Bahn und Bus machen Radausflüge flexibel

Fahrradbus statt zurück zum Auto: Doris O. und ihre Freundin Rita M. schätzen den Fahrradbus im Bregenzerwald, da so die Routenwahl flexibler ist und nicht zu einem abgestellten Auto zurückgekehrt werden muss.

Am Wochenende raus aus der Stadt und hinaus in die Natur? Zahlreiche Angebote machen durch Kombination von Bahn, Bus und Fahrrad klimaverträgliche Ausflüge mittlerweile leicht möglich.

Von Susanne Wolf

Malerische Rundbogenbrücken, beeindruckende Schluchten, Sandbänke an kristallklarem Wasser – der Ybbstal-Radweg bietet eine der schönsten Touren mit dem Fahrrad in Österreich. Besonders die Strecke zwischen Waidhofen an der Ybbs und Lunz am See ist für Tagesausflüge sehr beliebt, auch bei Familien. „Der Radweg führt entlang einer ehemaligen Eisenbahnstrecke direkt am Wasser entlang“, weiß Andreas Purt, Geschäftsführer von Mostviertel Tourismus. „Der Radweg hat die Region aufgewertet, Tourismus und Gastronomie profitieren davon.“ Schon im Eröffnungsjahr 2017 wurden rund 40.000 Gäste auf dem Radweg gezählt, im Jahr 2020, als zuletzt gezählt wurde, bereits 65.000. Der Erfolg des 107 Kilometer langen Weges von Ybbs nach Lunz, liegt auch daran, dass Radfahrende, die das 55 Kilometer lange Kernstück von Waidhofen nach Lunz, wo es keinen begleitenden Bahnverkehr mehr gibt, nur in eine Richtung radeln möchten, die Möglichkeit haben, mit dem Radtramperbus oder dem Ybbstal-Radtaxi wieder zurückzufahren. Der Bus verkehrt in den Sommerferien täglich, das Taxi kann telefonisch gebucht werden. Von Wien ist der Ybbstal-Radweg mit der Bahn einfach erreichbar, am besten mit den stündlichen Niederflur-CJX-Zügen der ÖBB ab Westbahnhof, in denen Fahrräder ohne Reservierung mitgenommen werden können. In gut einer Stunde ist der Startpunkt Ybbs erreicht oder in eineinhalb Stunden die Zwischenetappe Amstetten, wo auch bis Waidhofen umgestiegen werden kann.

Einfach-Raus-Radticket

Wer in der Freizeit nachhaltig unterwegs sein will, braucht gute und niedrigschwellige Angebote, die oft durch Kombination verschiedener Verkehrsmittel erzielt werden. Das Einfach-Raus-Ticket der ÖBB etwa ist ein günstiges Gruppenticket für zwei bis fünf Personen, bei dem der Preis nach der Anzahl der Personen berechnet wird. Für Radausflüge gibt es das Einfach-Raus-Radticket, das die Fahrrad-Mitnahme inkludiert. Beide Tickets gelten einen ganzen Tag lang in allen Zügen des Nah- und Regionalverkehrs der ÖBB sowie der Raaberbahn. Und wie sieht es mit der Anzahl an Stellplätzen für Fahrräder in den Zügen aus? „Bei den Nahverkehrszügen gibt es keine genaue Anzahl, da hier keine Reservierungspflicht besteht. Es handelt sich dabei um Mehrzweckbereiche, in welchen die Fahrräder abgestellt werden können. In den Railjets gibt es fünf oder sieben Stellplätze je nach Garnitur, die vorreserviert werden müssen“, erklärt Cornelia Walch, Konzernkoordinatorin Fahrrad der ÖBB.

Mit Rad und Bus in den Bregenzerwald

Mit dem Fahrradbus in den Bregenzerwald – der Vorarlberger Verkehrsverbund macht‘s möglich. Der Fahrradbus R1 fährt von Donnerstag bis Sonntag zwischen Bregenz und Warth, die Fahrräder werden auf einem Anhänger mitgeführt. Besonders schön für Radfahrende ist die Strecke von Schnepfau nach Bregenz entlang der Ach, ein erfrischendes Bad im Fluss für Unerschrockene inklusive. „Wir schätzen am Fahrradbus, dass die Suche nach einem Auto-Abstellplatz entfällt und wir ungebunden sind“ erzählt die Lehrerin Doris O. „Denn wir können unsere Routen frei zusammenstellen und nach der Radtour müssen wir nicht mehr zu einem abgestellten Auto zurück.“ Auch der Lechtal-Radweg ist mit dem R1 gut machbar, ab Hochkrumbach Salober, und dann über das Allgäu wieder zurück nach Bregenz. „Diese Tour kann dank des R1 als Tagesausflug gemacht werden, sonst wäre sie ohne Übernachtung nicht zu machen“, schwärmt Doris.

Bahn und Leihrad kombiniert

Der Verkehrsverbund Steiermark macht zahlreiche Freizeitangebote in Form von Broschüren zugänglich, wie etwa 25 Radtouren im Rahmen von Rad & Bahn und die dazugehörige Fahrrad-App „BikeNatureGuide“. Die Weinland Steiermark-Tour etwa führt von Leibnitz über Graz und Fürstenfeld zurück nach Leibnitz. Je nach Zeit und Ausdauer kann nach beliebig langer Strecke die Rückfahrt mit der Bahn angetreten werden.

Auch in Tirol gibt es zahlreiche Angebote für Ausflüge mit dem Fahrrad: Die wegfinder-App zeigt Verleihstationen für Mountainbikes und E-Bikes von Bike Tirol an. Die Standorte mit je 25 Rädern befinden sich in Matrei am Brenner, Wörgl und Kufstein in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs. Vom Wörgler Bahnhof etwa sind es nur fünf Minuten bis zum Inntalradweg, der entlang des Flusses bis nach Innsbruck führt, oder in entgegengesetzter Richtung nach Kufstein. Falls der Weg zu lang wird, finden sich in beiden Richtungen mehrere Bahnhöfe für die Rückfahrt mit der Bahn. Mit dem Mountainbike bietet sich zudem das über 800 Kilometer lange Radwegnetz in den Kitzbüheler Alpen an – mit rund 80 Ladestationen für E-Mountainbikes. Die Berggipfel von Hoher Salve, Wilder Kaiser und Kitzbüheler Horn bilden im Hintergrund eine wildromantische Kulisse.

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Tempo 30 in der Stadt rettet Leben

Menschen in Städten sind besonders von den negativen Auswirkungen des Verkehrs betroffen – und das hat auch gesundheitliche Folgen. Abgestellte Autos nehmen in Städten einen großen Teil des öffentlichen Raums ein. Die starke Versiegelung ändert das Mikroklima und erhöht lokal die Hitze nachweislich. Gleichzeitig stellen sowohl durch abgestellte Autos verstellte Straßen und Kreuzungen aufgrund der Sichteinschränkung und die hohen Geschwindigkeiten der fahrenden Fahrzeuge ein Sicherheitsrisiko insbesondere für alle, die zu Fuß, mit Fahrrad oder Roller mobil sind, dar. Verkehr verursacht maßgeblich Schadstoffe in der Luft. Das führt zu Lungenkrankheiten und Einschränkungen wie Atemnot oder Husten. Kopfschmerzen und Schlafstörungen sind nur zwei der vielen Auswirkungen von dauerhaftem Verkehrslärm auf die Gesundheit der Menschen. Eines ist klar, Verkehr beeinträchtigt unsere Gesundheit.

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash

VCÖ: Radwegeausbau zentral, damit Bevölkerung verstärkt auf Fahrrad umsteigen kann

VCÖ (Wien, 22. März 2023) – Der VCÖ begrüßt die heute von der Stadt Wien präsentierten Rad-Infrastrukturprojekte, wie den Ausbau in Favoriten und in der Donaustadt sowie die Fahrradstraßen Argentinierstraße und Pfeilgasse. Der Radverkehr in der Argentinierstraße hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt, mehr Platz für den Radverkehr ist hier dringend nötig. Favoriten wiederum hat beim Radverkehrsanteil großen Aufholbedarf, entsprechend groß ist das Potenzial. Wichtig sind zusätzlich zum Radwegeprogramm der Stadt Wien auch verstärkte Maßnahmen der Bezirke, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ.

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