Aus der Forschung – Anton Amann

„Unser Verkehrssystem schränkt die Mobilität älterer Menschen ein“

Porträtfoto von Anton Amann
Anton Amann, Soziologe und Altersforscher

„Unangefochten ist die Tatsache, dass zur Lebensqualität im Alter möglichst uneingeschränkte Mobilität gehört. Die aber wird gerade für ältere Menschen vielfach behindert – durch verkehrstechnische Bedingungen, durch die Gesundheit, aber auch durch Vorurteile. Für Deutschland ist belegt, dass ältere Verkehrsteilnehmende in Typen unterteilt werden können: von hoch mobil und allgemein sehr zufrieden über ein mittleres und ein geringeres Maß an Mobilität und Zufriedenheit bis hin zu sehr geringer Mobilität und extremer Unzufriedenheit. Als Problem für die Zukunft gilt, dass die Kluft zwischen dem ersten und dem letzten Typus größer werden wird. Gründe sind die Zunahme der Dichte und der Geschwindigkeit des Straßenverkehrs. Doch die subjektiven Probleme, die ältere Menschen im Straßenverkehr haben, bedeuten auch für Jüngere oft Schwierigkeiten: zu kurze Ampelschaltungen für Gehende, schneller und aggressiver Verkehr, Nichtbeachten des Fußgängervorrangs beim Abbiegen durch Autofahrende und ähnliche Faktoren.“

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Temporeduktion in Frankreich zeigte Wirkung

In Frankreich wurde im Jahr 2018 auf zweistreifigen Landstraßen ohne Mittelstreifen das Tempolimit von 90 auf 80 km/h reduziert. Auf diesen Straßen sank die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zum übrigen Straßennetz um zwölf Prozent.

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Symbolbild

VCÖ: Minus 50 Prozent Verkehrstote in Österreich, wenn Männer so sicher mobil werden wie es Frauen heute sind

VCÖ (Wien, 6. März 2026) – Frauen sind im Straßenverkehr deutlich sicherer mobil als Männer und sie verursachen deutlich weniger Verkehrsunfälle, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse anlässlich des bevorstehenden Weltfrauentags zeigt. Im Vorjahr kamen fast viermal so viele Männer wie Frauen bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben. Auffallend ist, dass fast jede zweite tödlich verunglückte Frau eine Seniorin war. Weiteres Ergebnis der VCÖ-Analyse: In den vergangenen Jahren haben Männer doppelt so viele Verkehrsunfälle verursacht wie Frauen. Und bei Unfällen mit Alko-Lenkern war der Anteil der Männer sogar sechsmal so hoch wie der von Frauen.

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Foto: Kleines Kreuz mit Kerzen neben einer Freilandstraße