Aus der Forschung – Ilil Beyer Bartana

„Mehr Platz für aktive Mobilität führt zu mehr Nutzung“

Porträtfoto von Ilil Beyer Bartana
Ilil Beyer Bartana, Mobilitätsexpertin und Verkehrsplanerin, Umweltbundesamt

Damit Menschen aktiv mobil sein können und wollen, braucht es Raum. Dafür ist es notwendig, den öffentlichen Raum grundlegend neu zu denken und die Dominanz des Autoverkehrs und dessen negative Auswirkungen wie Schadstoffe, Lärm und mangelnde Sicherheit für aktiv Mobile zu reduzieren. Während Pkw derzeit den Straßenraum prägen, müssen Fußgängerinnen und Fußgänger und Radfahrende oft mit Restflächen auskommen. Nach dem Motto „Angebot schafft Nachfrage“ führt mehr Platz für aktive Mobilitätsformen – etwa durch Parkplatzumwidmung oder Fahrbahnrückbau – nachweislich zu mehr Nutzung. Für die ideale Kombination von Rad und Öffentlichem Verkehr ist eine nahtlose Infrastrukturkette erforderlich. Dazu zählen sichere, wettergeschützte Abstellanlagen und durchgängig attraktive Routen zu Knotenpunkten des Öffentlichen Verkehrs. Fehlende Sharing-Angebote oder komplizierte Mitnahmeregelungen wirken hingegen abschreckend. Ziel ist ein Gesamtangebot, das eine echte Alternative zum Pkw bietet, sodass Wege möglichst unkompliziert zurückgelegt werden können.

Zurück zur Übersicht

Straßensanierung für die Transformation nutzen

VCÖ - Mobilität mit Zukunft (September 2026) – Klimawandelanpassung im öffentlichen Raum und Verkehr hängen eng zusammen. Ohnehin anfallende Baustellen bieten die Chance, Straßenräume durch Umgestaltung ressourcenschonend zu klimaangepassten und attraktiven Mobilitäts- und Aufenthaltsräumen zu transformieren.

.

Mehr dazu
Geschwindigkeitsanzeige, die anzeigt, dass zu schnell gefahren wird

Wartberg ob der Aist: Eine kleine Gemeinde denkt groß

Die Marktgemeinde im Mühlviertel mit rund 4.500 Einwohnerinnen und Einwohnern zeigt, wie kommunales Mobilitätsmanagement auch im kleinen Maßstab funktioniert. Das im Jahr 2023 beschlossene Fußverkehrskonzept der Gemeinde setzt auf rund vier Kilometer neue Gehsteige, Tempo 30 im Schulumfeld, Neuwidmungen nur zentral oder bei Haltestellen und die Aktivierung von Leerstand statt Bebauung am Ortsrand.

Mehr dazu
Elektronisches Schild bei Zufahrtskontrolle für Pkw in Mailand