Verkehrsberuhigung schafft Lebensqualität

Lina Mosshammer, VCÖ-Verkehrspolitik

Warum sind Kinder immer weniger draußen? Die hohen Geschwindigkeiten des Kfz-Verkehrs in Städten und Ortszentren schränken den Bewegungsspielraum ein. Kinder sind seltener selbständig unterwegs, und das hat Auswirkungen auf ihre Entwicklung. Es gibt noch viele weitere Gründe, wieso eine Temporeduktion sinnvoll ist, von der höheren Sicherheit, über weniger Lärm bis hin zu mehr Platz und Lebensqualität für Alle.

Tempo 30 ermöglicht auch den Öffentlichen Raum neu zu gestalten

Neu ist die Idee nicht. Die Stadt Graz hat seit über 30 Jahren flächendeckend Tempo 30 in allen Nebenstraßen und weitet dieses nun auf einigen Hauptstraßen aus. Und international setzen immer mehr Städte auf Tempo 30. Bordeaux, Beglés, Brüssel und Helsinki sind nur einige Beispiele, die mit Tempo 30 mehr Sicherheit und Aufenthaltsqualität schaffen. Die Ergebnisse zeigen den Erfolg. Im spanischen Pontevedra gilt seit dem Jahr 2009 Tempo 30 und Gehen hat hier den Vorrang. Seither gab es keinen einzigen Verkehrstoten im Zentrum und die CO2- Emissionen konnten um 70 Prozent reduziert werden.

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Welche Lehren aus dem Hitzesommer 2026 aus Mobilitätssicht zu ziehen sind

Österreich hat den heißesten Sommer seiner Messgeschichte hinter sich. Es war ein Sommer voll großem menschlichen Leid: 646 hitzebedingte Todesfälle allein im Juni und Juli. In den Wochen danach wurde viel darüber gesprochen, wie sich Menschen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld vor Hitze schützen lassen. Wir sprechen über Beschattung, über Entsiegelung, über Begrünung und über Trinkbrunnen. All das sind wichtige Ansätze, und es braucht sie alle und mehr. Sie haben jedoch eine gemeinsame Voraussetzung, über die kaum jemand spricht: Sie brauchen Platz. Und dieser Platz ist in unseren Städten und Ortskernen fast überall bereits vergeben, allzu oft an das Auto.

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash

Gelegenheitsfenster zur Umgestaltung nutzen

Um Synergien zu nutzen und Kosten zu sparen hat die deutsche Stadt Brühl im Jahr 2025 ein Schwammstadt-Konzept mit 17 Maßnahmen beschlossen, von Entsiegelungsleitlinien, über die Schaffung fachbereichsübergreifender Planung, bis zu Bewusstseinsbildung und Anpassung von baulichen Mindeststandards.

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Elektronisches Schild bei Zufahrtskontrolle für Pkw in Mailand