Aus der Praxis: Markus Reiter

„Pilotprojekt „Kühle Meile“, um Hitzetage erträglicher zu machen“

Bis Ende des Jahrhunderts rechnet die Wissenschaft in Wien-Neubau mit 50 bis 55 extremen Hitzetagen pro Jahr. Damit gehört der 7. Bezirk zu den vom Klimawandel stark betroffenen Gebieten Wiens. Die zunehmend heißen Sommertage sind eine große Belastung für die Bewohnerinnen und Bewohner. Mit der Neugestaltung der Zieglergasse entsteht jetzt das Pilotprojekt, das zeigt, wie Hitzetage auch in der Großstadt erträglich gemacht werden können. Die Bezirksvorstehung für den 7. Bezirk und die für Straßenbau zuständige MA 28 verwandeln die Zieglergasse heuer in eine sogenannte „Kühle Meile“ – Wiens erste klimaangepasste Straße. Gezielte Umbaumaßnahmen, Begrünung sowie Kühlbögen und Wasserentnahmestellen erhöhen die Lebensqualität auch an heißen Tagen. Mit der „kühlen Meile Zieglergasse“ schaffen wir Lebensraum, der Hitzetage auch im dicht bebauten Wien-Neubau erträglich machen wird. Die vollständige positive Wirkung dieser Maßnahmen werden wir schon in drei bis fünf Jahren spüren können. Zumindest das können wir heute für die nächste Generation tun.

Markus Reiter
Bezirksvorsteher des 7. Wiener Bezirks Neubau

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Welche Lehren aus dem Hitzesommer 2026 aus Mobilitätssicht zu ziehen sind

Österreich hat den heißesten Sommer seiner Messgeschichte hinter sich. Es war ein Sommer voll großem menschlichen Leid: 646 hitzebedingte Todesfälle allein im Juni und Juli. In den Wochen danach wurde viel darüber gesprochen, wie sich Menschen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld vor Hitze schützen lassen. Wir sprechen über Beschattung, über Entsiegelung, über Begrünung und über Trinkbrunnen. All das sind wichtige Ansätze, und es braucht sie alle und mehr. Sie haben jedoch eine gemeinsame Voraussetzung, über die kaum jemand spricht: Sie brauchen Platz. Und dieser Platz ist in unseren Städten und Ortskernen fast überall bereits vergeben, allzu oft an das Auto.

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash