Aus der Forschung – Ilil Beyer Bartana

„Mehr Platz für aktive Mobilität führt zu mehr Nutzung“

Porträtfoto von Ilil Beyer Bartana
Ilil Beyer Bartana, Mobilitätsexpertin und Verkehrsplanerin, Umweltbundesamt

Damit Menschen aktiv mobil sein können und wollen, braucht es Raum. Dafür ist es notwendig, den öffentlichen Raum grundlegend neu zu denken und die Dominanz des Autoverkehrs und dessen negative Auswirkungen wie Schadstoffe, Lärm und mangelnde Sicherheit für aktiv Mobile zu reduzieren. Während Pkw derzeit den Straßenraum prägen, müssen Fußgängerinnen und Fußgänger und Radfahrende oft mit Restflächen auskommen. Nach dem Motto „Angebot schafft Nachfrage“ führt mehr Platz für aktive Mobilitätsformen – etwa durch Parkplatzumwidmung oder Fahrbahnrückbau – nachweislich zu mehr Nutzung. Für die ideale Kombination von Rad und Öffentlichem Verkehr ist eine nahtlose Infrastrukturkette erforderlich. Dazu zählen sichere, wettergeschützte Abstellanlagen und durchgängig attraktive Routen zu Knotenpunkten des Öffentlichen Verkehrs. Fehlende Sharing-Angebote oder komplizierte Mitnahmeregelungen wirken hingegen abschreckend. Ziel ist ein Gesamtangebot, das eine echte Alternative zum Pkw bietet, sodass Wege möglichst unkompliziert zurückgelegt werden können.

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VCÖ zum Welttag des Fahrrads: Österreich hat beim Radverkehr im internationalen Vergleich großen Aufholbedarf

VCÖ (Wien, 2. Juni 2022) – Jährlich 300 Millionen Euro sparen sich die Österreicherinnen und Österreicher, weil sie Strecken mit dem Fahrrad statt mit dem Auto fahren. Die Ersparnis könnte deutlich höher sein, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten hat Österreich sowohl bei der Rad-Infrastruktur als auch bei den rechtlichen Regelungen großen Aufholbedarf. Die Infrastruktur weist vielerorts große Mängel auf, gesetzliche Regelungen, die in anderen Staaten schon längst gang und gäbe sind, sind in Österreich noch immer nicht umgesetzt beziehungsweise werden blockiert. Der VCÖ fordert die rasche Umsetzung der StVO-Novelle, Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet und eine Infrastrukturoffensive für den Radverkehr sowohl in Städten als auch in den Regionen.

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Foto: Sarah Duit

VCÖ: StVO-Novelle bringt Verbesserungen und mehr Sicherheit für aktive Mobilität – „Längst überfälliger Schritt“

VCÖ (Wien, 29. April 2022) – Rund 4,8 Millionen Österreicherinnen und Österreicher nutzen das Fahrrad zumindest gelegentlich als Verkehrsmittel, davon 2,3 Millionen häufig, weist der VCÖ auf Daten der Statistik Austria hin. Für sie bringt die heute präsentierte StVO-Novelle Verbesserungen und mehr Sicherheit, durch den klar definierten Mindestabstand für Kraftfahrzeuge beim Überholen von Radfahrenden, den Grünpfeil für das Rechtsabbiegen und die verstärkte Öffnung von Einbahnen für das Radfahren. Positiv sind zudem die Verbesserungen für Fußgängerinnen und Fußgänger, betont der VCÖ, wie fußgängerfreundlichere Ampelschaltungen, mehr Sicherheit bei Haltestellen und Erleichterungen für die Einführung von Schulstraßen.

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Foto: Sarah Duit