Verkehr in Europa - Jahrzehnt der Schiene

Von Ulla Rasmussen VCÖ-Verkehrspolitik

Das Jahr 2021 wurde zum Europäischen Jahr der Schiene erklärt. Das lenkt den politischen Fokus auf das Potenzial der Schiene. Diese Entscheidung ergänzt den Green New Deal im Verkehrssektor, der auch einen Fokus auf den Schienenverkehr legt und hoffentlich einiges an Ausbau und Verbesserung des internationalen Schienenverkehrs in Europa ermöglichen wird. Die Unterstützung ist notwendig, denn die Vorteile des Schienenverkehrs bei Treibhausgas-Emissionen, Platzverbrauch und Sicherheit haben sich noch nicht europaweit durchgesetzt. Zum Teil liegt es am System Bahn selbst. Viele Bahnunternehmen waren zu sehr damit beschäftigt, sich gegen andere Bahnunternehmen abzuschotten, anstatt durch Offenheit und Kooperationen das Produkt internationale Zugreise attraktiver zu machen. Das ändert sich gerade langsam und hoffentlich wird es bald möglich sein, internationale Bahntickets ähnlich einfach wie ein Flugticket zu buchen. Gleichzeitig muss an den Wettbewerbsnachteilen gegenüber dem Straßen- und dem Luftverkehr gearbeitet werden, etwa am flächendeckenden Infrastrukturbenützungsentgelt der Bahn versus lückenhafter Lkw-Maut, an Verkehrssicherheitsbestimmungen sowie an der unterschiedlichen Besteuerung von Tickets wie auch der benötigten Energie. Um den Verkehrssektor bis zum Jahr 2050 zu dekarbonisieren, braucht es eine massive Verlagerung von Straße und Luft auf die Schiene. Ein Jahr der Schiene kann nur der Anfang sein, damit es das Jahrzehnt der Schiene wird!

Ihre Meinung dazu an ulla.rasmussen@vcoe.at

Zurück zur Übersicht

VCÖ: Spritverbrauch in Österreich heuer im ersten Quartal leicht gesunken

VCÖ (Wien, 18. Juli 2024) – Im ersten Quartal wurde in Österreich um fast ein Prozent weniger Sprit getankt als im ersten Quartal des Vorjahres, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Drei Viertel des getankten Treibstoffs war Diesel. Während der Benzinverbrauch um 5,3 Prozent zunahm, wurde um 2,7 Prozent weniger Diesel getankt. In Vergleich zum 1. Quartal des Vor-Coronajahres 2019 ging der Spritverbrauch in Österreich um 16 Prozent zurück und damit auch der vom Kfz-Verkehr verursachte CO2-Ausstoß. Die Mobilitätsorganisation VCÖ betont, dass der Spritverbrauch durch weitere Maßnahmen von Politik und Wirtschaft noch deutlich gesenkt werden kann.

Mehr dazu
Foto: Zapfhahn, welcher ein Diesel-Auto betankt.

Wie beeinflusst der Kfz-Verkehr die städtische Hitzebelastung?

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Zahl der Hitze-Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius in Österreichs Städten mehr als verdoppelt. Hitze ist ein erhebliches Gesundheitsrisiko, insbesondere für vulnerable Bevölkerungsgruppen. Der Kfz-Verkehr trägt nicht nur indirekt durch den CO2-Ausstoß zur Hitzebelastung bei. Die Hitzebelastung wird durch die beim Fahren vom Motor erzeugte Abwärme, die Schadstoffemissionen und durch die für Straßen und Parkplätze mit Asphalt versiegelten Flächen verstärkt.

Mehr dazu
Foto: Spencer Imbrock, unsplash