VCÖ-Magazin 2024-02 Carsharing spart Platz, Geld und Ressourcen

Sharing-Angebote gibt es in immer mehr Städten und Gemeinden. Nutzerinnen und Nutzer schätzen die geringen Kosten und die Vorteile für die Umwelt. Tatsächlich reduziert die gemeinschaftliche Nutzung von Fahrzeugen den Energie- und Platzbedarf des Verkehrs.

VCÖ-Magazin als PDF

Ein Carsharing-Auto ersetzt bis zu 20 Privat-Pkw. Somit spart Sharing Ressourcen bei der Herstellung von Fahrzeugen und reduziert den Platzverbrauch des Pkw-Verkehrs. Weil Nutzerinnen und Nutzer von Carsharing häufiger mit dem Öffentlichen Verkehr fahren und das Auto meist nur dann verwenden, wenn sie es tatsächlich brauchen, reduziert Carsharing auch das Verkehrsaufkommen. Besonders verbreitet sind Sharing-Angebote in großen Städten. Hier wohnen viele Menschen in der Nähe der Sharing-Standorte, die Versorgung mit Öffentlichem Verkehr ist besser – und es gibt deutlich mehr autofreie Haushalte. Mittlerweile bieten aber auch viele kleinere Gemeinden Sharing an. Sie nutzen dabei meist das Angebot einer Plattform wie beispielsweise FloMobil oder caruso, die Komplettangebote entwickelt haben. Ein weiterer Baustein ist die Integration von Betrieben, bei denen Carsharing Firmenautos ersetzt. Angebote in Tourismusregionen sprechen Gäste genauso an wie Einheimische. Viele Anbieter setzen auf Elektroautos, Carsharing wird damit auch zum Türöffner dieser Mobilitätsform.

In vielen Ländern gibt es gut funktionierende Modelle

Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass es gut funktionierende Modelle in vielen Ländern gibt – und das Potenzial von Sharing noch lange nicht ausgeschöpft ist. In Deutschland gibt es in 1.285 Orten und Städten Carsharing – um rund 200 mehr als ein Jahr zuvor. 74 Prozent aller Städte ab einer Bevölkerungsgröße von 50.000 bieten die gemeinschaftliche Fahrzeug-Nutzung an, bei Großstädten ab 100.000 Menschen sogar 91 Prozent. Für die Nutzerinnen und Nutzer stehen die geringeren Kosten im Vergleich zum eigenen Pkw an erster Stelle der Argumente für Carsharing, gefolgt von der Umweltschonung. Wichtig ist auch die gute Einbindung in den Öffentlichen Verkehr, wie sie etwa bei Rail & Drive durch Standorte an Bahnhöfen verwirklicht ist. Sharing bedeutet aber nicht nur Carsharing: In Wien flächendeckend, in vielen größeren Städten – und sogar in manchen Kleinstädten wie Weiz – gibt es auch ausgebaute Bikesharing-Systeme. Anders als die genannten Beispiele ist E-Scooter-Sharing ökologisch zwiespältig, weil es oftmals Gehen oder Fahrten mit dem Öffentlichen Verkehr und nicht Pkw-Kilometer ersetzt.

WienMobil Station in Alt-Erlaa

Carsharing findet Stadt

weiterlesen

Sharing-Elektroauto auf Landstraße

Überwiegend elektrisch: Carsharing am Land

weiterlesen

Zwei Menschen gehen nebeneinander auf einer Straße

Blick über die Grenze: Carsharing in Europa

weiterlesen

Mann mit Lastenrad in dem ein Kind sitzt

Vom letzten Kilometer bis zur schweren Fracht

weiterlesen

Porträtfoto Eva Hofmann

Eva Hofmann - direkt gefragt

weiterlesen


Michael Schwendinger - Platz für Sharing schaffen

weiterlesen

Porträtfoto von Linda Dörrzapf

Nachgefragt bei Linda Dörrzapf
Wissenschafterin - TU Wien

weiterlesen

VCÖ-Factsheet: Carsharing erhöht Effizienz und ersetzt viele Privat-Pkw

weiterlesen


Aus Praxis und Forschung

Porträtfoto von Fabian Dorner

Fabian Dorner - Sharing an Bahnhöfen wird immer wichtiger

weiterlesen

Porträtfoto von Martin Russ

Martin Russ - Sharing-Angebote müssen zugänglicher werden

weiterlesen

Porträtfoto von Reinhard Wöhrenschimmel

Reinhard Wöhrenschimmel - Verstärktes Teilen von Fahrzeugen leistet einen Beitrag zur Mobilitätswende

weiterlesen

Porträtfoto von Fabian Rohrer

Fabian Rohrer - Corporate Carsharing ist ein flexibles Mobilitätsangebot für viele Zwecke

weiterlesen


Zurück zur Übersicht

VCÖ: Mehr als 1,3 Millionen Personen in Österreich lenken selten ein Auto – Carsharing Angebote ausbauen und verbessern

VCÖ (Wien, 16. Juli 2024) – Carsharing verbessert die Umwelt- und Energiebilanz des Autoverkehrs, reduziert Parkplatzprobleme und verringert die Mobilitätskosten der Haushalte, wie Vorträge und Praxis-Inputs bei der heutigen online abgehaltenen VCÖ-Fachkonferenz zeigten. Um das große Carsharing-Potenzial in Österreich besser auszuschöpfen, braucht es mehr Angebote und stärkere Anreize diese zu nutzen, stellt die Mobilitätsorganisation VCÖ fest. In Österreich lenken mehr als 1,3 Millionen Personen nur selten ein Auto, es sind nur maximal zehn Prozent der privaten Pkw gleichzeitig im Einsatz und es gibt rund 1,4 Millionen Zweit- und Drittautos mit einer durchschnittlich niedrigen Fahrleistung.

Mehr dazu
Foto: Klima- und Energiefonds

VCÖ: Kilometergeld erhöht Anreize zur Nutzung von Öffentlichen Verkehr, Fahrrad und Fahrgemeinschaften

VCÖ (Wien, 4. Juli 2024) – Dienstfahrten werden in Österreich derzeit überwiegend mit dem Auto gefahren und verursachen pro Jahr fast eine Million Tonnen klimaschädliches CO2, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Die Einführung des Zuschusses für Fahrten mit dem Öffentlichen Verkehr für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist ein Anreiz, dienstliche Wege vermehrt mit dem Öffentlichen Verkehr zurückzulegen. Rund die Hälfte der Dienstfahrten sind kürzer als zehn Kilometer. Die Angleichung des Fahrrad-Kilometergelds auf 50 Cent macht es attraktiv, kürzere Dienstfahrten mit dem Rad zu fahren, stellt der VCÖ fest.

Mehr dazu
Foto: Stefan Raab