VCÖ zu Radboom in Wien: Jetzt temporäre Radwege umsetzen

VCÖ: Zuletzt in den Sommermonaten bis zu einem Drittel mehr Radverkehr als im Mai

VCÖ (Wien, 13. Juni 2022) – Laut Stadt Wien waren im heurigen Mai um ein Drittel mehr Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs als im Mai des Vorjahres. Die Mobilitätsorganisation VCÖ weist darauf hin, dass in den vergangenen drei Jahren in den Sommermonaten nochmals mehr Radfahrende unterwegs waren als im Mai. Auf etlichen Abschnitten im Radwegenetz ist es bereits jetzt eng. Damit die Wienerinnen und Wiener sicher mit dem Fahrrad mobil sein  können, tritt der VCÖ für die rasche Umsetzung temporärer Radwege ein.

Mit 1,155 Millionen Radfahrerinnen und Radfahrer waren im heurigen Mai an 13 automatischen Zählstellen in Wien um 288.000 mehr unterwegs als im Mai des Vorjahres, das ist ein Anstieg um 33 Prozent. „In Wien nimmt seit mehreren Jahren die Zahl jener, die mit dem Fahrrad mobil sind kontinuierlich zu. Die Covid-19 Pandemie hat in den vergangenen beiden Jahren den Radfahrboom verstärkt. Nun haben die gestiegenen Spritpreise den Trend zum Fahrrad angekurbelt“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Für die kommenden Monate ist mit einem weiteren Ansteigen des Radverkehrs zu rechnen. Der VCÖ weist darauf hin, dass im Vorjahr im Monatsschnitt in den Sommermonaten Juni, Juli, August und September um ein Viertel mehr mit dem Fahrrad unterwegs waren als im Mai. Beim Praterstern und der Lasallestraße waren es sogar um jeweils über 30 Prozent mehr. Auch in den Jahren 2020 und 2019 nahm die Zahl der Radfahrerinnen und Radfahrer in den Sommermonaten gegenüber dem Mai nochmals deutlich zu.

Schon jetzt ist es auf einigen Abschnitten eng. Der VCÖ spricht sich daher für die rasche Umsetzung temporärer Radwege aus. „Die Wienerinnen und Wiener sparen sich durch das Radfahren nicht nur einiges an Geld und tun ihrer Gesundheit Gutes, sie leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele der Stadt Wien. Umso wichtiger ist es, der Bevölkerung ausreichend Platz zum Radfahren zu geben“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Durch die Einführung der flächendeckenden Parkraumbewirtschaftung ist auf zahlreichen Straßen viel Platz frei geworden. Darüber hinaus nimmt der Autoverkehr in Wien in den Sommermonaten ab, womit vorhandene Infrastruktur temporär umgewidmet werden kann. Viele Autofahrerinnen und Autofahrer fahren auch Rad. In Wien haben laut Statistik Austria 60 Prozent der Haushalte zumindest ein funktionstüchtiges Fahrrad. Damit gibt es in Wien mehr Fahrrad-Haushalte als Auto-Haushalte. „Angesichts der Teuerung ist es umso wichtiger, das Radfahren als kostengünstige und soziale Alternative zum Auto zu forcieren. Gerade für Familien ist das eine wichtige Unterstützung, denn beim Radfahren mit Kindern ist eine sichere Rad-Infrastruktur besonders wichtig“, appelliert VCÖ-Experte Michael Schwendinger an Stadt und Bezirke, jetzt rasch temporäre Radwege umzusetzen.

VCÖ: Im Vorjahr nahm Radverkehr in den Sommermonaten gegenüber dem Mai stark zu (Radverkehr im Monatsschnitt Juni - September 2021 im Vergleich zu Mai 2021 (in Klammer Monatsschnitt Juni - September 2019/2020/2021 im Vergleich zu Mai 2019/2020/2021)

Lassallestraße: plus 36,8 Prozent( plus 35,2 Prozent)

Praterstern: plus 30,7 Prozent( plus 29,5 Prozent)

Langobardenstraße: plus 27,2 Prozent( plus 23,8 Prozent)

Opernring Innen: plus 25,5 Prozent( plus 25,1 Prozent)

Argentinierstraße: plus 24,9 Prozent( plus 25,1 Prozent)

Operngasse: plus 21,8 Prozent( plus 24,7 Prozent)

Opernring Außen: plus 20 Prozent( plus 23,9 Prozent)

Donaukanalweg: plus 18,2 Prozent( plus 19,8 Prozent)

Neubaugürtel: plus 16,9 Prozent( plus 11,1 Prozent)

Pfeilgasse: plus 16,0 Prozent( plus 16 Prozent)

Linke Wienzeile : plus 14,5 Prozent( plus 16,4 Prozent)

Liesingbachradweg: plus 12,7 Prozent( plus 14,5 Prozent)

Margaritensteg: plus 8,8 Prozent( plus 14,9 Prozent)

Gesamt : plus 24,2 Prozent( plus 24  Prozent)

Quelle:  NAST, VCÖ 2022

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