Aus der Forschung – Martin Fellendorf

„Die Reisezeit von Tür zu Tür ist der wichtigste Faktor“

Porträtfoto von Martin Fellendorf
Martin Fellendorf, Professor für Straßen- und Verkehrswesen, TU Graz

Wichtigster Faktor bei der Verkehrsmittelentscheidung zwischen Kraftfahrzeug und Öffentlichem Verkehr ist zweifellos weiterhin die Tür-zu-Tür Reisezeit im Pendelverkehr. Wenn hier das Reisezeitverhältnis zu Lasten des Öffentlichen Verkehrs steigt, hat es der Öffentliche Verkehr schwer. Das bedeutet, immer wenn sowohl Quelle als auch Ziel der Fahrt in der Nähe eines guten Schienenverkehrsangebots liegen, können hohe Anteile des Öffentlichen Verkehrs realisiert werden. Sowohl Wohnraum als auch die Arbeitsplätze müssen gut mit dem Öffentlichen Verkehr erreichbar sein und über eine ausreichende Dichte verfügen. Diese hohen Siedlungsdichten verbunden mit einem attraktiven S-Bahnangebot (kurze Reisezeiten, hohe Taktdichte maximal 15 Minuten) sind zum Beispiel auf der Südbahn Richtung Wien oder auf der Achse Leibnitz-Graz gegeben mit entsprechend hohen Anteilen des Öffentlichen Verkehrs. Auf Achsen mit vergleichbarer Taktdichte und kurzen Reisezeiten zwischen den Haltestellen aber fehlenden Siedlungsdichten rund um die Haltestellen ist der Anteil des Öffentlichen Verkehrs spürbar geringer.

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VCÖ und Stadträtin Sima: Wiener*innen heute nachhaltiger mobil als vor 20 Jahren - 20. VCÖ-Mobilitätspreis Wien gestartet

VCÖ (Wien, 10. April 2024) - Viele Wienerinnen und Wiener sind nachhaltig mobil: Neun von zehn fahren zumindest gelegentlich mit den Öffis, mehr als die Hälfte nutzt das Fahrrad als Verkehrsmittel. Mit 74 Prozent legen die Wienerinnen und Wiener insgesamt fast dreimal so viele Alltagswege zu Fuß, mit Öffis und Fahrrad zurück wie mit dem Auto, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Die Ausgangslage ist also gut, dennoch gibt es natürlich auch in Wien noch Potenzial für mehr nachhaltige Mobilität. Der diesjährige VCÖ-Mobilitätspreis Wien steht deshalb unter dem Motto "Mobilität nachhaltig verbessern", der heute von Stadträtin Ulli Sima, dem VCÖ und den ÖBB gestartet wurde. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass nachhaltige Mobilität nicht nur Treibhausgase reduziert, sondern auch Kosten. Im Nachhaltigkeit-Check der Mobilität stehen bewegungsaktive Mobilität sowie der Öffentliche Verkehr am Podest.

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Bessere CO2-Standards für Lkw: Gut fürs Klima und unsere Gesundheit

Schwerfahrzeuge sind für 27 Prozent der CO2-Emissionen, 50 Prozent der emittierten Stickstoffoxide und 32 Prozent des Feinstaubs (PM 2,5) des Straßenverkehrs verantwortlich. Der Umstieg auf emissionsfreie Fahrzeuge ist daher gemeinsam mit der Verlagerung auf die Schiene eine der wichtigsten Maßnahmen, um den Güterverkehr zu dekarbonisieren und die durch Dieselabgase verursachte Luftverschmutzung zu reduzieren.

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