Aus der Forschung – Martin Fellendorf

„Die Reisezeit von Tür zu Tür ist der wichtigste Faktor“

Porträtfoto von Martin Fellendorf
Martin Fellendorf, Professor für Straßen- und Verkehrswesen, TU Graz

Wichtigster Faktor bei der Verkehrsmittelentscheidung zwischen Kraftfahrzeug und Öffentlichem Verkehr ist zweifellos weiterhin die Tür-zu-Tür Reisezeit im Pendelverkehr. Wenn hier das Reisezeitverhältnis zu Lasten des Öffentlichen Verkehrs steigt, hat es der Öffentliche Verkehr schwer. Das bedeutet, immer wenn sowohl Quelle als auch Ziel der Fahrt in der Nähe eines guten Schienenverkehrsangebots liegen, können hohe Anteile des Öffentlichen Verkehrs realisiert werden. Sowohl Wohnraum als auch die Arbeitsplätze müssen gut mit dem Öffentlichen Verkehr erreichbar sein und über eine ausreichende Dichte verfügen. Diese hohen Siedlungsdichten verbunden mit einem attraktiven S-Bahnangebot (kurze Reisezeiten, hohe Taktdichte maximal 15 Minuten) sind zum Beispiel auf der Südbahn Richtung Wien oder auf der Achse Leibnitz-Graz gegeben mit entsprechend hohen Anteilen des Öffentlichen Verkehrs. Auf Achsen mit vergleichbarer Taktdichte und kurzen Reisezeiten zwischen den Haltestellen aber fehlenden Siedlungsdichten rund um die Haltestellen ist der Anteil des Öffentlichen Verkehrs spürbar geringer.

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VCÖ begrüßt Österreichs erste Übertragungsverordnung durch das Land Tirol

VCÖ (Wien, 25. Juni 2026) - Die Mobilitätsorganisation VCÖ begrüßt die Entscheidung des Landes Tirol, der Gemeinde Kundl zu ermächtigen, die Einhaltung des Tempolimits im Ort zu kontrollieren. Damit ist das Land Tirol das erste Bundesland, das eine sogenannte Übertragungsverordnung erteilt. Der VCÖ weist darauf hin, dass im Vorjahr in Österreich zwei Drittel der Verkehrsunfälle mit Personenschaden im Ortsgebiet passierten. Die effiziente Überwachung von Tempolimits trägt wesentlich zu mehr Verkehrssicherheit bei.

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VCÖ: Straßenraum rascher und stärker an den Klimawandel anpassen

VCÖ (Wien, 23. Juni 2026) – Die aktuelle Hitzewelle macht spürbar, dass zu viele Straßen in Städten und Gemeinden nach wie vor nicht an den Klimawandel angepasst sind. Asphalt heizt sich in der prallen Sonne auf rund 60 Grad Celsius auf. Gehsteige und Haltestellen in der prallen Sonne, ohne Schatten, sind für ältere Menschen, chronisch Kranke und andere vulnerable Gruppen kaum benützbar und schränken ihre Mobilität massiv ein, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Laut Statistik Austria fühlt sich fast jede zweite Person in Österreich durch Hitze stark oder eher stark belastet. Der VCÖ fordert Maßnahmen für mehr Schatten bei Gehsteigen und Haltestellen sowie kürzere Rotphasen für Fußgängerampeln.

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