Mehr aktive Mobilität, weniger Kosten

Krankenstände belasten nicht nur die Betroffenen und ihr Umfeld, sie verursachen auch wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. Allein die direkten Kosten für Entgeltfortzahlungen und Krankengeld beliefen sich im Jahr 2024 in Österreich auf über fünf Milliarden Euro. Rechnet man indirekte Kosten hinzu, entsteht ein Schaden von nahezu 15 Milliarden Euro. Gleichzeitig wird die Bevölkerung in Österreich älter und es wird angestrebt, dass die Menschen länger im Erwerbsleben bleiben. Im heutigen Berufsleben sitzen wir zu viel und bewegen uns zu wenig. „Sitzen ist das neue Rauchen“ heißt es von medizinischer Seite. Chronische Rückenschmerzen oder Bandscheibenprobleme sind weit verbreitet, ebenso psychische Erkrankungen – Erkrankungen, bei denen regelmäßige Bewegung nachweislich präventive Effekte hat. Entsprechend empfiehlt auch die Weltgesundheitsorganisation Erwachsenen mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche.

In Österreich bewegt sich die Mehrheit der Menschen jedoch zu wenig. Über 75 Prozent der 18- bis 64-Jährigen erreichen die WHO-Empfehlungen nicht. Besonders ausgeprägt ist die Lücke in den Haupterwerbsaltersgruppen der 30- bis 59-Jährigen. Hier kann wirksame Prävention ansetzen, um Krankenständen vorzubeugen. Aktive Mobilität kann dabei ein besonders wirksamer Hebel sein. Neben sicherer Infrastruktur, Verkehrsberuhigung und einer Planung, die dem Gehen und Radfahren Vorrang gibt, spielen auch Arbeitgebende eine zentrale Rolle. Betriebliches Mobilitätsmanagement sollte als Teil der Gesundheitsförderung verstanden werden. Durch Maßnahmen wie sichere und überdachte Radabstellplätze, Dusch- und Umkleidemöglichkeiten oder auch durch finanzielle Anreize für das Radfahren oder Gehen motiviert Mobilitätsmanagement zu aktiver Mobilität und stärkt damit Gesundheit und Nachhaltigkeit zugleich. Wer Krankenstände senken will, sollte aktive Mobilität erleichtern und fördern. Der Weg zur Arbeit ist dafür kein Nebenschauplatz, sondern Teil der Lösung.

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VCÖ-Mobilitätspreis Österreich für Mobilitätsmanagement von Blum in Vorarlberg

VCÖ (Wien, 22. September 2022) – Der Vorarlberger Beschlägehersteller Julius Blum setzt umfassende Maßnahmen, damit mehr Beschäftigte autofrei zur Arbeit kommen und gewinnt damit den diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreis Österreich. Am heutigen Autofreien Tag werden am Abend zudem zwölf weitere Projekte von VCÖ, Klimaschutzministerium und ÖBB ausgezeichnet. Unter anderem das Projekt „Bike2Work“ der Stadtwerke Klagenfurt, der geplante S-LINK in Salzburg, die Radreise App cyclebee, das E-Carsharing der Stadtwerke Kufstein und die Kidical Mass.

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Foto: Sarah Duit

Bei VCÖ-Mobilitätspreis Wien zwei Schulprojekte und Mobilitätsmanagement des ORF ausgezeichnet

VCÖ (Wien, 7. September 2022) – Die Wiener Bevölkerung legt im Bundesländer-Vergleich die meisten Wege zu Fuß, mit Öffis und Fahrrad zurück. Damit sind die Wienerinnen und Wiener klimafreundlicher und kostengünstiger mobil. Ein Wiener Haushalt hat im Schnitt um über 2.000 Euro pro Jahr niedrigere Mobilitätsausgaben als der durchschnittliche Haushalt in den Bundesländern, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Der VCÖ-Mobilitätspreis stand heuer unter dem Motto „Verkehrswende umsetzen“. Stadträtin Ulli Sima, der VCÖ und die ÖBB haben heute die drei Projekte ausgezeichnet, die von der Fachjury am besten bewertet wurden.

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Foto: Sarah Duit