Aus der Praxis - Brigitta Hollosi

Dem Hitzeinsel-Effekt entgegenwirken

Brigitta Hollosi, Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik ZAMG, Stadtmodellierung

VCÖ-Magazin: Welche Klimaanpassungsmaßnahmen braucht es, um eine weitere gesundheitsschädliche Erhitzung der Städte einzubremsen?

Brigitta Holosi: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dem Hitzeinsel-Effekt entgegenzuwirken – etwa durch naturbasierte Anpassungsmaßnahmen wie mehr Grün- und Wasserflächen sowie durch technologische Lösungen, etwa das Verringern der Absorption der Sonnenstrahlung durch verstärkte Reflexion oder Beschattung. Ein ausgeprägtes Stadtgrün kann erheblich zur Verbesserung des Klimas und der Lebensqualität in einer Stadt beitragen. Eine aktuelle Studie für Städte in Österreich, in der eine Kombination von Anpassungsmaßnahmen unter möglichen zukünftigen Klimabedingungen untersucht worden ist, weist jedoch darauf hin, dass alleine durch Anpassungsmaßnahmen die Temperaturzunahme in Städten angesichts des Klimawandels langfristig nicht kompensiert werden kann und unterstreicht die Relevanz von entsprechenden Klimaschutzmaßnahmen.

VCÖ-Magazin: Was kann die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik dazu beitragen?

Brigitta Holosi: Im Bereich Stadtklima verfolgt die ZAMG das Ziel, wissenschaftlich fundierte Grundlagen zur Bewältigung der kurz- und langfristigen Herausforderungen des Klimawandels in Städten zu erstellen und Städte mit Entscheidungsgrundlagen zu unterstützen, damit sie klimatische Aspekte innerhalb ihres Handlungsrahmens aufgreifen können. So führen wir meteorologische Beobachtungen in urbanen Räumen durch, um die langjährige Temperaturentwicklung quantifizieren zu können und verwenden numerische Modelle, um mikroklimatische Effekte in urbanen Räumen zu erfassen. Mit deren Hilfe können flächendeckende Informationen sowie zahlreiche Szenarien in Hinsicht auf Klimazukunft, Klimaanpassung und Urbanisierung untersucht werden.

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VCÖ fordert verbindliche Sektorziele im Klimagesetz und raschere Umsetzung der Maßnahmen

VCÖ (Wien, 29. Oktober 2026) – So positiv das Bekenntnis zur Klimaneutralität Österreichs im Jahr 2040 ist, so negativ sind die fehlenden verbindlichen Sektorziele, stellt die Mobilitätsorganisation VCÖ in ihrer Stellungnahme zum Klimagesetz fest. Auch kommt der erste Klimafahrplan zu spät. Schon im Jahr 2025 hat Österreich die von der EU erlaubte Höchstmenge an Treibhausgasen überschritten. Bis zum Jahr 2030 müssen Österreichs Treibhausgas-Emissionen insgesamt um rund zwölf Millionen Tonnen sinken, doch der erste Klimafahrplan mit konkreten Maßnahmen muss erst Ende 2027 vorliegen. Je länger beim Klimaschutz im Verkehr gebremst wird, umso teurer wird die Erdölabhängigkeit für Bevölkerung und Wirtschaft. Der VCÖ fordert daher mehr Tempo bei der Reduktion des Treibstoffverbrauchs in Österreich.

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Foto: Th. Reinhardt pixelio.de