VCÖ-Jahresbericht 2025
Rückblick auf das Jahr 2025: Kurs halten, Verkehrswende umsetzen – vorausschauend geplant, nachhaltig finanziert
Unter diesem Motto hat der VCÖ im Jahr 2025 zahlreiche Impulse zur Transformation unseres Verkehrssystems gesetzt. Darunter waren zwölf kompakte VCÖ-Factsheets, von denen drei auch auf Englisch erschienen sind, vier VCÖ-Magazine mit Good Practice-Beispielen und Stimmen aus der Fachwelt sowie zehn detaillierte VCÖ-Briefings zu aktuellen Verkehrsthemen. Dazu kamen neun Fachveranstaltungen, bei denen wir mehr als 1.300 Menschen aus der Fachwelt, Politik, Unternehmen und Bildung zusammenbrachten, um Ideen und Lösungsvorschläge zu diskutieren. Beim VCÖ-Mobilitätspreis wurden 363 Projekte und Konzepte eingereicht. Die besten holte der VCÖ vor den Vorhang, um Interessierten Mut zu machen und zum Nachahmen anzuregen. In mehreren Online-Umfragen, etwa dem sehr erfolgreichen VCÖ-Check: Problemstellen beim Radfahren, und dem jährlich durchgeführten VCÖ-Bahntest fragten wir Betroffene nach deren konkreten Anliegen und Bedürfnissen.
Zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur
Extremwetter-Ereignisse werden häufiger. Das stellt unsere Verkehrsinfrastruktur vor neue Heraus-forderungen. Auch die Straßeninfrastruktur Österreichs inklusive der rund 600 Tunnel und 23.000 Brücken kommt in die Jahre. Eine teure Sanierungswelle steht bevor, die die Budgets massiv belasten wird. Der VCÖ hat sich mit dieser Problematik intensiv auseinandergesetzt und klare Empfehlungen formuliert, um die bestehende Infrastruktur zu erhalten und künftige Großprojekte auf den Prüfstand zu stellen.
Gesunde und altersgerechte Mobilität fördern
In der Verkehrsplanung wird auf ältere Menschen zu wenig Rücksicht genommen. Das spiegelt sich leider auch in der Unfallstatistik wider. Das Verkehrssystem muss viel stärker an den demographischen Wandel angepasst werden: Dazu zählen insbesondere barrierefreie Infrastrukturen und angepasste Mobilitätsangebote. Gehen und Radfahren sind als gesunde Mobilität für ältere Menschen besonders wichtig. Wie Infrastrukturen angepasst und Gesundheitsbelastungen verhindert werden können, hat der VCÖ im Jahr 2025 genau recherchiert und gelungene Projekte aus dem In- und Ausland vorgestellt.
Öffentlichen Raum anpassen
Hitze in Städten durch Asphaltwüsten, Gehwege in der prallen Sonne: Vor allem für vulnerable Gruppen wie ältere und chronisch kranke Menschen wird eigenständige Mobilität an Hitzetagen zu einer starken Belastung. Durch Entsiegelung, Begrünung und Beschattung kann die Hitze im urbanen Raum besser bewältigt und die Aufenthaltsqualität im Freien gesteigert werden. Moderne Konzepte in der Siedlungsentwicklung unterstützen das soziale Gefüge, die Gesundheit und die lokale Wirtschaft. Wie das geht, hat der VCÖ im Jahr 2025 anhand vieler Beispiele und Lösungsvorschläge gezeigt.
Öffentlichen Verkehr verbessern
Öffentlicher Verkehr ist das Rückgrat der klimaverträglichen Mobilität. Der VCÖ hat sich damit auseinandergesetzt, welche Maßnahmen Busse und Bahnen in Ballungsräumen effizienter machen können. Doch auch in ländlichen Regionen gilt es, das Potenzial des Öffentlichen Verkehrs auszubauen und nachhaltig zu finanzieren. Digitalisierung spielt dabei eine besondere Rolle. Weitere Themen, die den VCÖ im Jahr 2025 beschäftigten, waren etwa das Potenzial von Mobilitätsmanagement in Unternehmen und im Tourismus sowie aktuelle Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten für nachhaltigeren Güterverkehr.
Wie der VCÖ arbeitet…
- Wir bereiten Daten und Fakten verständlich auf und erstellen übersichtliche Grafiken, Factsheets und detaillierte Briefings.
- Wir leisten intensive Netzwerk- und Überzeugungsarbeit bei Politik und Verwaltung sowie Unternehmen und Fachleuten.
- Wir machen aktive Öffentlichkeits- und Medienarbeit, damit aktuelle Verkehrsthemen im Gespräch bleiben.
- Wir halten Vorträge und organisieren selbst Fachveranstaltungen.
- Wir führen jährlich den VCÖ-Mobilitätspreis durch.
- Wir binden Interessierte und Betroffene durch unsere Umfragen ein und sorgen dafür, dass ihre Anliegen bei den Zuständigen ankommen.
Der VCÖ ist eine Anlaufstelle für alle, die Mobilität und Transport ökologisch verträglicher und sozial gerechter gestalten wollen. Wir sind in unserem Einsatz für eine Ökologisierung des Verkehrssystems sowohl in Österreich als auch gemeinsam mit Partnerorganisationen auf EU-Ebene aktiv.
Unsere Grafiken, Factsheets und Publikationen sind für alle frei zugänglich, werden häufig nachgefragt und unterstützen damit auch den Einsatz anderer – ob in Politik, Unternehmen, Schulen und Universitäten oder von lokalen Initiativen. Der Fokus des VCÖ liegt dabei stets auf konstruktiver und lösungsorientierter Kommunikation.
… und wie unser Einsatz wirkt
Der vielseitige Einsatz des VCÖ zeigte auch im vergangenen Jahr Wirkung. Hier nur wenige Beispiele:
Im April und Mai 2025 baten wir Interessierte und Betroffene, Problemstellen beim Radfahren in unsere Online-Österreichkarte einzutragen. Mehr als 8.700 Orte, an denen es Verbesserungen braucht, haben wir an die zuständigen Stellen gemeldet. Die vielen Einträge zeigen vielerorts dringenden Handlungsbedarf. Das sah auch die Stadt Salzburg so, die mit Verweis auf den VCÖ-Check ankündigte, ihr Budget für den Radwegebau zu verdoppeln!
Mit dem VCÖ-Mobilitätspreis und der VCÖ-Datenbank für vorbildhafte Mobilitätsprojekte machen wir zukunftsweisende Ideen und Projekte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Immer wieder inspirieren solche Projekte zur Nachahmung. Die „Autowette“ der Wiener Linien beispielsweise folgte einer Projektidee, die wir bereits 2023 mit dem VCÖ-Mobilitätspreis ausgezeichnet haben.
Schon seit Jahren spricht sich der VCÖ dafür aus, Tempo 30 im Ortsgebiet zur Norm zu machen. Nach dem Inkrafttreten einer StVO-Novelle, die die Umsetzung von Tempo 30 im Ortsgebiet erleichtern soll, gibt es erste positive Meldungen! Die Marktgemeinde Wattens in Tirol hat dank der Novellierung eine große zusammenhängende 30er-Zone umgesetzt.
Der VCÖ strebt eine Finanzierung seines Einsatzes aus verschiedenen Quellen an. Den bei Weitem größten Anteil tragen dabei Privatpersonen durch Spenden und den Kauf von VCÖ-Serviceleistungen. Mit ihren Spenden unterstützen Menschen, denen ökologisch verträgliche Mobilität ein Anliegen ist, die Arbeit des VCÖ.
Zum Teil finanziert sich der VCÖ durch Projektkooperationen, Sponsoringbeiträge und Inserate von Unternehmen. Der VCÖ erhält zudem Projektfinanzierungen durch die Öffentliche Hand.
Doch die Unterstützung durch Privatpersonen ist unabdingbar für die politische und thematische Unabhängigkeit und den langfristigen, konsequenten Einsatz des VCÖ.
Der VCÖ – Mobilität mit Zukunft ist Träger des Österreichischen Spendengütesiegels (www.osgs.at). Es steht für Sicherheit und Transparenz beim Spenden. Damit können Sie sicher sein, dass Ihre Spenden zweckbestimmt und wirtschaftlich eingesetzt werden.
Bankverbindung:
Empfänger: VCÖ - Mobilität mit Zukunft
IBAN AT11 2011 1822 5341 2200
Danke an alle, die unseren Einsatz im Jahr 2025 mit ihrer Spende gestärkt haben!
„Effektive Verkehrspolitik mutig umsetzen – gesund, sicher, kosteneffizient und nachhaltig“ – was wir für eine echte Transformation des Verkehrssystems jetzt benötigen, hat der VCÖ als sein Jahresmotto formuliert. Gerade in Zeiten knapper Budgets sind ambitionierte Maßnahmen möglich, wie der VCÖ anhand mehrerer Arbeitsschwerpunkte zeigen wird. Hier einige Beispiele:
Gesundheit und Verkehrssicherheit gemeinsam denken
Schwere Radunfälle entstehen vor allem durch Konflikte mit dem Kfz-Verkehr. Die Sicherheit im Radverkehr kann vor allem durch passende Infrastruktur und niedrigere Tempolimits erhöht werden. Sichere Radwege motivieren wiederum mehr Menschen zu gesunder, bewegungsaktiver Mobilität. Maßnahmen wie Temporeduktion des Kfz-Verkehrs und Anpassungen von Infrastruktur bei ohnehin anfallenden Straßensanierungen sind vergleichsweise kostengünstig und äußerst effizient, wie der VCÖ aufzeigen wird.
Öffentlichen Verkehr stärken und verbessern
Obwohl der Öffentliche Verkehr einen Hauptpfeiler der nachhaltigen Mobilität darstellt, gerät er in Zeiten knapper öffentlicher Budgets zunehmend unter Druck. Mit vielen Good Practice-Beispielen aus anderen Ländern wird der VCÖ zeigen, welche Projekte und Maßnahmen jetzt großes Potenzial haben, den Öffentlichen Verkehr auszubauen und zu finanzieren.
Güterverkehr nachhaltig und effizient gestalten
Etwa 30 Prozent des Verkehrsaufkommens in Städten entfallen auf Logistikverkehr – Tendenz steigend. Staus, Lärm und Luftverschmutzung sind die Folge. Dabei kann City-Logistik deutlich sau-berer und effizienter sein. Ein zentraler Ansatzpunkt ist die Elektrifizierung von Liefer- und Transport-fahrzeugen. Auch Transportabläufe können mit intelligenten Lösungen deutlich verbessert werden. Welche Lösungen das sind, wird der VCÖ im Jahr 2026 aufzeigen.
Ulla Rasmussen, VCÖ-Geschäftsführung:
„Die Entscheidungen, die wir heute treffen, gestalten die Mobilität von morgen. Deshalb setzt sich der VCÖ für ein Verkehrssystem ein, das uns gesund hält, die Umwelt schont und nachhaltiges Wirtschaften ermöglicht. Das schaffen wir nur mit Ihrer Spende. Danke!“
Spenden für die VCÖ-Tätigkeit sind steuerlich absetzbar. Registrierungsnummer: NT2247
Spenden-Konto: Erste Bank, IBAN: AT11 2011 1822 5341 2200, BIC: GIBAATWWXXX
Verantwortlich für Spendenwerbung: Florian Leppla florian.leppla@vcoe.at
Verantwortlich für Spendenverwendung: Heidrun Kuzma heidrun.kuzma@vcoe.at
Verantwortlich für Datenschutz: Christoph Hörhan christoph.hoerhan@vcoe.at