Aus der Praxis: Markus Reiter

„Pilotprojekt „Kühle Meile“, um Hitzetage erträglicher zu machen“

Bis Ende des Jahrhunderts rechnet die Wissenschaft in Wien-Neubau mit 50 bis 55 extremen Hitzetagen pro Jahr. Damit gehört der 7. Bezirk zu den vom Klimawandel stark betroffenen Gebieten Wiens. Die zunehmend heißen Sommertage sind eine große Belastung für die Bewohnerinnen und Bewohner. Mit der Neugestaltung der Zieglergasse entsteht jetzt das Pilotprojekt, das zeigt, wie Hitzetage auch in der Großstadt erträglich gemacht werden können. Die Bezirksvorstehung für den 7. Bezirk und die für Straßenbau zuständige MA 28 verwandeln die Zieglergasse heuer in eine sogenannte „Kühle Meile“ – Wiens erste klimaangepasste Straße. Gezielte Umbaumaßnahmen, Begrünung sowie Kühlbögen und Wasserentnahmestellen erhöhen die Lebensqualität auch an heißen Tagen. Mit der „kühlen Meile Zieglergasse“ schaffen wir Lebensraum, der Hitzetage auch im dicht bebauten Wien-Neubau erträglich machen wird. Die vollständige positive Wirkung dieser Maßnahmen werden wir schon in drei bis fünf Jahren spüren können. Zumindest das können wir heute für die nächste Generation tun.

Markus Reiter
Bezirksvorsteher des 7. Wiener Bezirks Neubau

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Hitzewellen nehmen zu

Durch die Erderhitzung nehmen Wetterextreme, wie Starkregen, Stürme und, wie derzeit stark bemerkbar, Hitze zu. Im Zeitraum der Jahre 1971 bis 1991 gab es in den meisten Österreichischen Landeshauptstädten fünf bis elf Hitzetage mit über 30 Grad. Zwischen den Jahren 1991 bis 2020 waren es bereits 16 bis 22 Hitzetage und Höchstwerte bei über 40. Eine Studie der ETH Zürich rechnet in Wien im Jahr 2050 mit Temperaturen wie heute im nordmazedonischen Skopje. Für Kärnten wird bis zum Jahr 2100 mit einem Anstieg von bis zu 4,2 Grad Celsius im Jahresmittel gerechnet. Das hat gravierende Folgen. Mit der Zunahme von Hitzetagen treten auch vermehrt gesundheitliche Risiken auf.

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash

VCÖ: Straßen in Städten müssen rascher an Erderhitzung angepasst werden

VCÖ (Wien, 28. Juni 2022) – Österreichs Städte müssen Straßen und den öffentlichen Raum rascher und stärker an die Erderhitzung anpassen, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ. Städtische Straßen ohne Bäume und Grünflächen heizen sich tagsüber massiv auf, kühlen auch in der Nacht nur gering ab. Die Hitzewelle ist für viele Menschen eine ernste Gesundheitsgefahr. Die Zahl der Hitzetoten ist in Jahren mit heißen Sommern höher als die Zahl der Verkehrstoten, verdeutlicht der VCÖ. Um sichtbar zu machen, wo es Hitze-Hotspots gibt, können jetzt Bürgerinnen und Bürger auf der VCÖ-Website in einer Online-Karte Straßen und Plätze eintragen, wo es zu einem regelrechten Hitze-Stau kommt.

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Foto: Sarah Duit