Aus der Forschung – Martin Fellendorf

„Die Reisezeit von Tür zu Tür ist der wichtigste Faktor“

Porträtfoto von Martin Fellendorf
Martin Fellendorf, Professor für Straßen- und Verkehrswesen, TU Graz

Wichtigster Faktor bei der Verkehrsmittelentscheidung zwischen Kraftfahrzeug und Öffentlichem Verkehr ist zweifellos weiterhin die Tür-zu-Tür Reisezeit im Pendelverkehr. Wenn hier das Reisezeitverhältnis zu Lasten des Öffentlichen Verkehrs steigt, hat es der Öffentliche Verkehr schwer. Das bedeutet, immer wenn sowohl Quelle als auch Ziel der Fahrt in der Nähe eines guten Schienenverkehrsangebots liegen, können hohe Anteile des Öffentlichen Verkehrs realisiert werden. Sowohl Wohnraum als auch die Arbeitsplätze müssen gut mit dem Öffentlichen Verkehr erreichbar sein und über eine ausreichende Dichte verfügen. Diese hohen Siedlungsdichten verbunden mit einem attraktiven S-Bahnangebot (kurze Reisezeiten, hohe Taktdichte maximal 15 Minuten) sind zum Beispiel auf der Südbahn Richtung Wien oder auf der Achse Leibnitz-Graz gegeben mit entsprechend hohen Anteilen des Öffentlichen Verkehrs. Auf Achsen mit vergleichbarer Taktdichte und kurzen Reisezeiten zwischen den Haltestellen aber fehlenden Siedlungsdichten rund um die Haltestellen ist der Anteil des Öffentlichen Verkehrs spürbar geringer.

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VCÖ-Magazin 2026-02 Öffentlicher Verkehr in Städten und Ballungsräumen

Energieeffizient, leistungsfähig und in hohem Ausmaß elektrisch – damit ist der Öffentliche Verkehr das krisensichere Fundament der Mobilität in Ballungsräumen. Verbesserte Angebote und weitere Maßnahmen können seinen Anteil deutlich erhöhen.

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Cover des Magazins mit mehreren Infografiken

VCÖ: Fast jede vierte Person, die Pendlerpauschale bezieht, hat Jahreseinkommen von über 60.000 Euro

VCÖ (Wien, am 9. Juni 2026) – Mehr als 600 Millionen Euro kostet heuer die Pendlerpauschale und der Pendlereuro dem Budget. Eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des Finanzministeriums zeigt, dass zuletzt fast jede vierte Person, die Pendlerpauschale bezog, ein Jahreseinkommen von über 60.000 Euro hatte. Und vier von zehn Personen, die Pendlerpauschale erhielten, hatten einen kurzen Arbeitsweg von zwei bis 19 Kilometern, informiert der VCÖ. Während die Bundesregierung in vielen Bereichen, von Familien, Gesundheit bis zum Klimaschutz, spart und Leistungen kürzt, wurde eine dringend notwendige Reform des Pendlerpauschales erneut verabsäumt. Und das, obwohl man mit einer Reform nicht nur Geld einsparen, sondern auch die soziale und ökologische Treffsicherheit verbessern hätte können.

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Foto:  Petra Bork/pixelio.de