Aus der Forschung - Katja Diehl

Die Privilegien des Autos unter allen verteilen

Katja Diehl, She Drives Mobility www.katja-diehl.de

Es gibt drei Regeln der Verkehrswende: Verkehr vermeiden, Verkehr verlagern, technische Innovationen. Die Covid19-Pandemie hat gezeigt: Menschen mit Bürojobs können telependeln und so viele Wege vermeiden. Der dritte Schritt, der Glaube an eine Technik, die alle Probleme lösen wird, ist meistens eine Ausrede, das Handeln in die Zukunft zu verschieben. Verkehrswende braucht jedoch heute klare Rahmenbedingungen. Neben attraktiven Angeboten, wie dem Klimaticket in Österreich, heißt das, das Auto als gleichberechtigten Partner im Mobilitätsmix zu sehen – seine Privilegien unter allen zu verteilen. Momentan gibt es viele Mobilitätslücken, die Menschen davon abhalten, das Auto stehenzulassen. Diese Lücken können Software-Unternehmen wie door2door aus Berlin gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen schließen. Es hat einen Algorithmus zum On-Demand-Ridepooling entwickelt, der auf Basis von Mobilitätsdaten neue Rufbusse mit virtuellen Haltestellen digital gestaltet. Innerhalb weniger Wochen können sie auf die Straße kommen und den Komfort des öffentlichen Verkehrssystems attraktivieren. In dieses System können auch Sharing-Angebote – Fahrräder, E-Scooter und Roller – eingespeist werden.

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VCÖ-Bahntest: Welche Maßnahmen zum Umstieg vom Auto auf die Bahn bewegen

VCÖ (Wien, 30. August 2026) – Die Mobilitätsorganisation VCÖ hat im Rahmen des diesjährigen VCÖ-Bahntests untersucht, was zum Umstieg vom Auto auf die Bahn führt. Sechs von zehn Fahrgästen fahren heute Strecken mit der Bahn, die sie früher mit dem Auto zurückgelegt haben. Die wichtigsten Gründe für den Umstieg waren der Erwerb eines Klimatickets, die nutzbare Zeit beim Bahnfahren, gestiegene Autokosten und Verbesserungen des Bahnangebots. Weiteres Ergebnis beim VCÖ-Bahntest: Es könnten noch viele weitere Autofahrten auf die Bahn verlagert werden, wenn die Gesamtreisezeit bei Bahnfahrten verkürzt wird und häufigere Bahnverbindungen, insbesondere außerhalb der Hauptverkehrszeiten, angeboten werden.

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Foto: ÖBB/Harald Eisenberger