Aus der Forschung – Birgit Bednar-Friedl

„Es ist ein zentrales Ziel der Klimawandelanpassung, das Verkehrsnetz kompakt zu halten“

Porträtfoto von Birgit Bednar-Friedl
Birgit Bednar-Friedl, Klimaökonomin Wegener Center für Klima und Globalen Wandel der Universität Graz

„Schäden am Verkehrsnetz haben in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen, verursacht vor allem durch Überschwemmungen, Rutschungen und Sturm. Hitze und Trockenheit strapazieren nicht nur Menschen, die am Verkehr teilnehmen, sie können auch zu Verformungen von Schienen und auch zu Stromausfällen führen. Zusätzlich entstehen erhebliche volkswirtschaftliche Folgen durch Streckenunterbrechungen und Zeitkosten von Umwegen. Mit dem fortschreitenden Klimawandel nehmen Hitze und Starkregen deutlich zu – und somit auch das Schadenspotenzial, wie mehrere Studien für Europa und Österreich belegen. Wer trägt nun die Schäden und die Kosten der Anpassung? Für die Infrastrukturschäden sind dies die Infrastrukturbetreiber sowie Länder und Gemeinden, über die Auszahlungen des Katastrophenfonds aber letztlich auch die Öffentlichkeit. Zeitkosten und Lieferkettenausfälle werden von Unternehmen und Privaten getragen. Neben dem Schutz der Infrastruktur ist es somit ein zentrales Ziel der Anpassung, das Verkehrsnetz kompakt zu halten und Redundanzen auf zentrale Strecken zu beschränken.“

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VCÖ-Fachveranstaltung: Bei Klimawandelanpassung in Gemeinden und Städten braucht es mehr Tempo!

VCÖ (Wien, 26. November 2025) – Die Temperatur in Österreich ist seit 1900 um rund 3,1 °C gestiegen – mehr als doppelt so stark wie im globalen Durchschnitt. Die Temperaturen in Österreich und Mitteleuropa steigen stärker als noch vor zehn Jahren erwartet. Die Zahl der Menschen, die von Hitze gesundheitlich belastet werden, steigt. In Österreichs Gemeinden und Städte ist die Anpassung der Straßen und des öffentlichen Raums an den Klimawandel zu beschleunigen, wurde heute bei einer online durchgeführten VCÖ-Fachveranstaltung von den Expertinnen und Experten betont.

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VCÖ: Budgetbelastung durch notwendige Straßensanierungen wird massiv steigen

VCÖ (Wien, am 19. November 2025) – Die angespannten Budgets von Bund, Länder und Gemeinden werden in den kommenden Jahren durch stark steigende Sanierungskosten für das Straßennetz zusätzlich belastet, warnt die Mobilitätsorganisation VCÖ. Zudem werden Schäden durch Starkregen, Murenabgänge und Hitze infolge des Klimawandels zunehmen. Rechnungshofberichte kritisieren den schlechten Zustand von Landesstraßen. Statt Neubau sind im Interesse der Verkehrssicherheit verstärkte Investitionen in die Instandhaltung des Straßennetzes notwendig, fordert die Mobilitätsorganisation VCÖ.

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