Aus der Forschung – Martin Fellendorf

„Die Reisezeit von Tür zu Tür ist der wichtigste Faktor“

Porträtfoto von Martin Fellendorf
Martin Fellendorf, Professor für Straßen- und Verkehrswesen, TU Graz

Wichtigster Faktor bei der Verkehrsmittelentscheidung zwischen Kraftfahrzeug und Öffentlichem Verkehr ist zweifellos weiterhin die Tür-zu-Tür Reisezeit im Pendelverkehr. Wenn hier das Reisezeitverhältnis zu Lasten des Öffentlichen Verkehrs steigt, hat es der Öffentliche Verkehr schwer. Das bedeutet, immer wenn sowohl Quelle als auch Ziel der Fahrt in der Nähe eines guten Schienenverkehrsangebots liegen, können hohe Anteile des Öffentlichen Verkehrs realisiert werden. Sowohl Wohnraum als auch die Arbeitsplätze müssen gut mit dem Öffentlichen Verkehr erreichbar sein und über eine ausreichende Dichte verfügen. Diese hohen Siedlungsdichten verbunden mit einem attraktiven S-Bahnangebot (kurze Reisezeiten, hohe Taktdichte maximal 15 Minuten) sind zum Beispiel auf der Südbahn Richtung Wien oder auf der Achse Leibnitz-Graz gegeben mit entsprechend hohen Anteilen des Öffentlichen Verkehrs. Auf Achsen mit vergleichbarer Taktdichte und kurzen Reisezeiten zwischen den Haltestellen aber fehlenden Siedlungsdichten rund um die Haltestellen ist der Anteil des Öffentlichen Verkehrs spürbar geringer.

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VCÖ: Alternativen zur Lobauautobahn rasch auf Schiene bringen

VCÖ (Wien, 29. September 2022) – Für den Bau der Lobau-Autobahn gibt es aus Verkehrssicht keinen Bedarf, wie die heute präsentierte Studie der TU-Wien zeigt. Stattdessen braucht es ein verstärktes öffentliches Verkehrsangebot. Auch die sich verschärfende Klimakrise hat veränderte Rahmenbedingungen gebracht, auf die die Verkehrsplanung reagieren muss. Der VCÖ begrüßt die Einleitung der Strategischen Prüfung Verkehr und fordert, dass die klimaverträglichen Alternativen rasch auf Schiene gebracht werden.

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Foto: Sarah Duit

Mobilitätsgarantie flächendeckend umsetzen

VCÖ - Mobilität mit Zukunft (September 2022) – Auto-Abhängigkeit ist teuer, energieintensiv und klimaschädlich – und vor allem in Regionen ein Problem. Ein öffentlich zugängliches Mobilitätsangebot inklusive gut ausgebauter Infrastruktur für Gehen und Radfahren schafft Unabhängigkeit und ist ein zentraler Schritt in Richtung klimaverträgliche Verkehrswende. Es gilt nun, von der Theorie in die Praxis zu kommen.

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Foto einer Bahnstation mit Zug, Bus und Carsharing Auto