Aus der Forschung – Martin Fellendorf

„Die Reisezeit von Tür zu Tür ist der wichtigste Faktor“

Porträtfoto von Martin Fellendorf
Martin Fellendorf, Professor für Straßen- und Verkehrswesen, TU Graz

Wichtigster Faktor bei der Verkehrsmittelentscheidung zwischen Kraftfahrzeug und Öffentlichem Verkehr ist zweifellos weiterhin die Tür-zu-Tür Reisezeit im Pendelverkehr. Wenn hier das Reisezeitverhältnis zu Lasten des Öffentlichen Verkehrs steigt, hat es der Öffentliche Verkehr schwer. Das bedeutet, immer wenn sowohl Quelle als auch Ziel der Fahrt in der Nähe eines guten Schienenverkehrsangebots liegen, können hohe Anteile des Öffentlichen Verkehrs realisiert werden. Sowohl Wohnraum als auch die Arbeitsplätze müssen gut mit dem Öffentlichen Verkehr erreichbar sein und über eine ausreichende Dichte verfügen. Diese hohen Siedlungsdichten verbunden mit einem attraktiven S-Bahnangebot (kurze Reisezeiten, hohe Taktdichte maximal 15 Minuten) sind zum Beispiel auf der Südbahn Richtung Wien oder auf der Achse Leibnitz-Graz gegeben mit entsprechend hohen Anteilen des Öffentlichen Verkehrs. Auf Achsen mit vergleichbarer Taktdichte und kurzen Reisezeiten zwischen den Haltestellen aber fehlenden Siedlungsdichten rund um die Haltestellen ist der Anteil des Öffentlichen Verkehrs spürbar geringer.

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VCÖ: In Wien alle tödlichen Pkw-Unfälle im Vorjahr wegen nicht angepasster Geschwindigkeit

VCÖ (Wien, 11. November 2024) – Fünf Todesopfer, 52 schwer Verletzte und 522 leicht Verletzte – das ist die Opferbilanz von Verkehrsunfällen in Wien, die im Vorjahr wegen nicht angepasster Geschwindigkeit verursacht wurden, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Die größte Opfergruppe bei Verkehrsunfällen in Folge von zu hohem Tempo waren Pkw-Insassen. Die Exekutive hat in Wien mehr als 630.000 Übertretungen von Tempolimits geahndet. Die Einhaltung von Tempolimits hängt von mehreren Faktoren ab, wie der Anzahl der Kontrollen, den Toleranzgrenzen und auch von der Straßengestaltung, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ.  

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Stellplatzvorgaben umfassend reformieren

VCÖ - Mobilität mit Zukunft (November 2024) – Landesgesetze und lokale Stellplatzverpflichtungen schreiben vor, dass bei Bauprojekten Auto-Stellplätze errichtet werden müssen. Vorgaben für den Öffentlichen Verkehr, Gehen, Radfahren oder Sharing sind oft weniger verbindlich oder fehlen. Damit bleibt die Auto-Nutzung geförderter Standard. Innovative Projekte zeigen, dass der Wohnbau großes Transformationspotenzial hat.

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Garage eines Mehrparteienhauses mit Autos und Fahrrädern