Aus der Forschung – Harald Frey

„Stadtnahe Autobahnen sind nicht die Lösung“

Porträtfoto von Harald Frey
Harald Frey, Senior Scientist, Institut für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik, TU Wien

Stadtnahe Autobahnen lösen nicht die Verkehrsprobleme von Ballungsräumen, sondern verstärken sie, indem sie insgesamt mehr Kfz-Verkehr erzeugen und damit das Stadtgebiet belasten. Gleichzeitig werden andere, stadtverträgliche Verkehrsarten, wie Zufußgehen und Radfahren und der Öffentliche Verkehr geschwächt, weil Nutzungen an den Stadtrand oder ins Umland verlagert und damit weite Wege erzeugt werden. Eine klare Alternative zum Bau der Lobauautobahn stellt die Attraktivierung von flächen- und energiesparenden Formen der Mobilität dar, die gleichzeitig für die Gesellschaft kostengünstiger in der Errichtung und im Betrieb sind. Ein Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und eine konsequente flächendeckende Beschleunigung von Bus und Straßenbahn gegenüber dem Autoverkehr stiften heute einen deutlich höheren volkswirtschaftlichen Nutzen als Straßenausbau, weil dadurch die negativen Effekte des fehleranfälligen Systems Autoverkehr im Ballungsraum reduziert und gleichzeitig höhere Kapazitäten im Personenverkehr geschaffen werden können. Der Weg zum Abbau von räumlichen Disparitäten, wie der ungleichen Verteilung von Arbeitsplätzen oder der Nahversorgung im Stadtgebiet, führt nicht über schnelle Verkehrsinfrastrukturen für den Kfz-Verkehr, sondern liegt in der Schaffung eines stadtverträglichen Verkehrssystems mit einer klaren Prioritätenreihung für Fuß-, Rad- und Öffentlichen Verkehr.

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VCÖ: Spritpreise seit Monatsanfang deutlich gesunken, Preisrückgang bei Diesel stärker als bei Benzin

VCÖ (Wien, 30. April 2026) – Der Preis für Eurosuper ist seit Monatsanfang im Österreich-Schnitt um 12 Cent pro Liter gesunken, der Preis für Diesel sogar um rund 25 Cent, wie eine VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der E-Control zeigt. Für die Spritkosten ist der Spritpreis nur ein Faktor, ein zweiter ist der Verbrauch. Ein Verbrauch pro 100 Kilometer von fünf statt sieben Litern wirkt so, als würde ein Liter Diesel statt 1,95 Euro nur 1,39 Euro kosten. Auch angesichts drohender Lieferengpässe fordert der VCÖ Maßnahmen zur Reduktion des Spritverbrauchs.

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Foto: Zapfhahn, welcher ein Diesel-Auto betankt.

VCÖ: Autoverkehr auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen ging im 1. Quartal bei jeder 2. Zählstelle zurück

VCÖ (Wien, 24. April 2026) – Heuer waren im 1. Quartal bei 127 von 248 Zählstellen auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen weniger Pkw unterwegs als im 1. Quartal des Vorjahres, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Asfinag zeigt. An Werktagen gab es an 132 Zählstellen einen Rückgang. Die Mobilitätsorganisation VCÖ betont, dass Unternehmen mit Öffi-Jobtickets, Leasingrädern, der Förderung von Fahrgemeinschaften und anderen Maßnahmen des Mobilitätsmanagements ihre Beschäftigten unterstützen können. Der VCÖ fordert in den Ballungsräumen eine eigene Spur für Busse und Fahrgemeinschaften sowie Schnellbusverbindungen und Rad-Highways als effiziente Stadt-Umland-Verbindungen.

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Foto: Autobahn, auf welcher einige Pkw und Lkw fahren