Aus der Forschung - Elke Schimmel

Großzügig bemessene Flächen sind wichtig für Gehen und Radfahren

Porträtfoto von Elke Schimmel
Elke Schimmel, november:city

VCÖ-Magazin: Welche Aspekte sind besonders wichtig, damit ältere Menschen ihre Alltagswege möglichst gut zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen können?

Elke Schimmel: Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, mit Beeinträchtigungen konfrontiert zu sein, die Auswirkungen auf die Mobilität haben. Wenn eine Stadt oder Gemeinde sich darum bemüht, ein Umfeld zu schaffen, das darauf angemessen eingeht, kann dies für ältere Menschen positive Auswirkungen auf die Alltagsbewältigung haben und ihre Autonomie fördern. Auf stadtweiter Ebene ist daher eine konsequente Umsetzung kurzer Wege ein bedeutender Schritt.

VCÖ-Magazin: Was leisten in dieser Hinsicht unterschiedliche Formen der Verkehrsberuhigung?

Elke Schimmel: Je weniger Autos in der Stadt unterwegs sind, desto leichter können gerade ältere Menschen deren Geschwindigkeit einschätzen. Und geringere Geschwindigkeiten – zum Beispiel 30 Kilometer pro Stunde – bedeuten mehr Zeit für Reaktionen und Entscheidungen. Wichtig sind auch großzügig bemessene Flächen für das Gehen und den Radverkehr.

VCÖ-Magazin: Was ist bei der Gestaltung der Verkehrsflächen wichtig?

Elke Schimmel: Durch breitere Gehbereiche fühlen sich ältere Menschen durch andere Gehende weniger gedrängt, was ihr Wohlbefinden beim Gehen steigert. Auch im Hinblick auf den Radverkehr ist es wichtig, dass auch langsamere und möglicherweise bereits etwas unsicherere Radfahrinnen und Radfahrer gute Bedingungen vorfinden, um sich subjektiv sicher zu fühlen.
Mehr Bänke, attraktive Aufenthaltsbereiche und Plätze zum Begegnen tragen in deren Wahrnehmung generell zur Entschleunigung bei und machen Städte für Seniorinnen und Senioren – aber meist ja auch für alle anderen Altersgruppen – attraktiver.

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VCÖ: In den beliebtesten Sommerurlaubsländern Italien und Kroatien ist das Unfallrisiko höher als in Österreich

VCÖ (Wien, 18. Juni 2024) – Italien und Kroatien sind die beliebtesten Reiseziele für den Sommerurlaub. In beiden Staaten ist das tödliche Unfallrisiko höher als in Österreich, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, ebenso in weiteren beliebten Sommerurlaubsreisezielen, wie Griechenland, Ungarn und Türkei. Sicherer als hierzulande ist der Straßenverkehr insbesondere in den skandinavischen Ländern und in der Schweiz. Die Mobilitätsorganisation VCÖ weist darauf hin, dass in 20 EU-Staaten das Tempolimit auf Freilandstraßen niedriger ist als in Österreich, die Promille-Grenze ist in neun EU-Staaten niedriger. Mit dem eigenen Fahrverhalten kann das Unfallrisiko gesenkt werden: Tempolimits einhalten, keine riskanten Überholmanöver, mit voller Aufmerksamkeit und 0,0 Promille fahren, ausreichend Sicherheitsabstand halten und Pausen machen, empfiehlt der VCÖ.

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Foto: Sarah Duit

VCÖ: Beim Radverkehr in Österreich gibt es ein West-Ost Gefälle

VCÖ (Wien, am 2. Juni 2024) – In Westösterreich wird das Fahrrad von der Bevölkerung deutlich häufiger als Verkehrsmittel genutzt als in Ostösterreich, der Radverkehrsanteil an der Mobilität ist entsprechend höher, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse anlässlich des bevorstehenden Welttag des Fahrrads zeigt. Das „gelbe Trikot“ tragen die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger. Die meisten Fahrrad-Haushalte gibt es im Land Salzburg. Und Innsbrucks Bevölkerung nutzt häufiger das Fahrrad als Verkehrsmittel als das Auto. Das Potenzial für mehr Radverkehr ist in Österreich sehr groß, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ: Die Hälfte der Alltagswege ist kürzer als fünf Kilometer. Drei von vier Haushalten haben zumindest ein funktionstüchtiges Fahrrad.

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Foto: Sarah Duit