Aus der Praxis - Frauke Burgdorff

Städte wollen Gestaltungsfreiheit bei Tempolimits

Frauke Burgdorff, Baustadträtin der Stadt Aachen, Sprecherin der Initiative „Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeit“

VCÖ-Magazin:  Warum haben sich in Deutschland schon über 500 Kommunen der Initiative „Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten“ angeschlossen?

Frauke Burgdorff: Die Städte wünschen sich Gestaltungsfreiheit für sicherere, leisere und damit lebenswertere öffentliche Räume. Sowohl die Bremswege als auch der Lärm reduzieren sich mindestens um ein Drittel zwischen Tempo 50 und Tempo 30.

VCÖ-Magazin: Was sind die größten Hindernisse?

Frauke Burgdorff: Die Anordnung von abweichenden Geschwindigkeiten  – insbesondere auf Hauptverkehrsstraßen – ist aufwendig  und häufig nicht möglich. Ganz gleich ob 30, 60 oder 70 innerorts geregelt werden soll. Noch können wir nicht umsetzen, weil vorher das deutsche Straßenverkehrsgesetz und die Straßenverkehrsordnung reformiert werden müssen.

VCÖ-Magazin: Was sind die nächsten Schritte?

Frauke Burgdorff: Wir haben dazu aufgerufen, dass Kommunen die Europäische Woche der Mobilität nutzen, um Verkehrsversuche zum Thema „angemessene Geschwindigkeit“ durchzuführen. Aktuell wohnen circa 27 Millionen Menschen in den Kommunen, deren Räte sich dem Aufruf angeschlossen haben. Es wäre angemessen, wenn wir die Chance bekämen mit dem zuständigen Ministerium in den direkten Dialog zu gehen und zu einem Gespräch eingeladen würden.

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VCÖ: Weniger Verkehrstote im heurigen Sommer, aber Zahl der Todesopfer weiterhin hoch

VCÖ (Wien, 1. September 2026) – 81 Menschen kamen heuer nach vorläufigen Daten des Innenministeriums im Juli und August bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Im Juli und August des Vorjahres verloren nach endgültigen Daten der Statistik Austria 102 Menschen ihr Leben im Straßenverkehr. Während die Zahl der tödlichen Motorradunfälle gleich hoch blieb, ging die Zahl der tödlich verletzten Pkw-Insassen sowie Rad- und E-Bike-Fahrenden deutlich zurück. Mit 242 Verkehrstoten seit Jahresanfang weist Österreich nach acht Monaten mehr Todesopfer im Straßenverkehr auf als die Schweiz im gesamten Vorjahr. Insbesondere auf den Freilandstraßen sind verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen nötig, betont der VCÖ.

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Foto: Kleines Kreuz mit Kerzen neben einer Freilandstraße

Straßensanierung für die Transformation nutzen

VCÖ - Mobilität mit Zukunft (September 2026) – Klimawandelanpassung im öffentlichen Raum und Verkehr hängen eng zusammen. Ohnehin anfallende Baustellen bieten die Chance, Straßenräume durch Umgestaltung ressourcenschonend zu klimaangepassten und attraktiven Mobilitäts- und Aufenthaltsräumen zu transformieren.

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Geschwindigkeitsanzeige, die anzeigt, dass zu schnell gefahren wird