Aus der Praxis - Stefan Duelli

Rechtlichen Rahmen für umweltverträgliche Mobilität schaffen

Stefan Duelli, Amt der Vorarlberger Landes-regierung, Verkehrsplanung

Damit die Mobilitätswende gelingen kann, braucht es neben einer „menschen-gerechten“ Infrastruktur auch einen geeigneten rechtlichen Rahmen für eine umweltverträgliche Mobilität. Die Regeln der Straßenverkehrsordnung (StVO) widerspiegeln allerdings in vielen Bereichen noch den Kfz-fokussierten Geist der 1960er-Jahre. Das Land Vorarlberg macht sich deshalb schon seit längerem für eine Neuausrichtung der StVO mit einer stärkeren Berücksichtigung der Mobilitätsformen Gehen und Radfahren stark.

Neben Anpassungen zur direkten Förderung des Rad- und Fußverkehrs, etwa der Berücksichtigung eines Mindest-Überholabstandes oder der generellen Öffnung von Einbahnen für Radfahren in die Gegenrichtung, wäre es im Rahmen einer Novellierung der StVO auch notwendig, mehr Möglichkeiten zur Schaffung attraktiver Ortszentren vorzusehen. Derzeit sind Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Straßenabschnitten insbesondere im Rahmen des §43 StVO realisierbar, welcher allerdings restriktiv auszulegen ist. Eine Novellierung der StVO soll deshalb Temporeduktionen insbesondere auch auf Landesstraßen in Ortszentren leichter ermöglichen, um – unterstützt durch eine attraktive Gestaltung – die Verkehrssicherheit für Radfahrende und Gehende zu erhöhen und durch eine verbesserte Aufenthaltsqualität die Ortszentren als „Herz der Gemeinde“ zu stärken.

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VCÖ: Im Vorjahr waren 62 Prozent der im Straßenverkehr tödlich verletzten Radfahrenden Seniorinnen und Senioren

VCÖ (Wien, 13. Juli 2026) – Seniorinnen und Senioren sind die größte Opfergruppe bei tödlichen Radunfällen in Österreich, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Im Vorjahr waren 40 der insgesamt 65 mit Fahrrad oder E-Bike tödlich verletzten Radfahrenden 65 Jahre oder älter. Mit der wachsenden Anzahl älterer Menschen wird es immer wichtiger, dass unser Verkehrssystem seniorengerecht wird. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert den verstärkten Ausbau des Radwegenetzes insbesondere entlang von Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen und hohen Tempolimits. Im Ortsgebiet sind Verkehrsberuhigung sowie Tempo 30 statt 50 wirksame Maßnahmen, um insbesondere für ältere Menschen die Sicherheit beim Radfahren zu erhöhen.

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Foto: Kleines Kreuz mit Kerzen neben einer Freilandstraße

Radurlaub auf Rezept im Hasetal

Wie sich Gesundheitsvorsorge, sicheres Radfahren und sozialer Anschlussverbinden lassen, zeigt das niedersächsische Hasetal. Unter dem Titel „Radurlaub auf Rezept“ kombiniert die Region zwei zertifizierte Präventivkurse mit geführten Radtouren. In Begleitung erfahrener Reiseleitungenwerden täglich Touren unternommen, von kürzeren Streckenbis zu längeren Etappen.

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Elektronisches Schild bei Zufahrtskontrolle für Pkw in Mailand