Blick zurück aus der Zukunft

Eingebunden statt abgekoppelt

„Da haben wir ja Glück gehabt“, kommentiert Leonore die Nachricht auf ihrem Bildschirm, die da sagt, dass gerade zahlreiche Gemeinden wieder unter Quarantäne gestellt wurden. Anfang der 2030er-Jahre hatte Leonore mit ihrer Familie die Stadt verlassen, um jetzt in der Region zu leben. Es hatte lange gedauert, bis in ihrem Ort jene digitalen Infrastrukturen fertiggestellt waren, die ein stadtfernes und dennoch vernetztes Leben in Verbindung mit künstlicher Intelligenz benötigt. Güterversorgung mit Drohnen und Selbstversorgung mit Strom aus Sonne und Wind hatten schnell funktioniert. Erst die pandemischen Seuchen der 2020er-Jahre, die immer wieder tausende Menschen zwangen ohne physischen Fremdkontakt in ihren Wohnquartieren auszuharren, hatten den digitalen Infrastrukturen Vorrang vor dem unwichtiger gewordenen Straßenbau verschafft. Selbst ganz kleine Gemeinden beendeten damals das Asphaltieren von Straßen für wenige Menschen zugunsten von Glasfaser-Kabel, Breitband-Internet und Funknetzen für die Mehrheit . Ungläubig liest Leonore, dass es offenbar jetzt, in den 2030er-Jahren, noch immer digital unversorgte Orte gibt, die nun isoliert unter Quarantäne stehen. Eine Horror-Vorstellung, dass jetzt Kinder abgekoppelt zu Hause sitzen, während ihre Tochter Brigid digital eingebunden zur Schule geht, bis die aktuelle Virusgefahr abgeklungen ist. Leonore ist zufrieden mit ihrer Gemeinde und murmelt: „Es war klug gewesen, Straßenbau-Budgets zugunsten wichtiger digitaler Infrastrukturen schon vor Jahren umzuschichten.“

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Die Verdreifachung des Pendlereuros wird dem eigenen Anspruch nicht gerecht

Österreich muss sparen, die neue Bundesregierung kürzt Ausgaben. Dennoch wird der Pendeleuro um knapp 200 Millionen Euro pro Jahr verdreifacht. Die realen Spritkosten sind seit der Einführung des Pendeleuro im Jahr 2013 gesunken. Tanken ist also billiger geworden. Und während vom abgeschafften Klimabonus alle Haushalte quer durch die Einkommensverteilung etwa gleich stark profitierten, profitieren vom erhöhten Pendlereuro vor allem reichere Haushalte.

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash

VCÖ: Budget bringt leider Rückschritte für klimaverträgliche Mobilität

VCÖ (Wien, am 13. Mai 2025) – Das künftige Budget bringt für eine klimaverträgliche und effiziente Mobilität Rückschritte statt der dringend notwendigen Fortschritte, stellt die Mobilitätsorganisation VCÖ fest. Während die Normverbrauchsabgabe für Klein-Lkw und Pick-ups gestrichen und der Pendlereuro verdreifacht wird, wird im Öffentlichen Verkehr, bei der Rad-Infrastruktur und der Elektro-Mobilität gespart. Während das Klimaticket massiv verteuert wird, bleiben die klimaschädlichen Förderungen, wie etwa die Steuerbegünstigung von Diesel, weiter bestehen.

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Grafik: Euro-Zeichen auf einem gelben Hintergrund