Aus der Forschung - Marion Jungbluth

Frauen sind anders mobil

Marion Jungbluth, Deutsche Verbraucherzentrale Bundesverband

VCÖ-Magazin: Was kann die weibliche Perspektive für eine zukunftsweisende Mobilität einbringen, was derzeit fehlt?

Marion Jungbluth: Mehr als die Hälfte der Menschen sind weiblich und viel unterwegs. Studien zeigen: Frauen sind anders mobil. Sie legen dreimal so viele Begleitwege zurück wie Männer und gehen doppelt so oft einkaufen. Die Anforderungen an das Mobilitätsangebot sind andere, wenn auch Kinder und Einkaufstaschen zu transportieren sind. Ein ganzheitliches Mobilitätssystem muss die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigen. Um diese Bedürfnisse zu erkennen, braucht die Verkehrspolitik neue Resonanzräume und ein partizipatorisches Design, zum Beispiel durch Mobilitätsräte.

VCÖ-Magazin: Welche Anforderungen haben speziell Frauen an den Öffentlichen Verkehr?

Marion Jungbluth: Unpünktlichkeit, schlechte Taktung und seltene Verbindungen erschweren die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Darüber hinaus ist das subjektive Sicherheitsempfinden bei Frauen in öffentlichen Verkehrsmitteln niedriger. Auch weil Frauen immer noch mehr Care-Arbeit leisten, fehlen oft Zeit und Nerven, Mobilitäts-Apps auszuprobieren. Wichtig ist ein besseres Angebot, also mehr Verbindungen, engere Takte, bessere Verknüpfung, sowie mehr Qualität durch Maßnahmen, die Fahrten sicherer und angenehmer machen. Öffentlicher Verkehr muss für alle die einfache und beste Wahl werden.

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VCÖ-Bahntest: Welche Maßnahmen zum Umstieg vom Auto auf die Bahn bewegen

VCÖ (Wien, 30. August 2026) – Die Mobilitätsorganisation VCÖ hat im Rahmen des diesjährigen VCÖ-Bahntests untersucht, was zum Umstieg vom Auto auf die Bahn führt. Sechs von zehn Fahrgästen fahren heute Strecken mit der Bahn, die sie früher mit dem Auto zurückgelegt haben. Die wichtigsten Gründe für den Umstieg waren der Erwerb eines Klimatickets, die nutzbare Zeit beim Bahnfahren, gestiegene Autokosten und Verbesserungen des Bahnangebots. Weiteres Ergebnis beim VCÖ-Bahntest: Es könnten noch viele weitere Autofahrten auf die Bahn verlagert werden, wenn die Gesamtreisezeit bei Bahnfahrten verkürzt wird und häufigere Bahnverbindungen, insbesondere außerhalb der Hauptverkehrszeiten, angeboten werden.

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Foto: ÖBB/Harald Eisenberger

VCÖ-Bahnhofstest: St. Pölten Hauptbahnhof sowie Bahnhof Lienz und Bahnhof Mariazell von den Fahrgästen am besten bewertet

Wien (VCÖ, 21. August 2026) – Beim diesjährigen VCÖ-Bahnhofstest wurde der Hauptbahnhof St. Pölten von den Fahrgästen am besten von allen großen Bahnhöfen bewertet. „Silber“ geht heuer an Wien Westbahnhof, „Bronze“ an den Grazer Hauptbahnhof. Zum schönsten Bahnhof wurde von den Fahrgästen der Wiener Hauptbahnhof gewählt. Bei den größeren Bahnhöfen außerhalb der Landeshauptstädte gewinnt beim VCÖ-Bahnhofstest der Bahnhof Lienz vor dem Bahnhof Hohenems und dem Bahnhof St. Paul im Lavanttal. In dieser Kategorie gewinnt der Bahnhof Feldkirch die Wahl zum schönsten Bahnhof, bei den kleinen Bahnhöfen wurde der Bahnhof Mariazell am besten bewertet.

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