VCÖ: Zahl der Schulwegunfälle im Vorjahr gestiegen – jetzt mit Schulanfängern Schulweg üben

VCÖ: Maßnahmen in Gemeinden und Städten für kindgerechtes Verkehrssystem umsetzen

VCÖ (Wien, 17. August 2023) – In zweieinhalb Wochen beginnt in Ostösterreich wieder die Schule. Im Vorjahr gab es in Österreich 418 Schulwegunfälle, um 62 mehr als im Jahr 2021, als es teilweise noch Homeschooling gab, aber um 92 weniger als im Vor-Coronajahr 2019, berichtet die Mobilitätsorganisation VCÖ. Der VCÖ rät Eltern von Kindern bis zum 12. Lebensjahr in den Ferien den Schulweg gemeinsam mit dem Kind zu üben. Zudem ist für die Kinder mehr Verkehrsberuhigung in den Städten und Gemeinden wichtig.

„Insbesondere Eltern von Kindern, die ihre Schulkarriere starten, sollten nun die Ferien nutzen, um den Schulweg mit dem Kind zu üben. Meist gibt es mehrere Wege zur Schule. Als Faustregel gilt, jenen Schulweg zu wählen, wo weniger Kfz-Verkehr ist und wo weniger Straßen zu überqueren sind“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Wichtig ist, den Schulweg aus der Perspektive des Kindes zu betrachten. Hindernisse oder parkende Autos, über die Erwachsene leicht hinwegblicken, können Kindern die Sicht leicht verstellen.

Dank zahlreicher Maßnahmen, wie beispielsweise auch Schülerlotsen und Verkehrsberuhigungsmaßnahmen im Schulumfeld, sind Schulwege sicherer als Freizeitwege. „Der Schulweg ist für Kinder eine Chance, Kompetenz im richtigen Verhalten im Straßenverkehr zu lernen, wovon sie auch auf Wegen in der Freizeit profitieren. Werden Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht, wird ihnen diese Chance genommen“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Wichtig ist zudem, Gefahrenstellen am Schulweg des Kindes, wie zu hohes Tempo des Kfz-Verkehrs, unübersichtliche Übergänge oder zu hohes Tempo des Kfz-Verkehrs, der jeweiligen Gemeinde, Stadt oder in Wien dem zuständigen Bezirk sowie auch jeweils der Schulleitung zu melden, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ.

Derzeit wird es Gemeinden und Städten in der Straßenverkehrsordnung erschwert, niedrigeres Tempolimit zu verordnen, insbesondere auf Durchzugsstraßen, selbst dann, wenn an dieser Straße eine Schule, ein Kindergarten oder ein Wohnsiedlung liegt. Der VCÖ hat daher gemeinsam mit dem Österreichischen Städtebund eine Initiative zur Änderung der StVO gestartet. Bereits mehr als 270 Gemeinden und Städte unterstützen die Initiative zur Änderung der StVO. „Wir hoffen, dass die Bundesregierung möglichst rasch ihren Entwurf zur StVO-Änderung präsentiert, damit es Gemeinden und Städten leichter wird, im Interesse der Verkehrssicherheit und der Lebensqualität der Bevölkerung Tempo 30 dort umzusetzen, wo es aus Sicht der Gemeinde sinnvoll ist“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Im Vorjahr kam es am Schulweg in Österreich zu 418 Verkehrsunfällen, dabei wurden 434 Kinder verletzt, ein Kind kam ums Leben. Gegenüber den Jahren 2020 und 2021 als es teilweise Homeschooling gab, nahm die Zahl der Schulwegunfälle zu, gegenüber den Jahren vor der Pandemie passierten im Vorjahr deutlich weniger Schulwegunfälle, weist der VCÖ auf die Daten der Statistik Austria hin. Im Jahr 2019 gab es 510 Schulwegunfälle, im Jahr 2018 sogar 570.

Die meisten Schulwegunfälle gab es im Jahr 2022 in Wien mit 70, in Oberösterreich waren es 69, in der Steiermark 62 und in Niederösterreich 60. Die wenigsten Schulwegunfälle passierten im Burgenland mit sieben.

VCÖ: Im Vorjahr ist die Zahl der Schulwegunfälle wieder gestiegen (Schulwegunfälle im Jahr 2022 (in Klammer 2021))

Österreich: 418 Schulwegunfälle (356 Schulwegunfälle)
Wien: 70 Schulwegunfälle (45 Schulwegunfälle)
Oberösterreich: 69 Schulwegunfälle (68 Schulwegunfälle)
Steiermark: 62 Schulwegunfälle (56 Schulwegunfälle)
Niederösterreich: 60 Schulwegunfälle (60 Schulwegunfälle)
Kärnten: 46 Schulwegunfälle (33 Schulwegunfälle)
Salzburg: 38 Schulwegunfälle (25 Schulwegunfälle)
Tirol: 38 Schulwegunfälle (32 Schulwegunfälle)
Vorarlberg: 28 Schulwegunfälle (34 Schulwegunfälle)
Burgenland: 7 Schulwegunfälle (3 Schulwegunfälle)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2023

VCÖ: Im Vorjahr ein tödlicher Schulwegunfall
(Schulwegunfälle in Österreich– in Klammer Verletzte / tödlich verunglückt)

Jahr 2022: 418 Schulwegunfälle (434 verletzte Kinder / 1 tödlich verunglücktes Kind)
Jahr 2021: 356 Schulwegunfälle (365 verletzte Kinder / 1 tödlich verunglücktes Kind)
Jahr 2020: 272 Schulwegunfälle (292 verletzte Kinder / 0 tödlich verunglückte Kinder)
Jahr 2019: 510 Schulwegunfälle (576 verletzte Kinder / 4 tödlich verunglückte Kinder)
Jahr 2018: 570 Schulwegunfälle (610 verletzte Kinder / 0 tödlich verunglückte Kinder)
Jahr 2017: 498 Schulwegunfälle (509 verletzte Kinder / 0 tödlich verunglückte Kinder)
Jahr 2016: 538 Schulwegunfälle (570 verletzte Kinder / 1 tödlich verunglücktes Kind)
Jahr 2015: 461 Schulwegunfälle (472 verletzte Kinder / 1 tödlich verunglücktes Kind)
Jahr 2014: 490 Schulwegunfälle (517 verletzte Kinder / 2 tödlich verunglückte Kinder)
Jahr 2013: 466 Schulwegunfälle (502 verletzte Kinder / 1 tödlich verunglücktes Kind)
Jahr 2012: 530 Schulwegunfälle (559 verletzte Kinder / 0 tödlich verunglückte Kinder)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2023

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VCÖ und WWF: Mehr als 17.000 Hasen pro Jahr Opfer des Straßenverkehrs

Wien, am 28. März 2024 – Osterzeit ist Reisezeit. Das bedeutet auch eine besondere Gefahr für Hasen und andere Wildtiere: Jährlich werden in Österreich mehr als 17.000 Hasen von Kraftfahrzeugen niedergefahren und getötet. Darauf machen VCÖ und WWF jetzt aufmerksam. Insgesamt wurden zuletzt pro Jahr mehr als 70.000 Wildtiere zum Opfer des Straßenverkehrs, wie die von der Statistik Austria erfassten Meldungen an die Bezirkshauptmannschaften zeigen. VCÖ und WWF kritisieren angesichts dieser Zahlen den starken Bodenverbrauch in Österreich. In den letzten zehn Jahren wurde täglich eine Fläche von drei Fußballfeldern für Verkehr verbaut. Insgesamt gibt es heute bereits 128.300 Kilometer an Straßen in Österreich.  VCÖ und WWF fordern daher eine deutliche Reduktion des Bodenverbrauchs und ein Ende der Zersiedelung. Zentraler Bestandteil hierbei ist ein Bodenschutzgesetz, in dem insbesondere eine verbindliche Obergrenze für den Bodenverbrauch festgelegt wird.

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Foto: Sarah Duit