Aus der Forschung – Martin Fellendorf

„Die Reisezeit von Tür zu Tür ist der wichtigste Faktor“

Porträtfoto von Martin Fellendorf
Martin Fellendorf, Professor für Straßen- und Verkehrswesen, TU Graz

Wichtigster Faktor bei der Verkehrsmittelentscheidung zwischen Kraftfahrzeug und Öffentlichem Verkehr ist zweifellos weiterhin die Tür-zu-Tür Reisezeit im Pendelverkehr. Wenn hier das Reisezeitverhältnis zu Lasten des Öffentlichen Verkehrs steigt, hat es der Öffentliche Verkehr schwer. Das bedeutet, immer wenn sowohl Quelle als auch Ziel der Fahrt in der Nähe eines guten Schienenverkehrsangebots liegen, können hohe Anteile des Öffentlichen Verkehrs realisiert werden. Sowohl Wohnraum als auch die Arbeitsplätze müssen gut mit dem Öffentlichen Verkehr erreichbar sein und über eine ausreichende Dichte verfügen. Diese hohen Siedlungsdichten verbunden mit einem attraktiven S-Bahnangebot (kurze Reisezeiten, hohe Taktdichte maximal 15 Minuten) sind zum Beispiel auf der Südbahn Richtung Wien oder auf der Achse Leibnitz-Graz gegeben mit entsprechend hohen Anteilen des Öffentlichen Verkehrs. Auf Achsen mit vergleichbarer Taktdichte und kurzen Reisezeiten zwischen den Haltestellen aber fehlenden Siedlungsdichten rund um die Haltestellen ist der Anteil des Öffentlichen Verkehrs spürbar geringer.

.

Zurück zur Übersicht

Gesellschaftliche Vielfalt im Verkehrssystem

Die Planung von Mobilitätsangeboten und Infrastruktur orientiert sich meist an einer fiktiven durchschnittlichen Person, die weitgehend einem gesunden Mann mit klassischen Vollzeit-Arbeitszeiten entspricht. Dabei sind die Ansprüche an die Mobilität genauso vielfältig wie die Gesellschaft, wie diese VCÖ-Publikation mit Daten, Fakten und konkreten Beispielen zeigt.

Mehr dazu

VCÖ-Fachveranstaltung: Wie kann Mobilitätsgarantie aussehen?

Mobilitätsgarantie bedeutet, dass Menschen Ihre Alltagsziele ohne eigenes Auto gut erreichen können. Aber wie kann eine Mobilitätsgarantie konkret aussehen? Welche öffentlich zugänglichen Angebote, von Linienverkehr über bedarfsorientierte Mikro-ÖV Angebote bis zu Carsharing, braucht es? Wie kann ihre Nutzung so einfach wie möglich gemacht werden? Diese und weitere Fragen wurden bei der VCÖ-Fachdiskussion erörtert.

Mehr dazu
Foto: VVV Markus Gmeiner