VCÖ-Magazin 2023-02 Betriebliches Mobilitätsmanagement bringt´s

Ein starker Hebel für die Verkehrswende, der neue Wege aufzeigt: Betriebliches Mobilitätsmanagement reduziert CO2-Emissionen, spart Beschäftigten Geld und Unternehmen Pkw-Abstellplätze.

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Über die Hälfte aller in österreichischen Haushalten an Werktagen zurückgelegten Pkw-Kilometer fallen auf Arbeits- und Dienstwege. Damit sind in Österreich Arbeits- und Dienstwege der Hauptverursacher von Autofahrten – und bieten großes Potenzial für die Reduktion von CO2-Emissionen. Betriebliches Mobilitätsmanagement nimmt die Arbeits- und Dienstwege der Beschäftigten ins Visier mit dem Ziel, den Anteil der Autofahrten zu reduzieren und den Anteil des Öffentlichen Verkehrs und der aktiven Mobilität zu erhöhen. Arbeitgeber können auf mehreren Ebenen ihre Mitarbeitenden aktiv dabei unterstützen, ihre Arbeits- und Dienstwege umweltverträglicher zurückzulegen: Manche Firmen bieten im Tausch für den Firmenparkplatz ein Klimaticket an oder stellen ein Öffi-Jobticket zur Verfügung. Überdachte Radabstellplätze mit Lademöglichkeiten für E-Fahrräder oder ein Mobilitätsbudget statt einer Flotte an Firmenwagen sind weitere Bausteine betrieblichen Mobilitätsmanagements. Damit kann die Anzahl der Pkw-Abstellplätze reduziert werden, was die Kosten für deren Erhaltung verringert. Bei der Errichtung neuer Betriebsstätten ist die gute Anbindung an den Öffentlichen Verkehr ein zentrales Element im Mobilitätsmanagement.

Mobilitätsmanagement zum Standard machen

Gleichzeitig steigt durch Mobilitätsmanagement die Attraktivität des Betriebs als Arbeitgeber. Denn für die Beschäftigten bringt betriebliches Mobilitätsmanagement in den meisten Fällen eine Kostenersparnis im Vergleich zum Pendeln mit dem Pkw. Die Zeit in öffentlichen Verkehrsmitteln lässt sich zudem im Gegensatz zu Autofahrten besser nutzen – egal ob zur Entspannung, zum Lesen oder Arbeiten. Mit dem Rad zurückgelegte Arbeitswege stärken die Gesundheit. Die Unternehmen profitieren von entspannteren Mitarbeitenden und weniger Krankenständen.

Damit betriebliches Mobilitätsmanagement zum allgemeinen Standard wird, sind geänderte Rahmenbedingungen notwendig. So ist zwar das Jobticket steuerfrei, viele andere ökologisch sinnvolle Anreize gelten aber als geldwerte Vorteile und müssen deshalb versteuert werden, was sie unattraktiver macht. Umgekehrt müsste das Dienstwagenprivileg abgeschafft und das Pendelpauschale reformiert werden.

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Carola Strobl-Unterweger ist renommierte Verkehrspsychologin, Psychotherapeutin mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie, klinische Psychologin und Universitätslektorin. Sie lebt und
arbeitet in Graz.

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