Aus der Forschung – Klaus Weyerstraß

„Klimaziele und angespannte Budgets erfordern Konzentration auf den Erhalt der Infrastruktur“

Porträtfoto von Klaus Weyerstraß
Klaus Weyerstraß, Ökonom am Institut für Höhere Studien (IHS), Bereiche Konjunktur, Wachstum und öffentliche Finanzen

„Der Erhaltungszustand vieler Landesstraßen und zum Teil auch Gemeindestraßen ist jetzt schon schlecht, vor allem die dringend notwendige Sanierung von Brücken und Tunneln wird hohe Kosten verursachen. Dazu kommen noch durch Extremwettereignisse verursachte zusätzliche Ausgaben. Was bedeuten die steigenden Kosten für Straßenerhaltung aus budgetärer Sicht? In Zeiten einer schwachen Konjunktur und damit einer nur schwachen Entwicklung der Einnahmen von Ländern und Gemeinden aus den Ertragsanteilen und der Kommunalsteuer müssen die Länder und Gemeinden bei den Ausgaben zurückhaltend agieren. Die Kosten für Erhalt und Ausbau der Fernstraßen werden durch die Mauterlöse der Asfinag gedeckt. Die Asfinag ist nicht Teil des Staatssektors, weshalb ihre Ausgaben keine direkten budgetären Auswirkungen haben. Anders ist das mit den Landes- und Gemeindestraßen. In den Jahren 2022 und 2023 sind die Baukosten stark gestiegen, was auch zu höheren Ausgaben im Straßenbau geführt hat. Andererseits führen auch Vernachlässigungen von Investitionen in den Erhalt von Straßen und Brücken zu hohen Kosten durch Staus und damit verbundene Zeitverluste und Umweltbelastungen, wenn lange Umwege nötig werden. Daher sind Investitionen in den Erhalt der Straßeninfrastruktur unerlässlich. Gleichzeitig ist zu beachten, dass die Erreichung der Klimaziele nur mit einer Verringerung des Kfz-Verkehrs und einem Ausbau des Öffentlichen Verkehrs erreicht werden kann. Internationale Studien belegen, dass das Angebot neuer Straßen zusätzlichen Verkehr generiert. Die Klimaziele und die angespannten öffentlichen Budgets erfordern daher die Konzentration auf den Erhalt der Infrastruktur. Neubau sollte sich auf absolut notwendige Lückenschlüsse beschränken

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VCÖ: In die Autos von Österreichs Haushalten fließen rund 3,2 Milliarden Liter Sprit pro Jahr – Großes Sparpotenzial

VCÖ (Wien, 5. März 2024) – Mit dem bereits in den 1990er Jahren versprochenen 3-Liter Auto als Standard wäre der Spritverbrauch der Pkw von Österreichs Haushalten um die Hälfte niedriger als heute, macht der VCÖ am heutigen Welt-Energiespartag aufmerksam. Pro Jahr fließen derzeit rund 3,2 Milliarden Liter Diesel oder Benzin in die Tanks der Autos von Österreichs Haushalten. Schnell wirksam ist spritsparendes Fahren durch das der Verbrauch und damit die Kosten um 15 bis 20 Prozent verringert werden können. Mit einem energiesparenden Mobilitätsverhalten kann der Verbrauch zusätzlich gesenkt werden, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ.

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Foto: Sarah Duit

Zunehmend breitere Pkw verursachen vielfache Probleme

Obwohl der Pkw-Besetzungsgrad sinkt  hat die durchschnittliche Fahrzeugbreite in Österreich um fast zehn Zentimeter von 171,6 cm im Jahr 2001 auf durchschnittlich 181,1 cm 20 Jahre später zugenommen. Die Probleme, die mit den zunehmend größer und schwerer werdenden Pkw einhergehen, sind vielfältig.

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash