VCÖ zu Treibhausgasbilanz 2019: Verkehr endlich auf Klimakurs bringen

VCÖ: Verkehrszunahme macht Einsparungen anderer Sektoren wieder zunichte

VCÖ (Wien, 19. Jänner 2021) – Im Jahr 2019 verursachte der Verkehr mit 24 Millionen Tonnen um 10,2 Millionen Tonnen mehr CO2 als im Jahr 1990. Mit 74,4 Prozent war die Zunahme der Treibhausgas-Emissionen im Verkehr 41 Mal so hoch wie die Zunahme insgesamt. Der Gebäudesektor hat im gleichen Zeitraum die Emissionen um 36,8 Prozent gesenkt. Die Verkehrszunahme macht die Einsparungen anderer Sektoren wieder zunichte. Der VCÖ fordert den starken Ausbau der Infrastrukturen für klimafreundliche Mobilität und die rasche Umsetzung der ökosozialen Steuerreform.

Ohne zusätzliche Maßnahmen droht im Jahr 2021 nach dem Coronajahr 2020 wieder ein Anstieg der vom Verkehr verursachten Treibhausgase, betont der VCÖ. Um die Klimaziele erreichen zu können, muss der zu erwartende Anstieg der Mobilität im heurigen Jahr klimaverträglicher sein als vor der Covid-19 Pandemie. „Die Klimakrise ist ein gemeinsames Problem, das wir nur gemeinsam lösen können. Viele Beispiele zeigen bereits heute, dass die klimaschädlichen Emissionen der Mobilität deutlich verringert werden können. So können beispielsweise Betriebe und Unternehmen durch betriebliches Mobilitätsmanagement einen großen Beitrag leisten, damit mehr Beschäftigte klimafreundlich zur Arbeit kommen“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Das Potenzial von Homeoffice, Verkehr und damit Stoßzeiten und Staus zu reduzieren, ist auch künftig zu nutzen.

Die klimaschädlichen Emissionen sind in Österreich beim Bahnfahren laut Umweltbundesamt im Schnitt um 96 Prozent niedriger als beim Autofahren. Pro 1.000 Kilometer, die mit der Bahn statt mit dem Auto gefahren werden, werden im Schnitt fast 210 Kilogramm Treibhausgas-Emissionen vermieden, verdeutlicht der VCÖ.

Um den Verkehr auf Klimakurs zu bringen, sind neben der Verbesserung des öffentlichen Verkehrsangebots insbesondere in den Regionen, dem Ausbau der Rad-Infrastruktur und der rascheren Erhöhung des Anteils der E-Mobilität auch finanzielle Anreize für ein klimaverträglicheres Verkehrsverhalten nötig. „Österreich hat zu hohe Steuern auf Arbeit und zu niedrige auf CO2 und Umweltverschmutzung. Das, was es zu vermeiden gilt, nämlich CO2, ist höher zu bepreisen und das, was wir wollen, nämlich Arbeitsplätze, ist niedriger zu besteuern. Gerade jetzt, in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit, ist das Vorziehen der ökosozialen Steuerreform besonders wichtig“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Deutschland hat mit Jahresbeginn einen ersten Schritt gesetzt mit einem Preis von 25 Euro pro Tonne CO2.

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