Aus der Praxis: Nicole Ringer

„Maßnahmen am Schulweg zahlen sich aus.“

Um Gehen und Radfahren im ländlichen Raum attraktiv zu machen, braucht es vor allem den Willen der Lokal- und Regionalpolitik, aktive Mobilitätsformen zu fördern. Das heißt, ein offenes Bekenntnis zu aktiver Mobilität zu leben und die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen und dabei nicht nur auf Förderungen von Land und Bund zu warten. Was es auch braucht, sind sichere Schulwege, die Kinder selbstständig zu Fuß und mit dem Fahrrad zurücklegen können. Wenn Kinder ihre Wege nur aus dem Fenster des Autos kennen, verlieren sie den Bezug zu ihrem Umfeld. Gleichzeitig werden Schulwege durch immer mehr Elterntaxis unsicherer. Maßnahmen im Bereich Schulweg zahlen sich besonders aus, da sie zukünftige Generationen früh mit aktiven Mobilitätsformen in Kontakt bringen und nachhaltige Fortbewegungsmuster implementieren. Es braucht mehr Information über Alternativen zum Auto. Viele können sich gar nicht vorstellen, wie ein Tag mit vielen Wegen und Transporten ohne ein Auto überhaupt funktionieren kann. Es braucht daher plakative Vorbilder in den Gemeinden.

Nicole Rieger
Raumplanerin,
dissertiert zum Thema, wie Radfahren und
Gehen im ländlichen Raum gestärkt werden können.

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VCÖ-Fachveranstaltung: Mehr Radverkehr durch sichere Infrastruktur

Rund 3,8 Millionen Menschen in Österreich ab 16 Jahren nutzen zumindest gelegentlich das Fahrrad als Verkehrsmittel, davon 1,8 Millionen täglich oder mehrmals pro Woche. Das Potenzial für mehr Radverkehr ist in Österreich groß, vier von zehn Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer. Eine zentrale Voraussetzung für mehr Radverkehr ist eine sichere Radinfrastruktur, so ein Ergebnis der VCÖ-Fachveranstaltung am 20. Mai 2026 an der mehr als 200 Personen teilgenommen haben und bei der auch internationale und nationale Good-Practice-Beispiele vorgestellt wurden. So ist im Ballungsraum Kopenhagen durch die Umsetzung von Radschnellwegen die Zahl der Radfahrerinnen und Radfahrer auf der jeweiligen Route im Schnitt um 52 Prozent gestiegen, in der deutschen Stadt Freiburg hat sich der Radverkehr auf einer neuen Radvorrangroute mehr als verdoppelt.

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Foto von Radfahrenden auf Radweg

Mehr Radverkehr durch sichere Infrastruktur

VCÖ - Mobilität mit Zukunft (Juni 2026) – Radfahren ist gesund, wirtschaftlich sinnvoll und gewinnt als Alltagsverkehrsmittel zunehmend an Bedeutung. Sichere Radinfrastruktur ist der entscheidende Hebel, um mehr Menschen das Radfahren zu ermöglichen und gleichzeitig bestehende Radfahrende besser zu schützen.

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Geschwindigkeitsanzeige, die anzeigt, dass zu schnell gefahren wird