Aus der Forschung - Karl W. Steininger

Verkehr ist Schlüssel zur Klimaneutralität

Karl W. Steininger: Professor of Climate Economics and Sustainable Transition Wegener Center for Climate and Global Change, Universität Graz

Für die Klimaneutralität ist der Verkehr ein Schlüsselsektor, denn 30 Prozent der heutigen Treibhausgas-Emissionen entfallen auf eben diesen Bereich – davon zwei Drittel auf den Personenverkehr. Bedenklich ist allerdings zurzeit, dass diese Emissionen nicht nur nicht zurückgehen, sondern in den letzten Jahren sogar wieder angestiegen sind.
Es bedarf also einer Trendumkehr und das E-Auto wird dabei nicht die alleinige Lösung sein. Viele Probleme bleiben auch mit E-Auto bestehen: Lärm, Stauanfälligkeit, Unfallkosten und insgesamt hohe Fahrzeugkosten. Nötig sind daher Ausbau und Attraktivierung des Öffentlichen Verkehrs sowie eine vorausschauende Raumordnung, die den Zugang zu Orten, Gütern, Dienstleistungen oder Personen in erster Linie fußläufig oder mit Fahrrad und Öffentlichem Verkehr ermöglicht.

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VCÖ zu IPCC-Bericht: Mehr Tempo beim Klimaschutz, weniger Tempo auf der Straße

Wien (VCÖ, 20. März 2023) - Die negativen Auswirkungen durch den menschengemachten Klimawandel sind bereits eingetreten und werden mit jedem weiteren Schritt der globalen Erwärmung weiter eskalieren, warnt der UNO-Weltklimarat in seinem aktuellen Bericht. Die Mobilitätsorganisation VCÖ weist auf die Verantwortung der heutigen Erwachsenen-Generation gegenüber ihren Kindern und Enkelkindern hin: Heute können wir noch mit verstärkten, rasch wirksamen Klimaschutzmaßnahmen weitere Eskalationen der Klimakrise verhindern. Im Verkehrsbereich ist der Aufholbedarf beim Klimaschutz groß, auch in Österreich.

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E-Fuels für Pkw – zu spät, zu teuer und zu ineffizient

E-Fuels werden als neue Heilsbringer im Autosektor propagiert. Ein Versprechen, das sich bei genauerem Hinsehen als Illusion entpuppt und wie eine Seifenblase zerplatzt. Eigentlich ist die Rechnung einfach. Je mehr Zwischenschritte notwendig sind, desto mehr Energie geht am Weg von Energieerzeugung bis Nutzung im Fahrzeug verloren. Elektromobilität hat mit 81 Prozent den höchsten Gesamtwirkungsgrad. Bei der Produktion von Wasserstoff geht bereits etwa die Hälfte der Energie in der Produktion und Bereitstellung verloren, am Ende bleiben 26 Prozent Gesamtwirkungsgrad. Für die Produktion von E-Fuels wird besonders viel Energie benötigt. Am Ende ist der Gesamtwirkungsgrad von E-Fuels im Verbrennungsmotor nur bei etwa 14 Prozent.

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash