende Bereitschaft von Wienerinnen und Wienern mit dem Rad zu fahren unterstützen, indem die Infrastruktur ausgebaut und verbessert wird. Gerade in den Bezirken, wo vor einem Jahr das Parkpickerl neu eingeführt wurde, ist der frei gewordene Platz auch für die Verbesserung der Rad-Infrastruktur zu nutzen. „Hier können die Bezirke durch rascheres  Handeln, wesentlich dazu beitragen, dass mehr Bewohnerinnen und Bewohner auf das Fahrrad umsteigen können. Vor allem Familien mit Kindern werden in ihrer Mobilität eingeschränkt, wenn eine sichere Rad-Infrastruktur fehlt“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger  fest.

Neben den Maßnahmen im Hauptradnetz, braucht es auch Verbesserungen durch die Bezirke. Da zwischen April und Oktober die Zahl der Radfahrerinnen  und Radfahrer stark steigt, sind auch temporäre Radwege eine Möglichkeit, um rasch Verbesserungen umzusetzen.

Wie zufrieden sind Sie mit den Bedingungen zum Radfahren in Ihrem Wohnbezirk? Jetzt an der VCÖ-Radfahrumfrage teilnehmen: https://vcoe.at/radfahren

VCÖ: In den vergangenen fünf Jahren ist der Radverkehr im Winter deutlich gestiegen

(Anzahl Radfahrende in den Monaten Dezember, Jänner, Februar im Winter 2022/2023 – Änderung im Vergleich zu Winter 2017/2018)  

Operngasse: 197.600 (plus 39,6 %)

Argentinierstraße: 166.900 (plus 94,0 % )

Praterstern: 151.900 (plus 54,9 %)

Opernring Innen: 130.700 (plus 45,2 %)

Opernring Außen: 100.700 (plus 58,7 %)

Neubaugürtel: 96.300 (plus 70,0 %)

Lassallestraße: 92.400 (plus 57,2 %)

Linke Wienzeile: 57.900 (plus 113,6 %)

Donaukanalweg: 47.100 (plus 56,0%)

Langobardenstraße: 34.300 (plus 74,9 %)

Margaretensteg: 24.000 (minus 29,4 % - Weniger Radverkehr wegen U-Bahn Baustelle Pilgramgasse)

Liesingbach: 17.100 (plus 53,5 %)

Summe: 1,117 Millionen (plus 55,9 Prozent)

Quelle: NAST, VCÖ 2023      

    

VCÖ: Neuer Radverkehrsrekord im heurigen Winter in Wien

(Anzahl Radfahrende im Zeitraum Dezember, Jänner und Februar bei jenen 12 Radverkehrszählstellen in Wien, die es seit dem Jahr 2013 gibt)

Winter 2022/23: 1,117 Millionen

Winter 2021/22: 1,057 Millionen

Winter 2020/21: 1,038 Millionen

Winter 2019/20: 0,944 Millionen

Winter 2018/19: 0,776 Millionen

Winter 2017/18: 0,716 Millionen

Winter 2016/17: 0,626 Millionen

Winter 2015/16: 0,747 Millionen

Winter 2014/15: 0,654 Millionen

Winter 2013/14: 0,726 Millionen

Quelle: Nast, VCÖ 2023

Zurück zur Übersicht

VCÖ: Beim Radverkehr in Österreich gibt es ein West-Ost Gefälle

VCÖ (Wien, am 2. Juni 2024) – In Westösterreich wird das Fahrrad von der Bevölkerung deutlich häufiger als Verkehrsmittel genutzt als in Ostösterreich, der Radverkehrsanteil an der Mobilität ist entsprechend höher, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse anlässlich des bevorstehenden Welttag des Fahrrads zeigt. Das „gelbe Trikot“ tragen die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger. Die meisten Fahrrad-Haushalte gibt es im Land Salzburg. Und Innsbrucks Bevölkerung nutzt häufiger das Fahrrad als Verkehrsmittel als das Auto. Das Potenzial für mehr Radverkehr ist in Österreich sehr groß, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ: Die Hälfte der Alltagswege ist kürzer als fünf Kilometer. Drei von vier Haushalten haben zumindest ein funktionstüchtiges Fahrrad.

Mehr dazu
Foto: Sarah Duit

VCÖ-Fachveranstaltung: Aktive Mobilität als Zubringer zum Öffentlichen Verkehr

Eine gute Erreichbarkeit der Bahnhöfe und Bushaltestellen zu Fuß und mit dem Fahrrad erhöht die Anzahl der Fahrgäste des Öffentlichen Verkehrs. Das zeigen internationale und nationale Beispiele, die am 16. Mai 2024 bei der VCÖ-Fachkonferenz präsentiert wurden. In einem verkehrsberuhigten Umfeld steigt die Bereitschaft, längere Strecken zu Fuß zu gehen, der Einzugsbereich von Haltestellen des Öffentlichen Verkehrs verdreifacht sich dadurch.

Mehr dazu
Foto: Lkw-Kolonne