Aus der Praxis: Barbara Urban

„Kurze Wege bereits in der Planung sicherstellen“

Um eine Stadt der kurzen Wege in Graz umzusetzen, versuchen wir, die gewunschten Fus- und Radverbindungen bereits in der Flachenwidmungsplanung ersichtlich zu machen und in der Bebauungsplanung zu sichern. Und wir uberprufen regelmasig, wie sich die Anzahl der Menschen, die eine Haltestelle, eine Kinderbetreuungseinrichtung oder einen Lebensmittelhandel in tatsachlich fuslaufiger Entfernung haben, verandert und ob die gesetzten Masnahmen wirken. Bei neuen groseren Wohnsiedlungen achten wir darauf, dass dadurch moglichst wenig Kfz-Verkehr generiert wird, um das umliegende Strasennetz nicht weiter zu belasten. Die Stadt Graz schliest dazu sogenannte Mobilitatsvertrage mit Bautragern ab. Dabei wird ein niedriger Kfz-Stellplatzschlussel mit Angeboten und Informationen zur einfacheren Nutzung von Offentlichem Verkehr, Fus- und Radverkehr sowie Carsharing und E-Mobilitat fur die dort Einziehenden verknupft.

Barbara Urban
Stadt Graz, Leiterin Gesamtverkehrskonzept

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Welche Lehren aus dem Hitzesommer 2026 aus Mobilitätssicht zu ziehen sind

Österreich hat den heißesten Sommer seiner Messgeschichte hinter sich. Es war ein Sommer voll großem menschlichen Leid: 646 hitzebedingte Todesfälle allein im Juni und Juli. In den Wochen danach wurde viel darüber gesprochen, wie sich Menschen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld vor Hitze schützen lassen. Wir sprechen über Beschattung, über Entsiegelung, über Begrünung und über Trinkbrunnen. All das sind wichtige Ansätze, und es braucht sie alle und mehr. Sie haben jedoch eine gemeinsame Voraussetzung, über die kaum jemand spricht: Sie brauchen Platz. Und dieser Platz ist in unseren Städten und Ortskernen fast überall bereits vergeben, allzu oft an das Auto.

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash

VCÖ: Anteil der Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen, steigt – jener, die mit Rad fahren, sinkt

VCÖ (Wien, 4. September 2026) – Am Montag beginnt in Wien, Niederösterreich und Burgenland die Schule, eine Woche später in den anderen sechs Bundesländern. Der Schulweg ist eine große Chance, den zunehmenden Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen zu reduzieren. Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen oder in Kombination mit dem Öffentlichen Verkehr, bewegen sich regelmäßig, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ. Der Anteil der Kinder, die am Schulweg häufig zu Fuß mobil sind, ist in Österreich in den vergangenen Jahren gestiegen, der Anteil der radfahrenden Kinder hingegen gesunken. Im Bundesländer-Vergleich sind beim Zu-Fuß-Gehen am Schulweg die Kinder in Vorarlberg und Wien Spitzenreiter, beim Radfahren Salzburgs Kinder, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des BMIMI zeigt. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen, damit Kinder sicher zu Fuß und mit dem Rad mobil sein können.

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Drei Kinder mit Schultasche auf dem Schulweg, welche von hinten gezeigt werden und einen Gehsteig entlang gehen.