Aus der Forschung - Sibylla Zech und Elias Grinzinger

Verkehrsberuhigung ist Mobilitätsbelebung in Stadt und Land

Sibylla Zech und Elias Grinzinger, TU Wien – Forschungsbereich Regionalplanung und Regionalentwicklung / land.mobil:LAB

„Verkehrsberuhigung ist Mobilitätsbelebung, im städtischen und ganz besonders im ländlichen Raum. Weniger Autoverkehr bedeutet mehr und sichere Mobilität für die Menschen, die vor Ort leben, arbeiten, einkaufen, zu Gast sind und Zeit verbringen. Dorfstraßen und Dorfplätze werden zu aktiven Mobilitätsräumen, wenn sie zum Gehen und Radfahren, zum schnellen Schritt auf kurzen Wegen und zum Schlendern und sich hallo Sagen, einladen. Barrierefrei und nachhaltig in den Straßen und Gassen unserer Dörfer unterwegs sein zu können, ist für  viele Mobilitätsbedürfnisse noch nicht ausreichend möglich, etwa für Menschen, die mit Kinderwagen, Rollstuhl, Gehhilfen, Lastenrad, Transportwagerl, Taschen oder Trolley  unterwegs sind. Hier braucht es noch viel mehr Aufmerksamkeit. Verkehrsberuhigung ist ein essenzieller Baustein zur Stärkung der Ortskerne, der Baukultur und der Lebensqualität am Land. Zersiedelung wiederum untergräbt diese Qualität, weil sie lange Wege bedingt. Wichtig ist daher eine flächensparende Siedlungsentwicklung, die auf vorhandene Zentren fokussiert und kurze Wege ermöglicht.“

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VCÖ: Mehr als 2,6 Millionen Fahrrad-Haushalte in Österreich

VCÖ (Wien, 27. Mai 2026) - In Österreich besitzen laut Statistik Austria 63 Prozent aller Haushalte zumindest ein funktionstüchtiges Fahrrad. Zwischen den Bundesländern gibt es bei den Fahrrad-Haushalten einige Unterschiede, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. In Oberösterreich und Salzburg ist der Anteil der Fahrrad-Haushalte mit 71 Prozent am höchsten, in Wien mit 52 Prozent am niedrigsten. Wien ist aber das einzige Bundesland, wo es mehr Rad-Haushalte als Auto-Haushalte gibt. Beim VCÖ-Mobilitätspreis Österreich sind Projekte gesucht, die es der Bevölkerung erleichtern, das Fahrrad häufiger als Verkehrsmittel nutzen zu können.

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Foto: Drei Fahrradfahrerinnen vor einer Straßenüberquerung

VCÖ-Fachveranstaltung: Mehr Radverkehr durch sichere Infrastruktur

Rund 3,8 Millionen Menschen in Österreich ab 16 Jahren nutzen zumindest gelegentlich das Fahrrad als Verkehrsmittel, davon 1,8 Millionen täglich oder mehrmals pro Woche. Das Potenzial für mehr Radverkehr ist in Österreich groß, vier von zehn Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer. Eine zentrale Voraussetzung für mehr Radverkehr ist eine sichere Radinfrastruktur, so ein Ergebnis der VCÖ-Fachveranstaltung am 20. Mai 2026 an der mehr als 200 Personen teilgenommen haben und bei der auch internationale und nationale Good-Practice-Beispiele vorgestellt wurden. So ist im Ballungsraum Kopenhagen durch die Umsetzung von Radschnellwegen die Zahl der Radfahrerinnen und Radfahrer auf der jeweiligen Route im Schnitt um 52 Prozent gestiegen, in der deutschen Stadt Freiburg hat sich der Radverkehr auf einer neuen Radvorrangroute mehr als verdoppelt.

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Foto von Radfahrenden auf Radweg